Bouteloua

Moskitogras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Bouteloua umfasst etwa 56 amerikanische Arten (Kew 2022) mit Mannigfaltigkeitszentrum in Mexiko und den angrenzenden südwestlichen USA.
 

Bouteloua gracilis  

Zierliches Moskitogras,
Bouteloua gracilis  
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

20−40 cm hohe Mehrjährige mit linealen, bis zu 50 cm langen, etwas überhängenden Blättern. Blütenrispen mit 2−4 Blütenähren, die aus 40−90 dicht stehenden Ährchen bestehen und waagrecht oder schräg-aufwärts vom Trieb abstehen. Blütezeit Juli bis September.
 

Name:

Benannt zu Ehren der Brüder Claudio Boutelou (1774−1842) und Esteban Boutelou (1776−1813), spanische Botaniker und Agrarökonomen mit gärtnerischen Wurzeln in der Schweiz. Claudio Boutelou ist zu verdanken, dass während der französischen Invasion die Zerstörung des Botanischen Gartens Madrid verhindert werden konnte. Er wurde 1816 in Alicante Professor für Agrikultur und gleichzeitig betraut mit der Trockenlegung von Sumpfgebieten des Guadalquivir. Er verfasste wichtige Werke zu Landwirtschaft und Gartenbau. Esteban Boutelou war zuständig für die königlichen Gärten und Professor für Agrikultur und Ökonomie am Botanischen Garten in Madrid. Er schrieb u.a. Arbeiten zur Akklimatisation von exotischen Pflanzen in der Gartenkultur und befasste sich mit der Kultur diverser Rebsorten (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Westliches Nordamerika.
 

Nutzung:

Zunehmend oft gepflanzte Zierstaude. In ihrer Heimat ein wertvolles Weidegras, das Überweidung und Dürre gut standhält und zum Zwecke des Erosionsschutzes ausgebracht wird (Mansfeld 1986).
 

Ausbreitung:

Die Pflanzen werden gärtnerisch generativ vermehrt. Sie kommen auch in Mitteleuropa fallweise zur Fruchtreife, besonders nach warmen Sommerhalbjahren (Englmaier & Münch 2019).
DEUTSCHLAND:
1904 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Zimmermann 1913, Hand & Thieme 2023), ebenfalls 1904 für den Ludwigshafener Hafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1913) und 2012 für Bederwitz bei Hochkirch in der Lausitz Sachsens (Friese 2013, Hand & Thieme 2023) angegeben. Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1998) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Arten:

Bouteloua curtipendula

Das Hohe Moskitogras, Bouteloua curtipendula (Syn.: Andropogon curtipendulus) ist von Kanada bis Argentinien weit verbreitet und wird in ihrer Heimat als Weidegras und zum Schutz vor Erosion gesät, im Gebiet selten als Zierstaude genutzt. Subspontan wird es 2015 für München-Neuperlach in Bayern angegeben (Fleischmann 2018). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2022) nicht geführt, auch nicht in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
 

Bouteloua simplex

Weitverbreitet in Nord-, Mittel- und Südamerika von Wyoming bis Chile ist das Niederliegende Moskitogras, Bouteloua simplex (Syn.: B. procumbens), welches auch Gramagras genannt und im Gebiet 1940 von der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen adventiv angegeben wird (Gutte 2006, Hand & Thieme 2022 sub B. procumbens).
 

 

Quellen:

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

Englmaier P. & Münch M. (2019): Potenziell verwilderungsfähige Gräserarten aus dem Zierpflanzen- und Saatguthandel: Steht die nächste Invasionswelle vor der Türe? – Neilreichia 10: 97−125.

Fleischmann A. (2018): Pedicularis canadensis und einige andere neue, nordamerikanische Neophyten auf einer Grünfläche in München, in: Floristische Kurzmitteilungen - Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 88: 143-166.

Friese M. (2013): Bouteloua gracilis. In Otto H. W., Gebauer P. & Hardtke H. J.: Floristische Beobachtungen in Oberlausitz und Elbhügelland. – Ber. Naturforsch. Ges. Oberlausitz, Görlitz 21: 122.

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.