Vernonia

Scheinaster, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Vernonia umfasst etwa 334 Arten (Kew 2023), die in Amerika, Afrika, Südasien und Nordost-Australien beheimatet sind. Die Artenzahl innerhalb der Gattung schwankt beträchtlich von 18 bis 1000, je nachdem, wie weit die Gattung gefasst wird. Robinson (1999) etwa akzeptiert innerhalb Vernonia nur 20 amerikanische Arten.
 

Vernonia gigantea

Hohe Scheinaster, Hohe Vernonie,
Vernonia gigantea,
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 2 m hohe, kahle Staude mit breit-lanzettlichen, lang zugespitzten, 15−25 cm langen und 3−6 cm breiten Blättern mit schwach gezähntem Blattrand. Blütenkörbe purpurn bis purpurviolett, aus 15−30 Blüten bestehend, mit dachziegelig angedrückten Hüllblättern. Blütezeit August bis September.
 

Name:

Benannt zu Ehren des englischen Botanikers und Pflanzensammler William Vernon (1666−1711), der 1697 bis 1698 in Maryland Pflanzen sammelte, wo sich sein älterer Bruder Christopher Vernon niedergelassen hatte (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Östliches und zentrales Nordamerika.
 

Nutzung:

Selten als Zierstaude.
 

Ausbreitung:

In Europa seit spätestens 1820 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
Ehemals für Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1912, Wagenitz 1979, Hand & Thieme 2024) angegeben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Arten:

Vernonia baldwinii

In den zentralen USA ist die Baldwin-Scheinaster, Vernonia baldwinii, beheimatet. Sie ist zu Ehren des US-amerikanischen Botanikers und Schiffschirurgen William Baldwin (1779−1819) benannt, der die Art erstmals sammelte (Neill 2005). Die Art spielt in der heimischen Gartengestaltung eine sehr untergeordnete Rolle und wird 1911 für den Hafen Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1912, Wagenitz 1979, Hand & Thieme 2024) angegeben.
 

Vernonia glauca

In den östlichen USA ist die Blaugrüne Scheinaster, Vernonia glauca, beheimatet. Sie spielt in der heimischen Gartengestaltung keine Rolle, wird aber subspontan für Hessen (Hand & Thieme 2024) angegeben.
 

Vernonia noveboracensis

In den östlichen USA ist die New York-Scheinaster, Vernonia noveboracensis, beheimatet. Sie befindet sich seit spätestens 1710 in gärtnerischer Kultur und wird im Gebiet sehr selten als Zierstaude genutzt. Verwildert wird sie für Wiesbaden in Hessen angegeben (Zimmermann 1912, Wagenitz 1979). Die Angabe ist nach Hand & Thieme (2024) falsch.
 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Neill A. (2005): A Dictionary of Common Wildflowers of Texas & the Southern Great Plains (illustrated ed.). TCU Press.

Robinson H. (1999): Generic and subtribal classification of American Vernonieae. In: Smithsonian Contributions to Botany, Volume 89: 1–116.

Wagenitz G. (1979): In: Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 3), 2.Auflage – Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg. 366 S.

Zimmermann F. (1912): II. Nachtrag zur Adventiv und Ruderalflora von Ludwigshafen, der Pfalz und Hessen. Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der Flora – 14: 68−84.