Axyris amaranthoides
Gewöhnliche Amarantmelde,
Axyris amaranthoides
Amarantgewächs, Amaranthaceae
Steckbrief:
20−80 cm hohe, aufrechte, verzweigte Einjährige mit kurz behaarten, oft rötlichen Stängeln. Blätter lanzettlich, 3−7 lang, 0,5−1,3 cm breit, ganzrandig, jung sternhaarig, später kahl, mit deutlich hervortretenden Adern, kurz gestielt. Männliche Blüten weißlich-grün mit herausragenden Staubblättern, weibliche Blüten einzeln in den Blattachseln, dicht behaart. Blütezeit Juli bis September.
Verwechslungsmöglichkeit: Axyris amaranthoides ähnelt oberflächlich Bassia scoparia, ist aber u.a. durch seine sternförmigen Haare zu unterscheiden.
Heimat:
Große Teile Asiens.
Nutzung:
Keine. Wird aber in der TCM etwa zur Linderung von rheumatischen Beschwerden oder zur Linderung von Schwellungen eingesetzt.
Schaden:
Der Pollen der windbestäubten Pflanze kann allergische Atemwegserkrankungen verursachen.
Ausbreitung:
Eingeschleppt vor allem mit Getreide und Wolle und u.a. auf Güterumschlagplätzen, bei Mühlen, in Hühnerhöfen und auf Müllhalden auftretend (Hegi 1979).
DEUTSCHLAND:
Unbeständig, so im Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Zimmermann 1910), in Berlin-Grunewald (Hegi 1979, Hand & Thieme 2023), in Hamburg-Reiherstieg, Oldenswort und Altona in Hamburg (Christiansen 1928, Hegi 1979, Hand & Thieme 2023), Stolp und Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Hegi 1979, Fukarek & Henker 2005), Osnabrück und Celle in Niedersachsen (Weber 1995, Hegi 1979), Rheine, Düsseldorf, Krefeld, Duisburg und Dortmund-Huckarde in Nordrhein-Westfalen (Scheuermann 1930, Weber 1995, Hegi 1979, Hand & Thieme 2023), 1955 und 1958 bei Leipzig in Sachsen (Hegi 1979, Hand & Thieme 2023), 1929 auf Schutt in Dessau und 1926 zwischen Zerbst und Jütrichau in Sachsen-Anhalt (Hegi 1979) und Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2023). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) für Baden-Württemberg nicht angegeben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Ehemals bei Wildegg im Aargau, Basel, Davos in Graubünden, Solothurn und Bahnhof Bürglen im Thurgau (Hegi 1979).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. seit 1924 auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012, Seebens & al. 2017), den Niederlanden (van der Meijden 2005), in Großbritannien (Clement & Foster 1994), seit 1953 in Tschechien (Pyšek & al. 2012), seit 1791 in Estland (Seebens & al. 2017), seit 1900 in Lettland (Seebens & al. 2017), seit 1929 in Polen (Seebens & al. 2017) und seit 1918 in Belgien (Verloove 2021). 1886 erstmals in Nordamerika in Manitoba neophytisch aufgetreten und sich dort stark ausbreitend und lokal als invasiv eingestuft (Hassler & Muer 2022).