Calamagrostis

Reitgras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Calamagrostis umfasst, inkl. Deyeuxia, etwa 181 Arten (Kew 2022) im größten Teil der Erde. Mannigfaltigkeitszentrum ist Südamerika. Hybriden werden leicht gebildet, sind aber stets steril und pflanzen sich vegetativ fort.
 

Calamagrostis brachytricha 

Diamant-Reitgras,
Calamagrostis brachytricha  
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

60−120 cm hohe, sommergrüne Staude mit horstigem Wuchs und kurzen Ausläufern. Blätter linealisch, überhängend, glänzendgrün. Blütenrispen straff aufrecht, walzenförmig, silbrigweiß. Blütezeit September bis Oktober.
Verwechslungsmöglichkeit: In gärtnerischen Anlagen fällt die Sippe gegenüber C. arundinacea durch deutlich kürzere Ausläufer und die auch im Fruchtzustand noch deutlich spreizende Rispe auf.
 

Heimat:

Ostasien.
 

Anmerkung:

Die Art wird von manchen Taxonomen als Synonym zu Calamagrostis arundinacea verstanden. Das in der heimischen Gartengestaltung kultivierte C. brachytricha unterscheidet sich aber deutlich von C. arundinacea.
 

Nutzung:

Im Gartenhandel als Zierstaude, oft auch unter den niemals gültig veröffentlichten Namen Achnatherum brachytrichum oder Stipa brachytricha geführt.
Diese Sippe wurde mehrfach in Kultur genommen: Darke (2007) verweist auf fertile und durch Saatgut vermehrte Pflanzen, die aus einer Aufsammlung von R. Lighty, 1966, aus dem Inneren Südkoreas stammen und heute überall, auch als Saatgut, erhältlich sind. Material aus einer Neuaufsammlung von Mona Holmberg und Ulf Strindberg aus Korea wurde von Coen Jansen (Dalfsen, Niederlande) vegetativ vermehrt und als Kultivar `Mona´ vermarktet, der im Pflanzen-Versandhandel zu beziehen ist (Englmaier & Münch 2019).

 

Ausbreitung:

Verwildert aus Pflanzungen wie öffentlichen Grünflächen und Gärten. Die Pflanzen sind teilweise apomiktisch (Tateoka 1969), ein allfälliges Einkreuzen in heimische C. arundinacea-Bestände ist jedoch nicht auszuschließen (Englmaier & Münch 2019).
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
2017 um die Kirche Maria vom Siege am Mariahilfer Gürtel im 15. Wiener Gemeindebezirk (Englmaier & Wilhalm 2018, Vitek & al. 2021).
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

Darke R. (2007): The encyclopedia of grasses for livable landscapes – Portland, Oregon: Timber Press.

Englmaier P. & Münch M. (2019): Potenziell verwilderungsfähige Gräserarten aus dem Zierpflanzen- und Saatguthandel: Steht die nächste Invasionswelle vor der Türe? – Neilreichia 10: 97−125.

Englmaier P. & Wilhalm T. (2018): Alien grasses (Poaceae) in the flora of the Eastern Alps: Contribution to an excursion flora of Austria and the Eastern Alps – Neilreichia 9: 177–245.



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Tateoka T. (1969): A cytotaxonomic study of the Calamagrostis arundinacea complex (Gramineae) in Japan. – Bull. Natl. Sci. Mus. Tokyo 12: 273–289.

Vitek E., W. Adler & A. Mrkvicka (2021): Neues von der Flora Wiens – Neilreichia 12: 219-290.