Cullen

Harzklee, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Cullen umfasst etwa 34 Arten (Kew 2022) in Afrika, Australien, Asien und Südeuropa.
 

Cullen americanum

Westmediterraner Harzklee,
Cullen americanum
(Syn.: Psoralea americana)  
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hoher und 1,5 m breiter Halbstrauch mit dreiteiligen Blättern. Blättchen breit eiförmig, gezähnt, mittleres Blättchen lang gestielt. Blütenstand mit 18−50 violett-weißen bis hellblauen Schmetterlingsblüten. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Name:

Die Art wurde von Bauhin Trifolium americanum genannt, weil er irrtümlicherweise glaubte, dass sie aus Amerika nach Holland und Deutschland gekommen sei (Hegi 1975).
Der Gattungsname ehrt den schottischen Arzt und Chemiker William Cullen (1710−1790). Cullen war Professor der Chemie und Medizin an der Universität in Glasgow, Präsident des Royal College of Physicians, befasste sich mit dem Nervensystem und grenzte u.a. nichtentzündliche von entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems ab (Burkhardt 2018). 1776 wurde von Cullen der Begriff „Neurose“ eingeführt. Damit sollten alle nichtentzündlichen Erkrankungen des Nervensystems bezeichnet werden, womit auch psychische Störungen gemeint sind.

 

Heimat:

Entgegen dem botanischen Artbeinamen im westlichen Mittelmeergebiet, südlich bis Mauretanien.
 

Nutzung:

Früher selten als Zier- und Heilpflanze kultiviert (Hegi 1975).
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1926 für Forst in Brandenburg angegeben (Probst 1949, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Wahrscheinlich mit Südfrüchten 1915 eingeschleppt für den Güterbahnhof Zürich angegeben (Scheuermann 1930 sub Psoralea americana, Hegi 1975). In der „Flora des Kantons Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) ist die Art nicht angeführt.
ANDERE LÄNDER:
U.a. 1915 auch in Belgien (Verloove 2021) und 1952 in Großbritannien (Seebens & al. 2017 sub Psoralea americana).

 
Weitere Art:

Cullen cinereum

In großen Teilen Australiens ist der Graue Harzklee, Cullen cinereum (Syn.: Psoralea cinerea) beheimatet. Er wird 1907 für die Kammgarnfabrik Derendigen in Solothurn mit australischer Schafwolle eingeschleppt angegeben (Hegi 1975).
 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 4 (Teil 3). 2.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 1114–1750.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Probst R. (1949): Wolladventivflora Mitteleuropas – Solothurn. 192 Seiten.



Scheuermann R. (1930): Mittelmeerpflanzen der Güterbahnhöfe des rheinisch-westfälischen Industriegebiets – Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalen 86: 256-342. 

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.