Aquilegia

Akelei, Hahnenfußgewächs, Ranunculaceae

Gattung:

Aquilegia umfasst etwa 131 Arten (Kew 2022) auf der Nordhalbkugel. Verbreitungszentren sind die Gebirge Zentralasiens, Südeuropas und Nordamerikas.
 

Aquilegia chrysantha  

Langsporn-Akelei,
Aquilegia chrysantha  
Hahnenfußgewächs, Ranunculaceae

 

Steckbrief:

30–100 cm hohe Staude mit leicht seidenhaarigem Stängel. Blätter tiefgelappt, dreiteilig, bläulichgrün. Blüten groß, 5–9 cm im Ø, gelb, Sporn am Ende nicht oder nur kaum gebogen, schräg abstehend. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Nutzung:

Zierpflanze. Oft handelt es sich bei den als Aquilegia chrysantha im Gartenhandel befindlichen Pflanzen um Einkreuzungen dieser Art mit der mexikanischen Aquilegia longissima (Jelitto & al. 1990).  
 

Ausbreitung:

Beheimatet im südwestlichen Nordamerika. In Europa seit 1873 in Kultur (Jäger & al. 2008). Meist in der Sorte „Yellow Queen“ in Gärten kultiviert und sehr selten daraus verwildernd.
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH: 
In der Itzlinger Hauptstraße in der Stadt Salzburg (Pilsl & Pflugbeil 2012). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2002 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
Weitere Arten:

Aquilegia canadensis

Im östlichen und zentralen Nordamerika ist die Kanadische Akelei, Aquilegia canadensis, beheimatet. Sie findet sich seit 1635 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008) in Sorten wie `Corbett´ mit zitronenfarbenen Blüten oder `Nana´ mit niedrigem Wuchs.
Sie konnte subspontan beim Zeinisjochhaus in Vorarlberg gefunden werden (Polatschek & Neuner 2013, Glaser & al. 2024). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2012 (Glaser & al. 2025).
 

Aquilegia coerulea

In den Rocky Mountains von Montana bis New Mexico ist die Rocky-Mountains-Akelei, Aquilegia coerulea, beheimatet. Sie wird seit spätestens 1846 als Zierpflanze in Sorten wie `Rotstern´ oder `Olympia´ gärtnerisch genutzt (Jäger & al. 2008) und wird für 2009 in Heinersreuth-Altenplos in Bayern als Gartenflüchtling angegeben (Breitfeld & al. 2021). Die Art ist in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht angegeben, ebenso nicht in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
 

Aquilegia flavescens

Im Gebirge des westlichen Nordamerikas ist die Hellgelbe Akelei, Aquilegia flavescens, beheimatet, die im Gebiet als Zierstaude verwendet wird und sehr selten daraus verwildert, so 2002 in St. Martin im Lungau in Salzburg (Schröck & al. 2004). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2002 (Glaser & al. 2025).
 
 

Aquilegia fragrans

Im westlichen Himalaya-Gebiet ist die Duft-Akelei, Aquilegia fragrans, beheimatet. Sie wird als Duft- und Zierpflanze kultiviert und 2018 gartenflüchtig für Mühlgraben-Glashütten in Bayern angegeben (Breitfeld & al. 2021). Die Art ist in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht angegeben, ebenso nicht in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
 

Aquilegia glandulosa

In Zentralasien ist die Baikal-Akelei, Aquilegia glandulosa, beheimatet. Sie wird auch Drüsige Akelei genannt und findet sich seit spätestens 1818 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Sie wird im Gebiet als Zierpflanze vor allem für Steingärten kultiviert und verwildert daraus sehr selten, so 2020 am Rauner Berg im westlichen Erzgebirge in Sachsen (Breitfeld 2021) und bei Traiskirchen in Niederösterreich (Sauberer & Till 2015). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2013 (Glaser & al. 2025). Die Art ist in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht angegeben.
 

Aquilegia olympica

Aus dem Kaukasus-Gebiet und dem Nord-Iran stammt die Pau-Akelei, Aquilegia olympica, auch Kaukasus-Akelei genannt, die seit 1896 als Gartenzierstaude (Jäger & al. 2008) genutzt wird und selten daraus verwildert. 
So 2009 in Muldenhammer-Hammerbrücke in Sachsen (Breitfeld 2014, Breitfeld & al. 2021). Subspontan u.a. auch in Großbritannien (Clement & Foster 1994).

Aquilegia viridiflora

In Ostasien ist die Grünlichbraune Akelei, Aquilegia viridiflora, beheimatet. Sie wird aufgrund ihrer ausgefallenen hellbraun-olivgrünen Blütenfarbe selten als Gartenpflanze kultiviert und sehr selten subspontan angegeben. 
So 2009 in Klosterebene Oberlaitsch in Bayern (Breitfeld & al. 2021). Die Art ist in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht angegeben, ebenso nicht in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
 

Quellen

Breitfeld M. (2014): Einige bemerkenswerte adventive Arten im Vogtland. – Sächs. Florist. Mitt. 15: 53 – 57.

Breitfeld M. (2021): Flora der Westabdachung des Erzgebirges – Die Pflanzenwelt zwischen Adorf, Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal. 294 S.

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants of the British Isles. – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Spektrum, 874 S.



Jelitto L., Schacht W. & Feßler A. (1990): Die Freiland-Schmuckstauden – Ulmer Verlag Stuttgart, 4. Aufl. 683 S.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pflugbeil G. & Pilsl P. (2013): Vorarbeiten an einer Liste der Gefäßpflanzen des Bundeslandes Salzburg, Teil 1: Neophyten - Mitt. Haus der Natur 21: 25–83.

Pilsl P. & Pflugbeil G. (2012): Nachträge zur Neophytenflora der Stadt Salzburg, I - Mitt. Haus der Natur 20: 5 – 15.

Polatschek A. & Neuner W. (2013): Flora von Nordtirol, Osttirol und Vorarlberg, Band 7 – Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, 821 S.

Sauberer N. & Till W. (2015): Die Flora der Stadtgemeinde Traiskirchen in Niederösterreich: eine kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen. Biodiversität und Naturschutz in Ostösterreich – BCBEA 1/1: 3–63.

Schröck C., Stöhr O., Gewolf S., Eichberger C., Nowotny G., Mayr A. & Pilsl P. (2004): Beiträge zur Adventivflora von Salzburg I. — Sauteria 13: 221–337.