Aster

Aster, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Aster, exkl. Afroaster, Bellidiastrum, Duhaldea, Eurybia, Galatella, Gymnaster, Ionactis, Kalimeris, Oclemena, Oligoneuron, Symphyotrichum und Tripolium, umfasst etwa 178 Arten (Kew 2022) vor allem in Eurasien und mit nur noch einer Sippe, Aster alpinus var. vierhapperi (Syn. A. culminis), in Amerika. Mannigfaltigkeitsgebiete sind China und Taiwan. Zytologische Studien haben die Gattungsgrenzen der ehemaligen Gattung Aster mit etwa 600 Arten erheblich verändert (Nesom 1994) und zahlreiche Arten in andere Gattungen wie Symphyotrichum, Eurybia, Galatella und Tripolium gestellt. Die nordamerikanischen Arten der ehemaligen Großgattung Aster s. l. mit Ausnahme von Aster alpinus var. vierhapperi sind mit den eurasischen nicht näher verwandt (Nesom 1994).
 

Aster tataricus

Tatarische Aster,
Aster tataricus,
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 150 cm hohe, langlebige, sommergrüne Staude mit straff aufwärts gerichteten Trieben und breit-lanzettlichen, lang zugespitzten Blattspreiten mit schwach gezähntem Blattrand. Zungenblüten 15−25, helllila. Röhrenblüten gelb. Blütezeit September bis November.
 

Heimat:

Ostasien von Sibirien bis Japan.
 

Nutzung:

Zierstaude, vor allem aufgrund der späten Blütezeit bis in den November hinein genutzt. So in den Sorten `Pfälzer Oktobergruß´ und `Jindai´. Die Blätter werden in ihrer Heimat für die Koreanische Küche verwendet. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Pflanze aufgrund ihrer antibakteriellen Wirkung genutzt.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Ehemals auf einem Schuttplatz im Osnabrücker Hafen in Niedersachsen (Koch 1936). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.  
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
 
Weitere Art:

Aster ageratoides

Die Leberbalsam-Aster, Aster ageratoides (Syn.: A. trinervius subsp. ageratoides), ist in Ostasien vom Amurgebiet bis Myanmar beheimatet. Die Art wird von manchen Autoren auch in A. trinervius inkludiert (z.B. Chen & al. 2011). Sie wird im Gebiet als herbstblühende Zierstaude vor allem für naturnahe Gärten genutzt. Die Sorten sind durchwegs Naturauslesen, so `Ashvi´ mit weißen Zungenblüten, `Asmoe´ mit hellpurpurnen Zungenblüten, `Asran´ mit blass violettrosa Zungenblüten und hohem Wuchs, `Ezo Murasaki´ mit violetten Zungenblüten, fo. yezoensis mit blass violettblauen Zungenblüten und var. adustus `Nanus´ mit blassblauvioletten Zungenblüten und niedrigem Wuchs. Trotz der zahlreichen Sorten wird die Art nur selten als Zierstaude genutzt, neuerdings aber vermehrt im öffentlichen Grün verwendet, vor allem in der Sorte `Asran´, wodurch in Zukunft vermehrt mit subspontanen Vorkommen zu rechnen ist (Verloove 2021).
Verwildert konnte sie 2023 in einer Mauerritze in der Haunsbergstraße in Oberndorf bei Salzburg im Bundesland Salzburg (pers. Mitt. von Peter Pilsl am 8. Okt. 2025) und 2021 östlich des Industrieparks am Rand des Lachforstes in Neukirchen an der Enknach bei Braunau in Oberösterreich gefunden werden (Hohla 2022). 2014 auch subspontan in Belgien (Verloove 2021), in Italien (Galasso & al. 2024) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Quellen

Chen Y.L., Brouillet L. & Semple J.C. (2011): Aster. In: Wu Z.Y. & Raven P.H. (eds.), Flora of China, vol. 20–21. Science Press, Beijing & Missouri Botanical Garden Press, St. Louis: 574-632.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hohla M. (2022): Flora des Innviertels – Stapfia 115, 720 S., unter besonderer Mitwirkung von F. Grims†, R. Krisai†, P.A.Kraml, S. Kellerer, G. Kleesadl, G. Pflugbeil, P. Pilsl, J. Samhaber, C. Schröck, J.A. Stemper, O. Stöhr & W. Zahlheimer.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Koch K. (1936): Nachtrag zur „Flora des Regierungsbezirkes Osnabrück und der benachbarten Gebiete“ – Veröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Osnabrück 23: 185-205.

Nesom G.L. (1994): Review of the taxonomy of Aster sensu lato (Asteraceae: Astereae), emphasizing the New World species. Phytologia 77: 141-297.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be