Bothriochloa

Bartgras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Bothriochloa umfasst etwa 37 Arten (Kew 2022) und ist auf allen Kontinenten beheimatet.
 

Bothriochloa barbinodis  

Wimperknoten-Bartgras,
Bothriochloa barbinodis  
Süßgras, Poaceae
 

Steckbrief:

60−120 cm hohe Ausdauernde mit knotigen Halmen und blaugrünen, 20−30 cm langen Blättern. Fruchtbare Ährchen mit einer bis zu 3,5 cm langen, gedrehten Granne, sterile Ährchen kleiner, grannenlos. Blütezeit Juli bis September.  
Verwechslungsmöglichkeit: Die Art ähnelt dem heimischen Bothriochloa ischaemum, ist aber hochwüchsiger (bis über 1 m hoch), hat bewimperte Knoten (bei B. ischaemum kahl), in den Ährchenpaaren ist das gestielte Ährchen deutlich kürzer als das sitzende (bei B. ischaemum sind beide etwa gleich groß).
 

Heimat:

Süd-, Mittel- und Nordamerika.
 

Nutzung:

Keine. In ihrer Heimat dient die dürretolerante Art als gutes Futtergras für Weidetiere und zum Wiederbegrünen von gerodetem Land. Es ist auch eine Zeigerpflanze für falsche Weidelandbewirtschaftung, da es eine der ersten Arten ist, die bei einer Überweidung verschwinden.  
 

Ausbreitung:

Das aus dem subtropischen Amerika stammende Wimperknoten-Bartgras ist seit den 1990er-Jahren als Neophyt in Südfrankreich bekannt und findet sich dort an Wegrändern, in Brachen und auf Äckern. Seit etwa 2005 breitet sich die Art rasant nach Norden aus. Patrice Prunier konnte das Gras 2018 beim Autobahnkreuz Perly im Kanton Genf beobachten. Es ist zu erwarten, dass es sich entlang der Verkehrsachsen nach Osten weiterverbreiten wird (Eggenberg & al. 2020).
DEUTSCHLAND:
Bisher in Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Mehrfach um den Genfer See in den Kantonen Waadt und Genf (Infoflora 2023).

 
 
Weitere Arten:

Bothriochloa pertusa

Das Durchlöcherte Bartgras, Bothriochloa pertusa, ist vom tropischen Afrika über Arabien bis Südost-Asien beheimatet und wird 1938 von Coßmannsdorf bei Dresden in Sachsen (Probst 1949, Hand & Thieme 2023) und von Derendingen im Kanton Solothurn (Conert 1998) eingeschleppt angegeben .
 

Bothriochloa saccharoides

Von Utah bis Südamerika ist das Silber-Bartgras, Bothriochloa saccharoides, beheimatet. Im Gebiet unbeständig angegeben wird es 1940 und 1941 aus Ulm-Söflingen in Baden-Württemberg (Müller 1950, Hand & Thieme 2023), 1909 aus Speyer in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1913, Hand & Thieme 2023), 1934 von der Kläranlage Leipzig-Rosental in Sachsen (Fiedler 1936, Hand & Thieme 2023) und aus Derendingen im Kanton Solothurn (Conert 1998, Hassler & Muer 2022).
 

Quellen

Conert H.J. (Hrsg.) (1998): in Hegi Gustav., Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 1 (Teil 3, Poaceae), 3. Neubearbeitete Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg.

Eggenberg S., B. Marazzi, A. Möhl & S. Helder (2020): Gekommen um zu bleiben - Internationale Neuankünfte in unserer Flora - Magazin_2020_Herbst_WEB.pdf (infoflora.ch)

Fiedler O. (1936): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig 1932–1936 und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte – Hercynia 1: 124–148.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Infoflora (2023): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Müller K. (1950): Beitrag zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs, Nachtrag – Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 23: 86-116.

Probst R. (1949): Wolladventivflora Mitteleuropas – Solothurn. 192 Seiten.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.