Chlorophytum

Grünlilie, Spargelgewächs, Asparagaceae

Gattung:

Chlorophytum umfasst etwa 200 Arten (Kew 2022), die in den Tropen und Subtropen der Alten Welt beheimatet sind.
 

Chlorophytum comosum  

Grünlilie,
Chlorophytum comosum  
Spargelgewächs, Asparagaceae
 

Steckbrief:

Bis 80 cm hohe bzw. breite Staude mit fleischigen Wurzeln und in Rosetten angeordneten, linealen, bis 50 cm langen und 7−20 mm breiten, überhängenden Blättern. Blütenstände am Ende mit einem Ableger, der sich bei Bodenkontakt schnell bewurzelt. Blüten weiß, dreizählig, in achsenständigen Bündeln von bis zu 5 Blüten. Blütezeit in Kultur ganzjährig.
 
 

Heimat:

Große Teile Afrikas.
 

Nutzung:

Als anspruchslose, leicht vermehrbare Zimmerpflanze vor allem in einer gelblichweiß panaschierten Form `Vittatum´ häufig kultiviert. Weitere Sorten sind `Variegatum´ und `Bonnie´. Die Grünlilie besitzt die Fähigkeit, die Formaldehyd-Konzentration in Innenräumen zu senken und wurde daher in einer wissenschaftlichen Studie zur Luftverbesserung in Niedrigenergiehäusern vorgeschlagen (Wolverton & al. 1984). Daneben reinigt sie die Luft von Xylolen und Toluol. Es ist eine der verbreitetsten Zimmerpflanzen der Welt, da sie sich über die an langen Seitensprossen sitzenden Tochterpflanzen leicht vermehren lässt und über die Wasserspeicher in den Wurzeln Vernachlässigung einigermaßen gut verträgt.
 

Ausbreitung:

Zuerst gesammelt und benannt wurde die Pflanze 1794 von Carl Peter Thunberg. Dieser schwedische Botaniker erwähnte auch als erster Europäer die Pflanze, aus jener der Roibos-Tee gemacht wird. Thunberg bereiste Japan, Indonesien und in mehreren Reisen Südafrika.
Fürst Carl August ließ 1827 neue Pflanzen für den Botanischen Garten Weimar besorgen. Darunter war eine noch unbekannte Pflanze, auf die er Johann Wolfgang von Goethe, dem er einen Ableger überließ, aufmerksam machte. Um sich Klarheit zu verschaffen, schrieb Goethe im Januar 1828 einen Brief mit einer Beschreibung an den befreundeten Prager Botaniker Kaspar Maria von Sternberg. Auch diesem war die Pflanze unbekannt, deshalb besorgte sich Goethe eine weitere Pflanze von Carl August, die am 20. März zur Untersuchung an von Sternberg versendet wurde. Die Pflanze wurde während des Transports durch Kälte geschädigt und war dadurch unbestimmbar, doch im Laufe des Sommers gelang es, sie zur Blüte zu bringen. Im September veröffentlichte er eine Beschreibung der Pflanze, die er Anthericum comosum nannte. Später wurde sie in eine eigene Gattung Chlorophytum überführt.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig für Bayern (Hassler & Muer 2022, Hand & Thieme 2023) und 1913 für Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1915) angegeben. Die Art ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht angegeben. Sie ist nicht winterhart, daher ist ein subspontanes Vorkommen unwahrscheinlich.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 2011 und 2015 auch für Belgien (Verloove 2021) und Italien (Galasso & al. 2024) angegeben.
 

 

Quellen

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wolverton B. C., R. C. McDonald &. E. A. Watkins (1984): Foliage Plants for Removing Indoor Air Pollutants from Energy-Efficient Homes. In: Economic Botany. Band 38(2): 224–228.

Zimmermann F. (1915): Neue Adventiv- und neue Kulturpflanzen nebst einigen für die Pfalz neue Formen aus der einheimischen Flora der Pfalz – Mitteilungen der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora 3 (11): 237-241.