Celosia

Brandschopf, Amarantgewächs, Amaranthaceae

Gattung:

Celosia umfasst etwa 46 Arten (Kew 2022) vor allem in den Tropen und Subtropen mit Verbreitungsschwerpunkten in Afrika und Amerika. Im Gartenbau gängig ist nur C. argentea.
 

 

Celosia argentea

Silber-Brandschopf,
Celosia argentea (inkl. C. cristata)  
Amarantgewächs, Amaranthaceae

 

Steckbrief:

20−80 cm hohe Mehrjährige, die meist einjährig kultiviert wird. Blätter wechselständig, gestielt, mit breit-lanzettlicher bis schmal-eiförmiger Spreite. Blüten zwittrig, mit 3−5 dünnen Blütenhüllblättern, zu vielen vereint in endständigen und axillären Rispen oder Ähren. Staubfäden basal mit dem Kelch verwachsen. Blüten der Kulturpflanzen mannigfaltig von weiß über orange bis purpurrot. Blütezeit Juni bis September.
 

Heimat:

Wahrscheinlich im tropischen Afrika.
 

Nutzung:

Als Zierpflanze vor allem in den Varietäten cristata und plumosa, in zahlreichen Sorten wie `Caracas´, `Deep Purple´ oder `Orange´. In der Natur scheinen die Varietäten cristata und plumosa nicht vorzukommen, da die Pflanzen durch ihre verbänderten Blüten wenig Samen produzieren. Die Abstammung dieser Zuchtformen ist trotz mehrerer Untersuchungen unklar. In den Tropen wird die Art als Gemüse genutzt, im südlichen Nigeria ist sie das meistverwendete Blattgemüse. Auf Neuguinea auch als Färbepflanze zum Rotfärben von Netzen und Stricken genutzt (Mansfeld 1986).
Studien zeigten, dass der Silber-Brandschopf Striga aus Feldern vertreibt. Striga ist eine Gattung von Schmarotzern aus der Familie der Sommerwurzgewächse. Sie gilt als größter Feind der Nahrungsmittelproduktion in den Savannengebieten Afrikas. Insbesondere Getreidekulturen befallende Wurzelparasiten der Gattung Striga konnten durch gemeinsame Aussaat mit Silber-Brandschopf von Feldern ferngehalten werden. Der Ertrag wurde erheblich gesteigert. Der Mechanismus scheint eine von der Pflanze erzeugte und in mehreren Metern Umkreis wirksame Verbindung zu sein, die bei Striga vorzeitige und suizidale Samenbildung verursacht.

 

Ausbreitung:

Die Varietäten cristata und plumosa sind von kulturellen Erwähnungen aus Indien, China und Burma bekannt, wo sie seit langer Zeit in der Umgebung religiöser Stätten und in Gärten angepflanzt werden. In Europa ist die Art seit Mitte des 16. Jahrhunderts in Gartenkultur, im Gebiet seit etwa 1570 (Hegi 1979).
 
DEUTSCHLAND:
Selten subspontan, so 1992 in Bruchsal, 1908 in einem Stoppelacker bei Oftersheim und auf Schutt bei Schwetzingen in Baden-Württemberg (Ascherson & Graebner 1919, Hassler & Muer 2022), 2001 auf einer Erddeponie in Pocking und 2022 in der Eilderich-Lang-Straße München in Bayern (Hohla 2002, Meierott & al. 2024), in Hessen (Hand & Thieme 2023) und Coßmannsdorf in Sachsen (Probst 1949, Hand & Thieme 2023)
ÖSTERREICH:
2020 im Friedhof Zurndorf im Burgenland (Gilli & al. 2022, Adler in: Pachschwöll & al. 2025), 1986 in Klagenfurt-Hörtendorf in Kärnten (Melzer 2003), Salzburg (Essl & Rabitsch 2002) und in Wien im Augarten (Adler & Mrkvicka 2003). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1971 (Forstner & Hübl 1971, Glaser & al. 2025). Eine Fundangabe für Salzburg wird in Glaser & al. (2025) als irrig geführt.
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), Italien (Galasso & al. 2024), Großbritannien (Clement & Foster 1994) und 1902 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

 

Quellen

Adler (2025) in: Pachschwöll C., Gilli C. & H. Niklfeld (2025): Floristische Neufunde (509–620) – Neilreichia 15: 127–248.

Adler W. & Mrkvicka Ch. (2003): Die Flora von Wien - gestern und heute – Verlag des Naturhistorischen Mus. Wien, 831 S.

Ascherson P. & P. Graebner (1896-1939): Synopsis der mitteleuropäischen Flora. 12 Bände Leipzig, Gebr. Bornträger.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants of the British Isles. – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Essl F. & Rabitsch W. (2002): Neobiota in Österreich. – Wien, Umweltbundesamt; 432 S.

Forstner W. & E. Hübl (1971): Ruderal-, Segetal-und Adventivflora von Wien – Verlag Notring, Wien.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297-340.

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
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Gilli G., L. Schratt-Ehrendorfer, U. Raabe, T. Barta, S. Weiss, G. Király, J. Weinzettl, K. Tkalcisics, R. Albert, S. Dunkl, P. Englmaier, K. Grafl, M. Hofbauer, G. Karrer, G. Kniely, H. Niklfeld, H. Schau u. E. Wukovatz (2022): Checkliste und Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen des Burgenlandes – Land Burgenland 21: 1−80.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

 



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.

Hegi G. (1979): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 3 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 453–1264.

Hohla M. (2002): Agrostis scabra Willd. neu für Oberösterreich sowie weitere Beiträge zur Kenntnis der Flora des Innviertels und Niederbayerns – Beitr. Naturk. Oberösterreichs 11: 465–505.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 1, 578 Seiten, Springer-Verlag.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Melzer H. (2003): Sporobolus vaginiflorus (Poaceae), ein Neubürger aus Nordamerika, lange übersehen in Österreich- und anderes Neue zur Flora von Kärnten – Neilreichia-Verein zur Erforschung der Flora Österreichs 2-3: 131–142.

Probst R. (1949): Wolladventivflora Mitteleuropas – Solothurn. 192 Seiten.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be