Brachyscome

Blaugänseblümchen, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Brachyscome umfasst etwa 97 Arten (Kew 2022) in Australien, Neuseeland und Neuguinea.
 

Brachyscome iberidifolia

Schleifenblumen-Blaugänseblümchen,
Brachyscome iberidifolia
(Syn.: Brachycome iberidifolia)  
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

10−40 cm hohe Einjährige mit niederliegendem bis aufsteigendem Wuchs und zart gefiederten bis ungefiederten, wenig gezähnten Blättern. Blütenkörbe mit 20−28 helllila, bei Kultursorten auch andersfärbigen Zungenblüten und gelben Röhrenblüten mit einem Durchmesser von 18−25 mm. Blütezeit Juni bis September. 
 

Name:

Der botanische Gattungsname wird auch in der nicht korrekten Form Brachycome zufolge der Erstbeschreibung durch Cassini verwendet. Ein Antrag auf offizielle Festlegung des Gattungsnamens auf diese Schreibform wurde aber 1993 abgelehnt und Brachyscome als gültiger Gattungsname beibehalten.
 

Heimat:

Westliches und zentrales Australien.
 

Nutzung:

Zierpflanze, in zahlreichen Sorten, so `Fragrant Fancy´, `Blausternchen´, `Purple Splendor´ und `Bravo Violett´.
 

Ausbreitung:

In Europa seit spätestens 1843 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). In den 1980er-Jahren wurden Samen der Wildform gezielt in Australien gesammelt. An der deutschen Forschungsanstalt Geisenheim, deren Aufgabe zu diesem Zeitpunkt unter anderem das Testen verschiedener australischer Wildpflanzen als potentielle Zierpflanzen war, wurde deren Eignung als blühende Beet-, Balkon- und Ampelpflanze getestet. Nach erfolgreichen Ansätzen wurde die mittlerweile als „Blaues Gänseblümchen“ bezeichnete Pflanze kommerziell weitergezüchtet. Bis heute sind zahlreiche Sorten entstanden.
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
Ehemals vorübergehend bei Innsbruck in Nordtirol (Hegi 1979, Glaser & al. 2025). Die Art wird in der „Roten Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols“ (Pagitz & al. 2023) nicht geführt.
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
Weitere Art:

Brachyscome graminea

Im südöstlichen Australien einschließlich Tasmanien ist das Gras-Blaugänseblümchen, Brachyscome graminea, beheimatet. Es wird 1936 als Wolladventive für Cossmannsdorf in Sachsen angegeben (Probst 1949, Hand & Thieme 2023).
 

Quellen

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1979): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 3). 2.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 366 S.



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol Band 16.

Probst R. (1949): Wolladventivflora Mitteleuropas – Solothurn. 192 Seiten.