Cardiospermum

Ballonrebe, Seifenbaumgewächs, Sapindaceae

Gattung:

Cardiospermum umfasst etwa 10 Arten (Kew 2022) in den Tropen und Subtropen weltweit.
Cardiospermum grandiflorum, eine amerikanische Art, die bisher subspontan im Gebiet noch nicht auftrat, ist seit 2019 auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung (Nehring & Skowronek 2023).

 

Cardiospermum halicacabum 

Ballonrebe,
Cardiospermum halicacabum  
Seifenbaumgewächs, Sapindaceae

 

Steckbrief:

Bis 2 m hohe, einjährige Schlingpflanze, deren Stängel am Grunde nur ca. 3 mm dick ist. Blätter wechselständig, doppelt dreizählig, kahl oder flaumig behaart, Endblättchen rautenförmig-lanzettlich. Blüten klein, weiß, eingeschlechtlich mit vier ungleich grossen Kelchblättern in seitlichen, wenigblütigen Trugdolden. Die etwa 3 cm lange Frucht ist eine ballonförmig aufgeblasene, nahezu runde Kapsel. Sie enthält die charakteristischen Samen mit dem herzförmigen weissen Fleck. Blütezeit Juni bis September.
 

Heimat:

Tropen und Subtropen von Amerika, Afrika, Südasien und Australien.
 

Nutzung:

Aufgrund der kugeligen Kapselfrüchte und der hübsch gezeichneten Samen, weshalb die Pflanze auch „Herzsame“ genannt wird, selten als Zierpflanze. Die grünen Pflanzenteile werden als Gemüse genutzt. Vor allem in der Homöopathie wird die Ballonrebe zur Behandlung ekzematischer Haut eingesetzt. Hierfür wird aus den blühenden Pflanzenteilen eine Urtinktur hergestellt.
 

Ausbreitung:

In Europa seit Mitte des 16. Jahrhunderts kultiviert (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
Unbeständig ehemals bei der Ölfabrik Mannheim in Baden-Württemberg (Krause 1902, Lutz 1910, Hand & Thieme 2023) und 1926 am Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf und 1932 am Güterbahnhof Dortmund-Süd in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1937) angegeben. Die Art ist in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) für NRW nicht angegeben

ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 1994 auch in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), in Schweden (Seebens & al. 2017) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
 

Quellen

Bonte L. (1937): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes 1930-1934 – Decheniana 94: 107-142.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Krause E. H. L. (1902): J. Sturm´s Flora von Deutschland. 6. & 7. Band. 2. Auflage. Lutz, Stuttgart.



Lutz F. (1910): Zur Mannheimer Adventivflora seit ihrem ersten Auftreten bis jetzt – Mitt. d. Badischen Landesvereins f. Naturkunde 247/248: 365–376.

Nehring S. & S. Skowronek. (2023): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 - Dritte Fortschreibung 2022 (bsz-bw.de) BfN-Schriften 654-2023

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be