Carlina

Eberwurz, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Carlina umfasst, exklusive Atractylis und Chamaeleon, etwa 30 Arten (Kew 2022) in Eurasien und Nordafrika. Mannigfaltigkeitsgebiet ist der Mittelmeerraum. 
 

Carlina acanthifolia 

Akanthus-Eberwurz,
Carlina acanthifolia 
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

5–10 cm hohe Staude mit rosettigen Grundblättern. Blätter bis wenig über die Mitte fiederteilig mit stachelig gezähnten Abschnitten, unterseits spinnwebig-filzig. Blütenkorb sitzend, 5–10 cm im Ø, umgeben von goldgelb gefärbten inneren Hüllblättern. Blütezeit Juli bis September.
 

Nutzung:

Selten als Zierstaude. In gärtnerischer Kultur seit spätestens 1818 (Jäger & al. 2008).
 

Ausbreitung:

Beheimatet in den 3 Unterarten acanthifolia, cynara und utzka in den südeuropäischen Gebirgen von der Iberischen Halbinsel bis in die Ukraine. Sonst örtlich eine verwilderte Zierpflanze, zum Teil angesalbt (Hensen & al. 2011).
 
DEUTSCHLAND: 
In einem Trockenrasen an der Enz zwischen Lomersheim bei Mühlacker und Mühlhausen in Baden-Württemberg. Hier seit etwa 1970 und sich bis heute haltend (Sebald & al. 1996, Breitfeld & al. 2021). In Bayern am Juratrauf oberhalb Tiefenellern im Bereich eines ehemaligen Werkkalk-Steinbruchs und eines Trockenrasens aus einem Wochenendgrundstück heraus verwildert (Hetzel 2006). Hier von 1945 bis zumindest 2018 bekannt. 1983 in über 200 Pflanzen beobachtet, inzwischen durch Verbuschung zurückgegangen und am Erlöschen (Walter 1984, Meierott & al. 2024). Weiters 1985 an einem steilen Südhang in Burggrub bei Heiligenstadt in Bayern (Lippert & Meierott 2014, Meierott & al. 2024) und in Neinstedt in Richtung Bad Suderode in Sachsen-Anhalt vermutlich aus einer ehemaligen Pflanzung hervorgegangen (Kästner 2002). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) für Sachsen-Anhalt nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Art:

Carlina lanata

Im Mittelmeergebiet ist die Wollige Eberwurz, Carlina lanata, beheimatet, die im Gebiet 1907 für den Hafen von Mannheim in Baden-Württemberg angegeben wird (Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2023).
 

 

Quellen

Breitfeld M., Hertel E. & A. Baumann (2021): Flora Adventiva, eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden. 677 S.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hensen I., Welk E., Schubert K. & Seidler G. (2011): Prognosen zur Ausbreitung von Neophyten - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg   http://chorologie.biologie.uni-halle.de//neophyten/NEO_MAP98.html

Hetzel G. (2006): Die Neophyten Oberfrankens. Floristik, Standortcharakteristik, Vergesellschaftung, Verbreitung, Dynamik. — Diss. Univ. Wurzburg, 160 S.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kästner A. (2002): Virtual Herbaria JACQ – Carlina acanthifolia – https://herbarium.univie.ac.at



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2014) – Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Bayerische Botanische Gesellschaft, München, 407 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Sebald O., Seybold S, Philippi G. & Wörz A. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 6: Valerianaceae bis Asteraceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Wagenitz G. (1987): in Gustav Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI, Teil 4, 2.Auflage. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg. 863 S.

Walter E. (1984): Die Akanthusblättrige Eberwurz (Carlina acanthifolia All.) – ein neuer Gast der Flora von Bamberg. – Naturforschende Gesellschaft Bamberg, 59. Ber.: 111 – 116.