Apios

Erdbirne, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Apios umfasst etwa 7 Arten (Kew 2022) in Nordamerika und Ostasien.
 

Apios americana

Amerikanische Erdbirne,
Apios americana
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

Bis zu 3 m hohe bzw. lange, kletternde Staude mit 2–5 cm langen Knollen, diese perlschnurartig an den Wurzeln aufgereiht. Stängel milchsaftführend. Blätter wechselständig, unpaarig gefiedert. Blüten nach Veilchen duftend, in dichten, kurzen, im Laub stehenden Trauben. Krone ziegel- bis purpurrot, 9 Staubblätter sind verwachsen, ein Staubblatt ist frei. Blütezeit Juli bis September.
 

Nutzung:

Gemüse- und Zierpflanze. Die Knollen werden im Spätherbst geerntet und roh oder gekocht gegessen, sie erinnern im Geschmack an geröstete Bataten (Süßkartoffeln). Die Samen werden gekocht wie Linsen genossen, die jungen Hülsen roh oder erhitzt.
 

Ausbreitung:

Beheimatet im östlichen Nordamerika. Um 1650 nach Europa gekommen und in Norditalien und Frankreich versuchsweise angebaut (Hegi 1975). Vereinzelt aus der Gartenkultur verwildert und in Maisäckern und Erdhaufen auftretend. Die Pflanze kommt im Gebiet nicht zum Fruchten und vermehrt sich hier durch Rhizomknollen.
 
DEUTSCHLAND:
Sehr selten, so sich lokal in Murgtal in Baden-Württemberg etablierend (Hassler & Muer 2022), 1945 in der Frötmanninger Heide und in Geltendorf in Bayern (Schönfelder & Bresinsky 1990) und 1910 in Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz (Gams 1924, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
Vereinzelt, so in Maisäcker bei Oberhaag im Saggautal in der West-Steiermark (Melzer 1991, Fischer & al. 2008). Hier seit 1985 bekannt und in Maisfeldern [damals] stellenweise undurchdringliche Dickichte bildend (Melzer 1991). 2024 dann auch in mehreren großen, alten Stöcken beim Amtmannteich bei Gussendorf nahe Groß-St. Florian in der Weststeiermark (Eigenfund am 23. Aug. 2024), hier weit abseits jeglichen Hauses und abseits von Äckern in einem Waldgebiet bei den Teichen. Möglicherweise ist der Fundort durch ehemalige Gartenablagerung entstanden. Ein weiterer großer Bestand in einem Maisacker bei Sulzhof nahe Groß-St. Florian in der Weststeiermark (Griebl 2024, siehe Foto oben). Eine ehemalige Angabe für Nordtirol dürfte irrig sein (Pagitz & al. 2023).
SCHWEIZ:
Bisher nur aus dem südlichen Tessin bekannt, so etwa um Locarno (Infoflora 2023).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Fischer M., Oswald K. & Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol; 3., verb. Aufl. der „Exkursionsflora von Österreich“ (1994). – Linz: OÖ Landesmuseum; 1392 pp.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gams H. (1924): in Hegi: Illustrierter Flora von Mitteleuropa, Schmetterlingsblütler Band 4 Teil 3. - Wien.

Griebl N. (2024): Apios americana in der Steiermark - Forum Flora Austria.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 4 (Teil 3). 2.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 1114–1750.



Infoflora (2023): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Jelitto (1958): in Encke, F. (1958, 1960): Pareys Blumengärtnerei, 1, 2. – Berlin.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2014) – Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Bayerische Botanische Gesellschaft, München, 407 S.

Melzer H. (1991): Neues zur Flora von Steiermark, XXXII – Mitt, naturwiss. Ver. Steiermark 121: 183–193.

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol, Band 16.

Schönfelder P. & A. Bresinsky (1990): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns. — Ulmer Verlag (Stuttgart): 1-752.