Coleus

Buntnessel, Lippenblütler, Lamiaceae

Gattung:

Coleus umfasst, inkl. Solenostemon und Plectranthus p.p., etwa 301 Arten (Kew 2022) im tropischen und subtropischen Afrika, Südasien und Australien. Mannigfaltigkeitszentren sind Ostafrika, Indien und Nordost-Australien.
 

Coleus scutellarioides

Helmkraut-Buntnessel,
Coleus scutellarioides
(Syn.: Solenostemon scutellarioides,
Plectranthus scutellarioides, Coleus blumei
)  
Lippenblütler, Lamiaceae

 

Steckbrief:

Bis 70 cm hohe, kälteempfindliche Staude, die in Mitteleuropa meist einjährig gezogen wird. Blätter gestielt, Spreite eiförmig bis breit-lanzettlich mit sehr variabler Form und Farbe. Bei Wildformen grün bis wenig bunt gezeichnet, bei Kulturformen farbenfroh und oft vielfarbig. Blattrand gezähnt bis gebuchtet. Blüten blau, zweiseitig-symmetrisch, Kelch glockenförmig. Blütezeit August bis Oktober.
 

Heimat:

Tropisches Südost-Asien und Nordaustralien.
 

Nutzung:

Zierpflanze, in zahlreichen Sorten, so `Black Prince´, `Pineapple Beauty´ oder `Walter Turner´. Im Gebiet durchwegs einjährig in Kultur. Auf Java wird die Pflanze zur Einzäunung der Kaffeeplantagen zum Schutz vor Wildschweinen genutzt (Hegi 1975).
 

Ausbreitung:

Erste Pflanzen kamen 1851 durch einen niederländischen Forscher aus Java nach Europa. Anfänglich waren die Pflanzen noch ziemlich farblos. Die intensivste Zucht fand von 1940 bis 1980 statt und erbrachte eine unglaubliche Sortenvielfalt.
DEUTSCHLAND:
1909 subspontan am Friedhof Mannheim in Baden-Württemberg angegeben (Zimmermann 1913, Hand & Thieme 2024 sub Solenostemon scutellarioides). Der Fundangabe wird hier kein Glaube geschenkt, weil die wärmebedürftige Pflanze bei uns nicht zum Fruchten kommt und weil die Angabe von Zimmermann ist.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Art:

Coleus caninus s.lat.

Die in Afrika und Südasien beheimatete Hunde-Buntnessel, Coleus caninus s.lat. (Syn. Plectranthus caninus) wird als „Katzenschreck“ oder „Verpiss dich Pflanze“ im Pflanzenhandel als natürliches Abschreckmittel für Haustiere gehandelt, wobei nicht sicher ist, ob es sich bei der im Pflanzenhandel befindlichen Art nicht tatsächlich um die ostafrikanische Coleus comosus handelt. Der deutsche Gärtner und Pflanzenzüchter Dieter Stegmeier (1952−2016), der sich besonders mit der Zucht von Pelargonien beschäftigte, sorgte um die Jahrtausendwende für die Markteinführung dieser Pflanze. Die deutsche Benennung Verpiss-dich-Pflanze soll bereits auf die abschreckende Wirkung auf Tiere wie Katzen, Hunde und Kaninchen aufmerksam machen.
 
Sehr selten findet sich die Hunde-Buntnessel auch subspontan, so 2008 von Ernst Horak(†) am Rand des Hörndlwaldes neben der Kleingartensiedlung im 13. Wiener Gemeindebezirk subspontan gefunden (Vitek & al. 2021).
 

Quellen

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 4). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Paton A. J., Mwanyambo M., Govaerts R. H. A., Smitha K., Suddee S., Phillipson P. B., Wilson T. C., Forster P. I. & Culham A. (2019): Nomenclatural changes in Coleus and Plectranthus (Lamiaceae): A tale of more than two genera. – PhytoKeys 129: 1–158.



Vitek E., W. Adler & A. Mrkvicka (2021): Neues von der Flora Wiens – Neilreichia 12: 219-290.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.