Clerodendrum

Losstrauch, Lippenblütler, Lamiaceae

Gattung:

Clerodendrum umfasst, exklusive Ovieda und Rotheca, etwa 259 Arten (Kew 2022) mit Mannigfaltigkeitszentren in Südost-Asien und auf Madagaskar (61 Arten).
 

Clerodendrum bungei

Bunge-Losstrauch,
Clerodendrum bungei
(Syn.: C. foetidum)  
Lippenblütler, Lamiaceae

 

Steckbrief:

Bis 1,5 m hoher, sommergrüner Strauch mit dunkelgrünen, herzförmigen, 10−20 cm langen Blättern, die beim Zerreiben unangenehm riechen. Blattrand gezähnt. Blüten rosa, duftend, in endständigen, bis 10 cm breiten Blütenständen. Früchte auffallend farbenfroh. Blütezeit Juli bis September.
 

Name:

Benannt zu Ehren des deutsch-russischen Botanikers Alexander von Bunge (1803−1880), der sich besonders um die artenreichen Gattungen Astragalus und Oxytropis annahm. Clerodendrum bungei wurde 1831 von Bunge in Peking während seiner langen wissenschaftlichen Expedition in Ostasien entdeckt. Er beschrieb sie wegen des stechenden Geruchs seiner Blätter als C. foetidum. Da dieser Name bereits vergeben war, benannte ihn Ernst Gottlieb von Steudel 1840 in C. bungei um.  
 

Heimat:

Südost-Asien.
 

Nutzung:

Als spätblühende Zier- und Duftpflanze. `Pink Diamond´ (1994) hat unregelmäßig panaschierte Blätter (Bärtels & Schmidt 2014).
 

Ausbreitung:

Der schottische Pflanzensammler Robert Fortune brachte die Art um 1844 nach Europa, wo sie von Kew Gardens zunächst wie eine Gewächshauspflanze behandelt wurde, bevor man ihre Winterhärte erkannte. Die Art vermehrt sich sowohl generativ als auch vegetativ über bis 6 Meter lange Bodenausläufer.
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Ehemals verwildert bei Locarno im Tessin (Hegi 1975).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch seit 2005 in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021).

 
Weitere Art:

Clerodendrum trichotomum

In Südost-Asien ist der Japanische Losbaum, Clerodendrum trichotomum, beheimatet. Die Art ist seit spätestens 1880 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). Die Sorten `Harlekin Glorybower´ und `Carnival´ wurden mit dem „Award of Garden Merit“ ausgezeichnet. 
Er wird als spätblühendes, duftendes Ziergehölz genutzt und findet sich in den Kantonen Genf, Luzern, Tessin, Waadt, Wallis und Zürich  (Infoflora 2024). Inwieweit es sich bei den Angaben in Infoflora (2024) um subspontane oder kultivierte Pflanzen handelt, ist mir nicht bekannt. Unter Indigenat steht: Neophyt, nach der Entdeckung von Amerika in der Region aufgetreten
Subspontan 1856 auch in Belgien (Seebens & al. 2017).

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 1). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 678 S.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be