Zizania

Wasserreis, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Zizania umfasst 4 Arten (Kew 2023) in Nordamerika (3) und Ostasien (1).
 

Zizania aquatica

Einjähriger Wasserreis,
Zizania aquatica,
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

Bis 2,5 m hohe Einjährige mit bis 60 cm langen und 4 cm breiten Blättern. Blütenrispe 30–50 cm lang, monözisch, weibliche und männliche Ährchen in der Rispe getrennt. Ährchen einblütig. Weibliche Ährchen gestielt, 10–20 mm lang, lanzettlich, seitlich zusammengedrückt. Hüllspelzen fehlen oder sind unscheinbar. Deckspelzen lanzettlich, nicht gekielt, auf der Fläche rau, mit 10–20 mm langer Granne. Männliche Ährchen linear, 7–9 mm lang. Hüllspelzen fehlen, Deckspelzen fünfnervig. Blütezeit Juli bis September.
 

Heimat:

Nordamerika, vor allem im östlichen und zentralen Teil.
 

Nutzung:

In Nordamerika aufgrund seines nussigen Geschmackes kultiviert und mittlerweile auch bei uns im Handel als „Wildreis“ oder „Indianerreis“ erhältlich. Durch die aufwendige Erntemethode ist die Art bedeutend teurer als Echter Reis, doch werden in Nordamerika inzwischen großflächig Hybridsorten angebaut. Begonnen hat die Kultur 1950 mit den Brüdern James und Gerald Godward in Minnesota, wo sie auf einer ein Hektar großen Wiese mit Wasserreis zu experimentieren begannen. Seit 1974 wird Wasserreis auch in Ungarn im Gebiet von Szarvas kultiviert. Wasserreis ist reich an Mangan, Zink und Lysin und frei von Gluten. In Nordamerika und Großbritannien wird die Pflanze auch als Futterpflanze und zum Schutz für Wasservögel besonders in Parks und Tierreservaten gepflanzt (Mansfeld 1986). Bei Hof in Bayern ehemals in einem Anbauversuch als Futterpflanze kultiviert (Meierott & al. 2024).
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1916 um Trogen bei Hof in Bayern (Vollmann 1916, Lippert & Meierott 2018), Berlin (Hand & Thieme 2024), Hessen (Hand & Thieme 2024), ehemals Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Brockmüller 1880, Hand & Thieme 2024) und ehemals Watzerather Mühle bei Prüm in der Westeifel in Rheinland-Pfalz (Hand & al. 2016).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:  ---
 

 
Weitere Art:

Zizania latifolia

Der Mandschurische Wasserreis, Zizania latifolia, ist in Südost- und Ostasien beheimatet. Von ihm werden vor allem die unteren fleischig-verdickten Stängelglieder als Gemüse genutzt, die nach dem Befall des Brandpilzes Ustilago esculenta anschwellen und im Geschmack an junge Bambussprossen erinnern (Mansfeld 1986, GISD 2023). In seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ist die Art fast verschwunden, tritt aber in Neuseeland lokal invasiv auf (Niwa 2020). Auch im belgischen Ostflandern am Ufer der Leie sind neuerdings große Bestände der Art bekannt (Kockartz 2023). Ebenso in Litauen am Bach Dotnuvėlė seit 2006 bekannt und etabliert (Verloove 2021). Im Gebiet adventiv am Südufer des Opfinger Sees bei Freiburg im Breisgau in Baden-Württemberg (Amarell 2020). Angesalbt (in der Nachbarschaft von Nuphar advena) in der Würm nördlich Mühlthal in Bayern (Meierott & al. 2024). Die Fundangabe für Bayern wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als fraglich geführt. In der Schweiz seit 2004 im Kanton Zürich bekannt, so am Ausee bei Wädenswil, wo sie vermutlich angepflanzt wurde und 2011 am oberen Greifensee, wo sie mittlerweile wieder beseitigt wurde (Wohlgemuth & al. 2020).
 

Quellen

Amarell U. (2020): Bemerkenswerte Neophytenfunde aus Baden-Württemberg und Nachbargebieten (2012 – 2019). – Ber. Bot. Arbeitsgem. Südwestdeutschland 9: 41-66.

Brockmüller H. (1880): Verwilderte Pflanzen bei Schwerin nebst allgemeinen Bemerkungen über Pflanzenwanderung – Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg 34: 1-93.

GISD (2023): Global Invasive Species Database (2023) Species profile: Zizania latifolia. Downloaded from http://www.iucngisd.org/gisd/speciesname/Zizania+latifolia on 01-10-2023.

Hand R., Reichert H., Bujnoch W., Kottke U. & Caspari S. (2016): Flora der Region Trier – 2 Bände, Verlag Michael Weyland, Trier. 1634 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Kockartz A. (2023): Invasive exotische Pflanze: Wilder Reis wuchert in Ostflandern am Ufer der Leie | VRT NWS: nachrichten

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Niwa (2020): Taihoro Nukurangi - Stopping the freshwater wild rice invader

Vollmann F. (1916): Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und Gefäßkryptogamenflora von Bayern – Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 16: 22-75.

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.