Asparagus

Spargel, Spargelgewächs, Asparagaceae

Gattung:

Asparagus umfasst etwa 215 Arten (Kew 2022) in Afrika und Eurasien. Mannigfaltigkeitszentrum ist Südafrika.
 

Asparagus verticillatus 

Quirl-Spargel,
Asparagus verticillatus 
Spargelgewächs, Asparagaceae

 

Steckbrief:

100–300 cm hoher, laubwerfender, zweihäusiger Kletterhalbstrauch, der sich spreizklimmend emporrankt. Scheinblätter scharf gerippt, mit dreikantigem Ø und papillös rauem Rand, 10–60 mm lang, 0,5–1 mm breit, zu 10 bis 20 an den Knoten angeordnet. Blattgrunddornen 3–5 mm lang. Blütenhülle halbkugelig, ca. 4 mm lang. Blütenstiel bis zu 5 mm lang. Beeren schwarz, ca. 8 mm im Ø. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Nutzung:

Selten als Zierpflanze für Hecken und Rankgerüste. `Floribundus´ ist eine reichblütige Form (Jelitto & al. 1990).
 

Ausbreitung:

Die in Südost-Europa und Südwest-Asien beheimatete Art ist seit spätestens 1752 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND: 
Subspontan in Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2023), in Bayern im mittleren Maintal bei Karlstadt, „Am Saupurzel“ südwestlich des Flugplatzes eingebürgert und sich selbstständig vermehrend (Dunkel 2006) und 1966 erstmals im Gebiet bei Naumberg zwischen Kleinjena und Großwilsdorf in Sachsen-Anhalt (Gutte & Köhler 1973, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
2023 im NSG Siegendorfer Puzsta im Burgenland (Sauberer & al. in: Pachschwöll & al. 2025), in Niederösterreich im Weinviertel nördlich von Schrattenberg bei Poysdorf an der österreichisch-tschechischen Grenze, 2021 bei der Marienkirche in Bad Deutsch-Altenburg und 2023 am Friedhof an der Marienkirche in Bad Deutsch-Altenburg (Danihelka & al. 2017, Sauberer & al. in: Pachschwöll & al. 2025) und auf einer grasigen Bahnböschung an der Grenzstraße in Wien (Barta 2020). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2017 (Glaser & al. 2025).


 
Weitere Arten:

Asparagus aethiopicus

Der Südafrikanische Spargel, Asparagus aethiopicus, ist entgegen seines botanischen Namens im südlichen Afrika beheimatet und findet sich in Äthiopien nur eingebürgert. Im Gebiet wird er selten als Zierpflanze genutzt und findet sich sehr selten verwildert oder verschleppt, so 1912 in Puchheim in Bayern (Vollmann 1912). Unglaubwürdig ist, dass am gleichen Ort im gleichen Jahr zwei verschiedene Arten einer selten subspontan auftretenden Gattung gefunden worden sein sollen, nämlich A. aethiopicus und A. densiflorus. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als fraglich für Bayern geführt. In der Flora Germanica (Hassler & Muer 2022) ist A. aethiopicus angegeben, nicht aber A. densiflorus. In der Flora von Bayern (Meierott & al. 2024) ist es genau umgekehrt (A. aethiopicus fehlt, A. densiflorus ist angegeben).
 

Asparagus densiflorus

Der im südlichen Afrika beheimatete Zier-Spargel, Asparagus densiflorus, ist in Europa seit spätestens 1890 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008) und wird besonders in der Sorte `Sprengeri´ häufig als Zimmerpflanze genutzt. Subspontan 1912 bei Puchheim in Bayern gefunden worden (Vollmann 1912).
Unglaubwürdig ist, dass am gleichen Ort im gleichen Jahr zwei verschiedene Arten einer selten subspontan auftretenden Gattung gefunden worden sein sollen, nämlich A. aethiopicus und A. densiflorus. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) für Bayern angegeben. In der Flora Germanica (Hassler & Muer 2022) ist A. aethiopicus angegeben, nicht aber A. densiflorus. In der Flora von Bayern (Meierott & al. 2024) ist es genau umgekehrt (A. aethiopicus fehlt, A. densiflorus ist angegeben).

Astragalus maritimus

Im nördlichen Mittelmeergebiet und im nördlichen Schwarzes Meer-Gebiet ist der Strand-Spargel, Asparagus maritimus, beheimatet. 
Er wird 1909 für den Ludwigshafener Hafen in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1913). Die Art wird in der Florenliste Deutschlands (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
 

Asparagus setaceus

Seit spätestens 1876 ist der in Ost- und Südafrika beheimatete Feder-Spargel, Asparagus setaceus (Syn.: A. plumosus), in Europa in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Im Gebiet tritt er ganz vereinzelt subspontan auf, so 1937 auf Schutt im Brühler Park Bonn in Nordrhein-Westfalen (Hupke 1938) und 1910 für Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1913, Hand & Thieme 2023). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als fraglich für NRW geführt, für Rheinland-Pfalz (Zimmermann!) ohne Fragezeichen angegeben. 2003 in einem Erlenbestand im Rückhaltebecken des Aldeinerbaches in Branzoll in Südtirol (Wilhalm & al. 2004). Der Feder-Spargel gilt in einigen Teilen der Tropen als invasiv.
 

Quellen

Barta T. (2020): Asparagus verticillatus: in Floristische Neufunde (376−429): Neilreichia 11: 165−227.

Danihelka J., Chytry K., Prokesova H. & Sedlacek V. (2017): Chrest preslenity (Asparagus verticillatus) lokalne zdomacnely na jizni Marove – Zpravy Ces. Bot. Spolec., Praha 52: 155-162.

Dunkel F. G. (2006): Neues oder Bemerkenswertes zur Flora Bayerns - Achillea roseoalba, Orobanche amethystea und andere Funde - Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 76:151–168.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Gutte P. & Köhler H. (1973): Beitrag zur Flora von Mitteldeutschland, insbesondere zur Flora von Leipzig. -Wissenschaftliche Zeitschrift derMartin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg, Mathematisch- Naturwissenschaftliche Reihe 22,6: 7-17.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hupke H. (1938): Adventiv- und Ruderalpflanzen der Kölner Güterbahnhöfe, Hafenanlagen und Schuttplätze. 1. Nachtrag – Repertorium specierum novarum regni vegetabilis XV. Beihefte CI: 187-204.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Jelitto L., Schacht W. & Feßler A. (1990): Die Freiland-Schmuckstauden – Ulmer Verlag Stuttgart, 4. Aufl. 683 S.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Sauberer N., U. Raabe & K. Hillebrand in: Pachschwöll C., Gilli C. & H. Niklfeld (2025): Floristische Neufunde (509–620) – Neilreichia 15: 127–248.


Vollmann F. (1912): Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und Gefäßkryptogamenflora von Bayern – Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der Flora 14: 109-144.

Wilhalm T., Zemmer F., Beck R., Stockner W. & Tratter W. (2004): Für die Flora Südtirols neue Gefäßpflanzen (3): Ergebnisse der floristischen Kartierung, vornehmlich aus den Jahren 2002–2004 – Gredleriana 4: 381–412.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.