Arnica

Arnika, Korbblüter, Asteraceae

Gattung:

Arnica umfasst etwa 31 Arten (Kew 2022), die zirkumboreal verbreitet sind mit Mannigfaltigkeitszentrum im westlichen Nordamerika.
 

Arnica chamissonis  

Chamisso-Arnika,
Arnica chamissonis  
Korbblüter, Asteraceae

 

Steckbrief:

20–80 cm hohe, dicht bis filzig behaarte Staude mit dünnen, langen, ausläuferartigen Rhizomen ohne Wurzelfasern. Stängelblattpaare 5–10, am Stängel verteilt, Blattspreite lanzettlich. Blütenkörbe 5–9, im Ø 2,5–4,5 cm. Früchte 4,8–6 mm lang. Blütezeit Juni bis Juli.
Verwechslungsmöglichkeit: Die heimische Echte Arnika, Arnica montana, hat 1–3 Stängelblattpaare, keine ausläuferartigen Rhizome und 1–3 Blütenkörbe je Stängel.
 

Name:

Benannt zu Ehren des deutschen Naturforschers, Dichters und Universalgelehrten Adelbert von Chamisso (1781–1838). Nach ihm tragen rund 150 weitere Pflanzenarten und die Gattungen Chamissoa aus der Familie der Amarantgewächse, Chamissonia aus der Familie der Nachtkerzengewächse und Adelbertia aus der Familie der Schwarzmundgewächse ihren Namen. Ebenso die Chamisso-Inseln in der Beringstraße und der Chamisso-Platz in Berlin-Kreuzberg
 

Nutzung:

Arzneipflanze, selten als Zierstaude.
 

Ausbreitung:

Nordamerikanische Art.
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
In Nordtirol im Sellrain-Ochsengartental unterhalb der Dortmunder Hütte im Böschungsbereich des Westdammes des Längentalspeichers in einer Seehöhe von 1840 bis 1900 m. Die Fläche wurde 1985 nach Bauarbeiten begrünt. Die Art dürfte als Verunreinigung mit der Wiederbegrünungssaatmischung eingebracht worden sein und konnte sich hier etablieren und ausbreiten und kann mittlerweile als eingebürgert gelten (Pagitz 2004, Pagitz 2005). Trotz des reichen Fruchtansatzes am Standort konnte bisher keine generative Vermehrung festgestellt werden. Mittels ihrer ausgeprägten vegetativen Vermehrung über teils lange unterirdische Ausläufer ist die Pflanze in der Lage, sich im Bestand zu halten und auszubreiten (Pagitz 2004). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1994 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
2021 in großen Beständen im Simplongebiet des Wallis gefunden (Brännhage 2021).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Schweden (Seebens & al. 2017), Finnland (Seebens & al. 2017) und Dänemark (Seebens & al. 2017).

 

Quellen

Brännhage J. (2021): Arnica chamissonis subsp. foliosa Simlon - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=4&t=3166

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Infoflora (2023): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Pagitz K. (2004): Ein Nachweis von Arnica chamissonis Less. in Nordirol (Austria) - Ber. nat.-med. Verein Innsbruck Band 91 S. 103-109.

Pagitz K. (2005): Neuheiten, besonders Neophyten, in der Tiroler Flora – Neilreichia 5: 115–129.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).