Betula

Birke, Birkengewächs, Betulaceae

Gattung:

Betula umfasst etwa 59 Arten (Kew 2022) auf der nördlichen Erdhalbkugel mit Hauptverbreitung in Asien.
 

Betula populifolia 

Grau-Birke,
Betula populifolia  
Birkengewächs, Betulaceae
 

Steckbrief:

Bis 8 m hoher, sommergrüner Baum mit aufrechtem Wuchs und unregelmäßiger Krone. Rinde junger Bäume dunkelbraun, später weiß-grau mit schwarzer Zeichnung bei den Astansätzen. Blätter oval, spitz zulaufend, dunkelgrün, Herbstfärbung gelb. Männliche Blütenkätzchen 5−8 cm lang, gelb, hängend, weibliche Blütenkätzchen kurz und stehend. Blütezeit April.
 

Heimat:

Östliches Nordamerika.
 

Nutzung:

Die Grau-Birke wird in Europa seit etwa 1750 kultiviert (Bärtels & Schmidt 2014). `Whitespire´ hat eine regelmäßige, pyramidenförmige Krone. Die Art spielt aber in der heimischen Garten- und Landschaftsgestaltung und auch in der Forstwirtschaft praktisch keine Rolle.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Angegeben für das Elbufer bei Hamburg-Nienstedten (Hegi 1981). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
Weitere Arten:

Betula alleghaniensis

Im östlichen Nordamerika ist die Gelb-Birke, Betula alleghaniensis, beheimatet. Sie findet sich seit etwa 1767 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014) und wird 1997 aus waldnahen privaten Parkanlagen in Lämmerbrunnen bei Niesky und vom Jänkendorfer Weg bei See-Schäferberg in Sachsen subspontan angegeben (Otto 2012). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
 

Betula lenta

Ebenfalls im östlichen Nordamerika ist die Zucker-Birke, Betula lenta, beheimatet. Sie war früher Hauptquelle zur Gewinnung von Salicylsäuremethylester, das unter anderem für Salben zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden genutzt wird. Aufgrund ihrer auffallenden herbstlichen Gelbfärbung des Laubes wird sie seit 1759 (Bärtels & Schmidt 2014) selten als Ziergehölz kultiviert. Sie wird im Gebiet für Berlin subspontan angegeben (Kowarik 1992). Eine Fundangabe aus Schleswig-Holstein wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als irrig geführt.
 

Betula maximowicziana

In Japan und auf den südlichen Kurilen ist die Lindenblättrige Birke, Betula maximowicziana, ursprünglich. Sie wird aufgrund ihrer beeindruckenden herbstlichen Gelbfärbung des Laubes und ihrer schönen Rindenzeichnung seit etwa 1888 (Bärtels & Schmidt 2014) als Ziergehölz kultiviert und konnte in Duisburg in Nordrhein-Westfalen subspontan gefunden werden (Keil & Loos 2005). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt
Die Art ist zu Ehren des russischen Botanikers Karl Johann Maximowicz (Carl Ivanovich Maximowitsch) (1827−1891) benannt. Maximowicz war am Botanischen Garten in St. Petersburg Konservator, Leiter des Herbars, Ordinarius und später Direktor des Botanischen Museums. Er reiste und sammelte vor allem in Asien, so 1853 bis 1856 im Amur-/Ussurigebiet, 1859 bis 1864 in der Mandschurei, in Korea und Japan und schrieb über die ostasiatische Flora (Burkhardt 2018).
 

Betula nigra

Im östlichen und zentralen Nordamerika ist die Schwarz-Birke, Betula nigra, beheimatet. Sie findet sich seit etwa 1736 in Kultur (Bärtels & Schmidt 2014) und wird vor allem in den Sorten `Heritage´ (1968) und `Summer Cascade´ (vor 2006) gezogen. Im Gebiet sehr selten subspontan, so ehemals für Hamburg-Nienstedten (Prahl & al. 1889) und Braunschweig in Niedersachsen (Brandes 2003) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
 
 

Betula papyrifera

In Nordamerika ist die Papier-Birke, Betula papyrifera, beheimatet. Ihre Rinde wurde von den amerikanischen Ureinwohnern als Schreibmaterial und zur Abdeckung beim Bau von Kanus genutzt.
Die Art wird im Gebiet aufgrund ihrer interessanten Rinde, die im Alter weiß wird und vom Stamm abblattet, seit 1876 selten als Zierbaum genutzt (Bärtels & Schmidt 2014) und konnte 1980 bis 1981 an der Saale beim Gradierbau der Saline nahe Hausen, 2002 bei Bischwind und 2009 beim Rangierbahnhof München-Nord in Bayern (Meierott & al. 2024) und in Bochum, Herne, Duisburg und Kamen in Nordrhein-Westfalen (Keil & Loos 2005, Loos 1997) subspontan gefunden werden. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt. Subspontan u.a. auch in Großbritannien (Clement & Foster 1994).

 
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Brandes D. (2003): Die aktuelle Situation der Neophyten in Braunschweig. — Braunschw. Naturk. Schr. 6: 705–760.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1981): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 3 (Teil 1). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 504 S.

Keil P. & Loos G.H. (2005): Non-established adventive plants in the western and central Ruhrgebiet (Nordrhein-Westfalen, Germany) – Elektronische Aufsätze der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet 5.



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Kowarik I. (1992): Einführung und Ausbreitung nichteinheimischer Gehölzarten in Berlin und Brandenburg – Verhandlungen des Botanischen Vereins Berlin und Brandenburg Beiheft 3: 1–188.

Loos G. H. (1997): Neophytische Kulturflüchtlinge im Stadtzentrum von Kamen/Westfalen – Decheniana 150: 5-26.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Otto H.-W. (2012): Die Farn- und Samenpflanzen der Oberlausitz. Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, Supplement zu Band 20, Görlitz.

Prahl P., von Fischer-Benzon R. & E. H. L. Krause (1889): Kritische Flora der Provinz Schleswig-Holstein, des angrenzenden Gebiets der Hansestädte Hamburg und Lübeck und des Fürstenthums Lübeck Teil 1. Kiel. 128 Seiten.