Coix

Hiobsträne, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Coix umfasst 3 Arten (Kew 2022) in Südost-Asien und Nordost-Australien.
 

Coix lacryma-jobi 

Hiobsträne,
Coix lacryma-jobi 
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

Aufrechtes, 1–3 m hohes, einjähriges Gras mit kräftigen, verzweigten Halmen. Blätter wechselständig angeordnet, bis zu 40 cm lang und 7 cm breit, linealisch bis schmal lanzettlich, dunkelgrün. Blüten unscheinbar in achselständigen Rispen. Zur Fruchtreife bleibt die Körnerfrucht vom schlauchartigen Deckblatt eingeschlossen und bildet mit dieser zusammen eine rundliche Scheinfrucht. Blütezeit August bis Oktober.
 
 

Nutzung:

Getreide-, Futter- und Ziergras. Die reifen Schlauchfrüchte hartschaliger Formen werden als Perlen für Rosenkränze und andere Ketten genutzt.
 

Ausbreitung:

Die Kultivierung der südostasiatischen Art als Getreide begann wahrscheinlich im nördlichen Burma, in Assam oder im äußersten Süden des heutigen Chinas vor etwa 3000 bis 5000 Jahren. Dort wurde sie von einheimischen Stämmen kultiviert, bevor der Mais Asien erreichte. Schon früh kam Coix nach Afrika, wo sie sich akklimatisierte und einbürgerte (Mansfeld 1986). Im Mittelalter soll sie von arabischen Händlern aus Indien nach Spanien gebracht worden sein, wobei sie im Mittelmeergebiet nur als Zierpflanze, nicht als Getreide kultiviert wurde. Aus dem Gebiet ist sie seit spätestens dem Jahr 1613 bekannt, wo sie sich im „Hortus Eystettensis“ abgebildet findet.
Der Anbau zur Gewinnung der perlenartigen Früchte, die im Kunsthandwerk genutzt werden, geht auf William Turner Thiselton-Dyer (1843–1928), dem 3. Direktor des Botanischen Gartens in Kew, zurück. Subspontan tritt die Hiobsträne im Gebiet ganz vereinzelt und unbeständig auf.

 
DEUTSCHLAND: 
Angegeben 1906 nahe einer Gärtnerei in Heidelberg in Baden-Württemberg (Zimmermann 1907, Hand & Thieme 2023) und 1975 in einem längst aufgelassenen Garten in Steinhagen in Nordrhein-Westfalen (Lienenbecker 1978, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: 
Auf einem Komposthaufen am Waldrand in Schiltern in Niederösterreich, hier auf Gartenabfälle der „Arche Noah“, einem Verein zur Erhaltung alter Kulturpflanzen, zurückgehend (Essl 2003). Dieser Fund steht in engem Zusammenhang mit dem oberösterreichischen Fund bei einer Gärtnerei in Engelhartszell von 2017 (Hohla 2018). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2002 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021).

 

Quellen

Essl F. (2003): Bemerkenswerte floristische Funde aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark - Linzer biol. Beitr. 35/2 935-956.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hohla M. (2018): Artemisia gilvescens, Oenothera macrocarpa und Pseudosasa japonica- neu für Österreich, sowie weitere Beiträge zur Adventivflora von Oberösterreich und der Steiermark – Neilreichia 9: 143–159.

 



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lienenbecker H. (1978): Adventiv- und Ruderalflora einer Mülldeponie im Kreis Gütersloh – Natur & Heimat 40(4): 109-111.

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Zimmermann F. (1907): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Mannheim, 171 S.