Cedrus

Zeder, Kieferngewächs, Pinaceae

Gattung:

Cedrus umfasst etwa 3 Arten (Kew 2022) in Nordwest-Afrika (C. atlantica), dem östlichen Mittelmeergebiet (C. libani, inkl. C. brevifolia) und im Himalaya (C. deodara). Alle Arten werden in Mitteleuropa als Zierpflanzen kultiviert.
 

 

Cedrus atlantica

Atlas-Zeder,
Cedrus atlantica
(Syn.: C. libanii subsp. atlantica)  
Kieferngewächs, Pinaceae

 

Steckbrief:

Bis 35 m hoher, langlebiger, immergrüner, getrenntgeschlechtlicher Baum mit büschelig angeordneten, 1,5−2,5 cm langen, rund 1 mm breiten, bläulichgrünen Nadeln. Männliche Blütenzapfen blassgelb, zylindrisch, weibliche Blütenzapfen grün bis rötlich, unscheinbar. Reife Zapfen 5−8 cm lang, aufrecht. Blütezeit September bis Oktober.
Verwechslungsmöglichkeit: Cedrus deodara hat längere, 3−4 cm lange Nadeln und durchsichtige Nadelspitzen.
 

Heimat:

Gebirge Nordwest-Afrikas (Atlas- und Rif-Gebirge). Ihre Waldfläche umfasst derzeit rund 140.000 ha, die auf teilweise stark degradierten Standorten stocken. 
 

Nutzung:

Häufig als Ziergehölz gepflanzt, besonders in blaunadeligen Sorten, so etwa `Glauca´, eine Sortengruppe mit graublauen Nadeln oder `Glauca Pendula´ (1900) mit graublauen Nadeln und überhängendem Wuchs. `Aurea´ (1900) hat anfangs gelblichen Nadeln (Bärtels & Schmidt 2014). Die Art ist widerstandsfähig gegenüber Immissionen, hitzeverträglich, unempfindlich gegenüber sommerlicher Lufttrockenheit, windbruchgefährdet und in guten Böden in der Bewurzelung instabil (Bruns 2009). Zedernöl wird in der Parfümherstellung genutzt, allerdings entstammt es nicht der Zeder, sondern ist ein Destillat des Virginia-Wacholders, Juniperus virginica. Auch der Begriff „Zedernholz“ umschließt im Handel eine ganze Reihe wohlriechender Hölzer verschiedener Herkunft (Düll & Kutzelnigg 2022).  
 

Ausbreitung:

In Europa wurde die Atlas-Zeder um 1839 als Zier- und Parkbaum eingeführt.
DEUTSCHLAND:
Ganz vereinzelt subspontan, so in Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2023), bei Siegburg, Bad Honnef und 2020 nahe Lousberg in Aachen in Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015, BBV 2021) und in Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Großbritannien (Clement & Foster 1994) und Italien (Galasso & al. 2024). In Frankreich wird die Atlaszeder seit Mitte des 19. Jahrhunderts für die Wiederaufforstung von devastierten und erosionsgefährdeten Flächen verwendet (Waldwissen 2017)

 
Weitere Art:

Cedrus deodora

Im westlichen Himalaya ist die Himalaya-Zeder, Cedrus deodora, beheimatet. Sie wurde 1822 in Europa eingeführt und wird hier als Zierbaum kultiviert. In zahlreichen Sorten, alphabetisch von `Albospica´ (1867) bis `Yellow Fontaine´. Die Art ist stadtklimafest und spätfrostgefährdet (Bruns 2009)
Sehr selten findet sie sich im Gebiet subspontan, so 2010 in Ostfildern-Kemnat in Baden-Württemberg (Smettan 2011, Hand & Thieme 2023) und Silberleiten bei Terlan, Terlan an der alten Möltnerstraße, Gaulschlucht bei Lana, Bachbett bei Oberlana nahe der Falschauerbrücke, Nals Richtung Prissian, Bozen-St. Johann, Bozen-Gries, Vilpian und Sinich östlich vom Sinichkopf in Südtirol (Wilhalm & al. 2007). Subspontan u.a. auch in Großbritannien (Clement & Foster 1994) und Italien (Galasso & al. 2024).
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2021): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2020 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 12: 199-278.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Düll R. & H. Kutzelnigg (2022): Die Wild- und Nutzpflanzen Deutschlands. 9. erw. Aufl. – Wiebelsheim. 948 S.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297-340.



Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Smettan, H. W. (2011): Gebietsfremde Gehölze auf den Fildern. – Jahreshefte Ges. Naturkunde Württemberg 167: 409–447.

Waldwissen.net (2017): gemeinsames Projekt von: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft; Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft; Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft; Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg – http://www.waldwissen.net/

Wilhalm T., Hilpold A., Stockner W. & Tratter W. (2007): Für die Flora Südtirols neue Gefäßpflanzen (4): Ergebnisse der floristischen Kartierung – Gredleriana 7: 99–126.