Cytisus

Geißklee, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Cytisus umfasst, inklusive Lembotropis und Sarothamnus, exklusive Chamaecytisus, etwa 29 Arten (Kew 2022) in Europa, Nordwest-Afrika und Anatolien.
 

Cytisus multiflorus  

Vielblütiger Geißklee,
Cytisus multiflorus  
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

100−250 cm hoher Strauch mit 5-kantigen Zweigen und kleinen Blättern. Blätter der oberen Zweige ungeteilt, lanzettlich, Blätter der unteren Zweige dreizählig. Blüten einzeln oder zu 2−3, weiß. Einzelblüten 9−12 mm groß, Fahne oft mit roter Zeichnung. Kelch seidenhaarig, zweilippig, kaum länger wie breit. Hülsen ca. 3 cm lang, behaart, zusammengedrückt. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Heimat:

Iberische Halbinsel.
 

Nutzung:

Zierpflanze. `White Bouquet´ (vor 1989) hat rahmweiße Blüten und überhängende Zweige (Bärtels & Schmidt 2014).
 

Ausbreitung:

Die Art ist seit etwa 1752 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014) und tritt seit etwa 1980 in Deutschland aus Ansaaten verwildert an Eisenbahn- und Straßenböschungen auf, stellenweise mit Einbürgerungstendenzen (Hassler & Muer 2022). Da C. multiflorus frostempfindlich ist, könnte es sich auch um die häufiger kultivierte Cytisus ×praecox (= C. multiflorus × C. purgans) handeln, von der es auch weißblühende Sorten gibt (Meierott & al. 2024).
In Australien bildet die Art gebietsweise dichte, fast undurchdringliche Bestände und verändert durch ihre Fähigkeit, Luftstickstoff zu binden, die Vegetation (CABI 2021). Sie vermehrt sich sowohl generativ als auch vegetativ.
DEUTSCHLAND:
In Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2023), 1982 bis 2006 alte Sandgrube im Reichswald zwischen Kalchreuth und Neunhof, 2018 Übungsplatz Freihöls bei Amberg, 2017 Fischertal bei Hohenfels und 2011 bei Wittelshofen in Bayern (Meierott & al. 2024), Hessen (Hand & Thieme 2023), Mecklenburg-Vorpommern (Hand & Thieme 2023), Zülow und bei Oldendorf in Niedersachsen (Müller & al. 2021, Langbehn & Gerken 2003), Iserlohn, Stallberg bei Siegdorf und Ittenbach-Aegidienberg in Nordrhein-Westfalen (Mieders 2006, Gorissen 2015) und in Rheinland-Pfalz (Müller & al. 2021). Lokal in Einbürgerung. Der Erstnachweis für Bayern erfolgte 1982 (Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021).
 

 

Weitere Art:


Cytisus striatus

Im westlichen Mittelmeergebiet, genauer in Marokko, Portugal und Spanien ist der Gestreifte Geißklee, Cytisus striatus, beheimatet, der in Frankreich, Chile und den USA lokal eingebürgert vorkommt. Hier ist er in Küstengestrüpp und Grasland zu finden. Er ist für die meisten Nutztiere außer Ziegen ungenießbar, sodass er den Weidelandwert verringert und gleichzeitig die Brandgefahr erhöht. Die Hülsenfrüchte produzieren reichlich Samen, vermehren sich aber auch vegetativ durch Wurzelausläufer. 
In Deutschland seit 1970 als Neophyt an Bahndämmen und Straßenböschungen (Meierott 2008), so unbeständig bis sich lokal etablierend in Karlsruhe-Nordweststadt in Baden-Württemberg (Hassler 2021), an der Ködeltalsperre, bei Bad Berneck, Großwenkheim, Oberlauringen, 1989 Forstwegböschung bei Nassach, 1985 Sandgruben bei Niedernberg, 1985 Uferböschung bei Erlenbach, Birkenfeld, Geroldswind und Neuschleichach in Bayern (Hetzel 2007, Meierott 2008, Breitfeld & Horbach 2006, Meierott & al. 2024), Hessen (Hand & Thieme 2023), Niedersachsen (Hand & Thieme 2023), Helpenstell und Königswinter in Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015) und nördlich Kalt, bei Burbach-Neustraßburg und Kenn in Rheinland-Pfalz (Hoffmann 2005, Hand & al. 2016). Subspontan u.a. seit 1992 auch in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), seit 1985 auf Korsika (Seebens & al. 2017) und seit 1963 in Großbritannien (Seebens & al. 2017).

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Breitfeld M. & Horbach H.-D. (2006): Cytisus striatus in Nordostbayern. – Hoppea 67: 492 – 494.

CABI (2021): Invasive Species Compendium - https://www.cabi.org/publishing-products/invasive-species-compendium/

Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.

Hand R., Reichert H., Bujnoch W., Kottke U. & Caspari S. (2016): Flora der Region Trier – 2 Bände, Verlag Michael Weyland, Trier. 1634 S.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. (2021): Flora des Landkreises Karlsruhe. Bildatlas und Datenbank. Version 4.16; Stand 13.7.2021

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hetzel G. (2007): Die Neophyten Oberfrankens – Floristik, Standortscharakteristik, Vergesellschaftung, Verbreitung, Dynamik. – Ber. Natur-forsch. Ges. Bamberg 78 (2005/2006): 1 – 240.

Hoffmann H. (2005): Archäophyten, Neophyten, unbeständige und häufig kultivierte Pflanzenarten im nördlichen Rheinland-Pfalz. Nachtrag. – Decheniana 158: 5 – 8.



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew ScienceLangbehn H. & Gerken R. (2003): Neues aus der Flora des Landkreises Celle 2002. Floristische Notizen aus der Lüneburger Heide 11: 9-12.

Langbehn H. & Gerken R. (2003): Neues aus der Flora des Landkreises Celle 2002. Floristische Notizen aus der Lüneburger Heide 11: 9-12.

Meierott L. (2008): Flora der Haßberge und des Grabfeldes – Neue Flora von Schweifurt. 2 Bände, IHW-Verlag, Eching.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Mieders G. (2006): Flora des nördlichen Sauerlandes – Der Sauerländische Naturbeobachter Nr. 30, 608 Seiten, Lüdenscheid.

Müller F., Ch. M. Ritz, E. Welk & K. Wesche (2021): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen Grundband, 22. Auflage

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be