Chondrilla

Knorpellattich, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Chondrilla umfasst etwa 31 Arten (Kew 2022) mit einem Mannigfaltigkeitszentrum in Kasachstan und Afghanistan (Leonova 2000).
Der im Gebiet heimische Ruten-Knorpellattich, Chondrilla juncea, ist in Australien, Argentinien, Kanada, Neuseeland, Südafrika und einer Reihe von Staaten in den USA invasiv (Panetta & Dodd 1987). Er hat dort Millionen von Hektar Land befallen (Gottlieb 2006) und die Weizenerträge um bis zu 80 % reduziert (CABI 2021). In den Vereinigten Staaten ist die Art seit 1872 bekannt, wahrscheinlich mit verunreinigtem Pflanzenmaterial, Saatgut oder mit Tierfutter eingeführt. Dort nimmt sie mittlerweile etwa 2,5 Mio. Hektar Weideland in Anspruch. Um 1910 wurde die Art versehentlich auch nach Australien eingeführt, wo sie sich schnell im gesamten Weizengürtel im Südosten Australiens ausbreitete. In Südafrika wurde sie 2003 in einem Maisfeld am Ostkap erstmals nachgewiesen.
Eine Reihe von biologischen Bekämpfungsmitteln wurden zur Eindämmung von C. juncea in Australien und den USA untersucht und freigesetzt, so die blasenbildende Gallenmücke Cystiphora schmidti, die gallenbildende Milbe Aceria chondrillae und der Rostpilz Puccina chondrillina (CABI 2021).

 

Chondrilla latifolia  

Breitblättriger Knorpellattich,
Chondrilla latifolia  
Korbblütler, Asteraceae
 

Steckbrief:

50−120 cm hohe, borstig behaarte Zwei- bis Mehrjährige mit breit-lanzettlichen, grob gezähnten, löwenzahnähnlichen, 7−13 cm langen und 2−4 cm breiten Rosettenblättern und fein gezähnten, gewimperten, schmal-lanzettlichen Stängelblättern. Blütenkörbe gelb, einzeln, kurz gestielt und allseitwendig an den Blühtrieben. Pappus weiß. Blütezeit Juli bis September.  
 

Heimat:

Osteuropa und Westasien.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Ehemals adventiv für Worms, Alzey und Mainz in Rheinland-Pfalz (Koch 1837) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

CABI (2021): Invasive Species Compendium - https://www.cabi.org/publishing-products/invasive-species-compendium/

Gottlieb L.D. (2006): Chondrilla. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.), Flora of North America, Bd. 19. Oxford University Press, New York-Oxford: 252-253.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Koch W.D.J. (1837): Synopsis florae Germanicae et Helveticae. Frankfurt a. Main, 594 S.



Leonova T.G. (2000): Chondrilla. In: Bobrov E.G. & Tzvelev N.N. (eds.), Flora of the USSR, vol. 29. Koeltz Scientific Books: 550-577.

Mabberley D.J. (2008): Mabberley's plant-book (3. Auflage). Cambridge University Press, Cambridge: XVIII + 1021 S.

Panetta F.D. & Dodd J. (1987): The biology of Australian weeds. 16. Chondrilla juncea L. J. Austr. Inst. Agric. Sc. 53: 83-95.

The Plant List (2013): The Plant List: a working list of all plant species. Version 1.1. London, UK: Royal Botanic Gardens, Kew. http://www.theplantlist.org