Cirsium

Kratzdistel, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Cirsium umfasst etwa 458 Arten (Kew 2022), die vor allem auf der Nordhalbkugel beheimatet sind.
Nach der Aufteilung mehrerer anderer Großgattungen hat es auch die Gattung Cirsium getroffen. Die charakteristische Sektion Lophiolepis, zu der die Gruppe um Cirsium eriophorum gehört, wurde auf molekulargenetischer Basis durch Del Guacchio & al. (2022) als eigene Gattung Lophiolepis abgetrennt. Cirsium italicum wird ebenfalls abgetrennt als Epitrachys italica (Hassler 2024). In dieser Arbeit wird vorerst das traditionelle Konzept beibehalten.

 

Cirsium monspessulanum 

Montpellier-Kratzdistel,
Cirsium monspessulanum  
Korbblütler, Asteraceae

 
 

Steckbrief:

Bis 1,2 m hohe Staude mit weißfilzigen Stängeln und lanzettlichen, glänzenden, weich bewährten, sitzenden, am Stiel kurz herablaufenden Blättern. Blütenkörbe purpurn, zu wenigen gehäuft. Hüllblätter mit weißem Mittelnerv und kurz bewehrter, dunkelpurpurner Spitze. Blütezeit Juni bis Juli.
 
 
 

Heimat:

Von Algerien bis in den Apennin, nördlich bis Haute-Savoie und disjunkt bei Como.                            
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1911 für Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1913, Hand & Thieme 2023). Die Angabe von Fiedler (1944) von der Mitteldeutschen Großmarkthalle Leipzig findet hier keinen Eingang, weil es sich bei den Funden um Pflanzenteile im Verpackungsmaterial gehandelt hat.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Arten:

Cirsium arachnoideum

Die Spinnweben-Kratzdistel, Cirsium arachnoideum, ist im weiten Kaukasus-Gebiet beheimatet und konnte ehemals auf Mauern des ehemaligen Botanischen Gartens Erfurt in Thüringen verwildert beobachtet werden (Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2023).
 

Cirsium italicum

Von Sardinien und Korsika bis Anatolien ist die Italienische Kratzdistel, Cirsium italicum (= Epitrachys italica) beheimatet. Im Gebiet 1899 für den Hafen Mannheim in Baden-Württemberg (Zimmermann 1907, Höck 1910, Hand & Thieme 2023) und für Rheinland-Pfalz (Hassler & Muer 2022) angegeben. Die Fundmeldung von Fiedler (1944) von der Mitteldeutschen Großmarkthalle Leipzig findet hier keinen Eingang, weil es sich um Pflanzenteile im Verpackungsmaterial gehandelt hat.
 

Cirsium scabrum

Die Raue Kratzdistel, Cirsium scabrum (Syn.: C. giganteum) ist im westlichen Mittelmeergebiet von Marokko bis Italien beheimatet und wird 1910 am Neckar in Heidelberg-Wieblingen in Baden-Württemberg angegeben (Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2023).
 

Quellen

Del Guacchio E., Bures P., Iamonico D., Carucci F., De Luca D. & Zedek F. (2022): Towards a monophyletic classification of Cardueae: restoration of the genus Lophiolepis (= Cirsium p.p.) and new circumscription of Epitrachys. – Pl. Biosyst. 156(5): 1269–1290.

Fiedler O. (1944): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte 1937-1942 – Hercynia 3 (7/8): 608-660.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. (2024): Nachträge und Korrekturen zu Flora Germanica Band 1 und 2 Online-Version [Ver. 83], Stand 5.3.2024 - 1713 NACHTRAG.indd (flora-germanica.de) 

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Wagenitz G. (1987): in Gustav Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI, Teil 4, 2.Auflage. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg. 863 S.

Zimmermann F. (1907): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Mannheim, 171 S.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.