Cynoglottis

Ochsenzunge, Raublattgewächs, Boraginaceae

Gattung:

Cynoglottis umfasst 2 Arten, neben C. barrelieri noch C. chetikiana in Anatolien. Cynoglottis wurde früher innerhalb der Gattung Anchusa geführt.
 

Cynoglottis barrelieri

Barreliers Ochsenzunge,
Cynoglottis barrelieri
(Syn.: Anchusa barrelieri)  
Raublattgewächs, Boraginaceae

 

Steckbrief:

10−80 cm hohe Staude mit vielästigen, rispigen Blütenständen. Stängel dicht
mit am Grund warzigen Haaren oder Borsten behaart. Blätter 3−7 cm lang, 4−12 mm breit, lanzettlich, beidseitig angedrückt behaart. Blüten hellblau, 5−10 mm ∅, 2−5 mm lang gestielt. Kronröhre viel kürzer als der Kronsaum. Kelchzipfel spatelig, stumpf. Blütezeit Mai bis Juli.

 

Name:

Benannt zu Ehren des französischen Botanikers und Geistlichen Jacques Barrelier (1606−1673). Barrelier bereiste im Zuge seiner Ordensarbeit 25 Jahre lang das Languedoc, Aquitaine und andere französische Provinzen, aber auch die Region um Valencia. Er fertigte während dieser Reisen viele Pflanzenzeichnungen an, die posthum durch Antoine de Jussieu veröffentlicht wurden (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Mediterran-montane Art mit einer Verbreitung von Italien bis Westrussland und Syrien.
 

Nutzung:

Selten als Zierpflanze.
 

Ausbreitung:

Seit spätestens 1820 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008), selten subspontan.
DEUTSCHLAND:
2012 auf Bahngelände am Hauptbahnhof Bamberg und 2009 auf einer Wegböschung bei Adlersberg Richtung Ebenwies nahe Regensburg in Bayern (Lippert & Meierott 2014, Meierott & al. 2024 sub Anchusa barrelieri). Eine Verwilderung in einem Hinterhofgarten 2006 in Görlitz in Sachsen (Otto 2012) wird hier nicht berücksichtigt.
ÖSTERREICH:
Ehemals zwischen Steinabrückl und Wiener Neustadt in Niederösterreich (Janchen 1956-1960, Essl & Rabitsch 2002). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1889 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
Ehemals in Buchthalen im Kanton Schaffhausen (Thellung 1915).
 

 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/ verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

Essl F. & Rabitsch W. (2002): Neobiota in Österreich. – Wien, Umweltbundesamt; 432 S.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.



Janchen E. (1956–1960): Catalogus Florae Austriae, mit 3 Ergänzungsheften, Springer, Wien.

Lippert W. & Meierott L. (2014) – Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Bayerische Botanische Gesellschaft, München, 407 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Otto H.-W. (2012): Die Farn- und Samenpflanzen der Oberlausitz. Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, Supplement zu Band 20, Görlitz.

Thellung A. (1915): Beiträge zur Adventivflora der Schweiz (II) – Mitteilungen aus dem botanischen Museum der Universität Zürich.