Arachis

Erdnuss, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Arachis umfasst etwa 83 Arten (Kew 2022) in Südamerika. Mannigfaltigkeitszentrum sind Bolivien, Brasilien und Paraguay.
 

Arachis hypogaea 

Erdnuss,
Arachis hypogaea  
Hülsenfrüchtler, Fabaceae
 

Steckbrief:

Bis 40 cm hohe, buschig wachsende Einjährige mit wechselständigen, paarig gefiederten Blättern und eiförmigen Blättchen. Schmetterlingsblüten gelb mit 4 zu einer Röhre verwachsenen Kelchblättern und einem freien Kelchblatt. Hülsenfrucht netzrunzelig, papierartig mit 1−4 Samen. Blütezeit Mai bis Juli.
 

Heimat:

Südamerika, wahrscheinlich im Nordwesten Brasiliens oder in den Anden. Archäologen datierten die ältesten bekannten Funde von Erdnüssen im Zusammenhang mit dem Menschen auf ein Alter von etwa 7800 Jahren. Die dort im Fußboden eines Hauses gefundenen Nüsse entsprechen Wildarten, stammen aber aus einer Region, in der keine Wildart ursprünglich vorkommt. Von dort verbreitete sich der Erdnussanbau auf weitere Teile Süd- und Mittelamerikas, wo spanische Konquistadoren an den Märkten von Tenochtitlán auf die Erdnuss aufmerksam wurden.
 

Nutzung:

Wichtige Nahrungspflanze, aber auch in der Kosmetik und als ölhaltiger Futterzusatz in der Tiermästerei vielfach eingesetzt. Nach der Ernte trocknen die Erdnüsse bis zu einem Monat lang, bevor die Fruchtschalen entfernt werden. Die Samen eignen sich geröstet zum Direktverzehr und zum Verfeinern von Back- und Süßwaren. Hauptsächlich werden Erdnusssamen aber zur Ölgewinnung genutzt. Erdnussöl steht an zweiter Stelle hinter Sojaöl in der Weltproduktion an Pflanzenölen. Erdnussöl hat viele hervorragende Eigenschaften. So ist es bis –2 °C flüssig und kann bis zu 220 °C als Brat- und Frittieröl erhitzt werden. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Durch Hydrierung kann Erdnussöl auch aushärten und zu Erdnussbutter verarbeitet werden (Höggemeier & Dörken 2015).
 

Ausbreitung:

Die erste Kunde von der Erdnuss brachte der Spanier Fernandez de Oviedo, der von 1513 bis 1524 auf Kuba gewesen war, nach Europa. Schon im 16. Jahrhundert scheint die Pflanze durch Sklavenhändler nach Guinea gebracht worden zu sein. Im 18. Jahrhundert gelangte sie nach Ostasien, zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Spanien (Hegi 1975).
 
DEUTSCHLAND:
Unbeständig verschleppt angegeben 1912 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), für Hamburg (Hand & Thieme 2023) und Nordrhein-Westfalen (Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1906 verschleppt in Solothurn (Hegi 1975).
ANDERE LÄNDER:
U.a. subspontan in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 4 (Teil 3). 2.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 1114–1750.

Höggemeier A. & V. M. Dörken (2015): Arachis hypogaea – Erdnuss (Fabaceae) - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 6: 175-178.

Kew (202): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Verloove V. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be