Ceratopteris

Sumatrafarn, Saumfarngewächs, Pteridaceae

Gattung:

Ceratopteris umfasst etwa 6 Arten (Kew 2022) in den Tropen und Subtropen.
 

Ceratopteris thalictroides 

Feinblättriger Sumatrafarn,
Ceratopteris thalictroides 
Saumfarngewächs, Pteridaceae

 

Steckbrief:

Bis 70 cm langer, hellgrüner, weicher, fein gegliederter, mehrjähriger Wasserfarn in oder zumindest beim Wasser wachsend mit schwammigen, luftgefüllten Stielen und unterschiedlich aussehenden sterilen und fruchtbaren Wedeln. Fertile Wedeln blassgrün, zur Reife braun.
 

Heimat:

Pantropisch. Weit verbreitet in den Tropen und Subtropen der Erde. In den Herkunftsländern wächst die Art in seichten Stillgewässern sowie auf periodisch überfluteten Böden und in Reisfeldern (Dostál & Reichstein 1984).
 

Nutzung:

Als Aquarienpflanze, in den Tropen als Gemüse- bzw. Salatpflanze. Die Art wird von Joshi & al. (2019) aufgrund seines hohen medizinischen Wertes, trotz angeblicher karzinogener Inhaltstoffe, als „bedeutender Farn“ beschrieben (Stöhr & al. 2021).
 

Ausbreitung:

Die Art wurde 1872 aus Brasilien nach Großbritannien gebracht (Brito & al. 2015). Der Farn beeinflusst die einheimische Unterwasservegetation, indem er ein dichtes, geschlossenes Blätterdach aus schwimmenden Pflanzen bildet, das andere Arten beschattet und verdrängt. Ceratopteris thalictroides gilt in Teilen Westaustralien als invasiv. Andererseits bietet der Feinblättrige Sumatrafarn einen wertvollen Lebensraum für seltene und gefährdete Wirbellose in den Millstream-Kanälen in Australien, weshalb dort seine Ausrottung nicht empfohlen wird, lediglich seine Kontrolle (Carey & al. 2018). In anderen Ländern wie auf Kuba oder Hawaii wird von einem Rückgang der Art berichtet (CABI 2021)
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
Die erste Angabe zum Fundort im Ausfluss des Villacher Thermalbades findet sich in Janchen (1964), wo die Art von dieser Lokalität als „eingebürgert“ geführt und mit „seit mehreren Jahren mit starker vegetativer Vermehrung durch Brutknospen“ beschrieben wird. In Melzer (1968) findet sich dann: „Unter den weiteren Begleitpflanzen [von Cabomba caroliniana] fällt besonders Ceratopteris thalictroides, der Wasserhornfarn auf, der mit seinen zerteilten und vielgestaltigen Wedeln eher einer sterilen Umbellifere gleicht, denn einem Farngewächs. Er hat sich infolge seiner zahlreichen Brutknospen ebenso wie Hydrilla spec. gut gehalten, trotz einer inzwischen erfolgten intensiven Reinigung des Bachbettes, einer teilweisen Ausbaggerung und Plünderungen durch ,Wasserpflanzenliebhaber‘.“ Noch 1983 schreibt Helmut Melzer, dass er die Art hier ein Jahr zuvor angetroffen habe (Melzer 1983). Auch Dostál & Reichstein (1984) nennen die Art als eingeschleppt und eingebürgert. Rund zehn Jahre später erwähnen Hartl & al. (1992), dass Ceratopteris thalictroides im Warmbach „in den letzten Jahren nicht mehr beobachtet“ worden sei (Stöhr & al. 2021). Eigene Nachsuchen 2022 und 2024 blieben ebenfalls erfolglos.
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. (seit) 1872 auch in Großbritannien (CABI 2021) und seit 1968 in Ungarn (Seebens & al. 2017). In Westaustralien lokal invasiv (Cabi 2021).

 

Quellen

Brito M. R. de, Lughadha E. N., Duarte L. F. D. & Senna-Valle, L. de (2015): Exchange of useful plants between Brazil and England in the second half of the nineteenth century: Glaziou and the botanists of the Royal Botanic Gardens, Kew - Kew Bulletin, 70(1): 4.

CABI (2021): Invasive Species Compendium - https://www.cabi.org/publishing-products/invasive-species-compendium/

Carey N., Strachan S. R. & Robson B. J. (2018): Impacts of Indian waterfern (Ceratopteris thalictroides (L.) Brongn.) infestation and removal on macroinvertebrate biodiversity and conservation in spring-fed streams in the Australian arid zone. Aquatic Conservation: Marine and Freshwater Ecosystems, 28(2): 466-475.  

Dostál J. & Reichstein T. (1984): Gustav Hegi Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Bd. 1: Pteridophyta, Teil 1. – 3. Aufl. – Berlin & Hamburg: Paul Parey.

Hartl H., Kniely G., Leute G.H., Niklfeld H. & M. Perko (1992): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Kärntens. — Klagenfurt, 451 S.

Janchen E. (1956–1966): Catalogus Florae Austriae, mit 3 Ergänzungsheften, Springer, Wien.



Joshi B., Tewari S., Srivastava A. & Mishra R. K. (2019): Ecology and ethnobotany of Ceratopteris thalictroides (L.) Brongn. – In Chauhan A. & Bharti P. K. (Eds.): Horticulture and ecology – Studies and Management: pp. 140–146. – New Dehli: Discovery Publishing House.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Melzer H. (1968): Notizen zur Adventivflora von Kärnten. Carinthia II, 78 (158): 127—138.

Melzer H. (1983): Floristisch Neues aus Kärnten – Carinthia II 173/93: 151-165.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Stöhr O., A. Berger, J. Baldinger, M. Hohla, C. Langer, H. Meindl, K. Moosbrugger, G. Pflugbeil, P. Pilsl, N. Sauberer, R. Schwab, M. Thalinger, H. G. Zechmeister & C. Gilli (2021): Cyrtomium fortunei, Onoclea sensibilis und Osmunda regalis neu für Österreich sowie eine aktualisierte Übersicht neophytischer Gefäßkryptogamen Österreichs - Neilreichia 12: 105–144.