Verbesina

Kronbart, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Verbesina umfasst etwa 350 amerikanische Arten (Kew 2023). Die meisten Arten sind auf warm-gemäßigte bis (sub-)tropische Regionen beschränkt. Drei oder vier Arten werden in Europa gärtnerisch genutzt (Jäger & al. 2008).
 

Verbesina encelioides

Goldener Kronbart,
Verbesina encelioides,
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe, aufrechte, verzweigte, grau- bläulichgrüne Einjährige mit schmal-geflügeltem Blattstiel und mit zwei Lappen etwas stängelumfassend sitzenden Stängelblättern. Spreite dreieckig bis lanzettlich-eiförmig, 3−9 cm lang, 2−5 cm breit, Basis breit-herzförmig bis gestutzt. Körbchen einzeln oder zu 2−3. Zungenblüten kräftiggelb, bis 10 mm lang, vorne mit 3 stumpfen Zähnen. Röhrenblüten 80−150, orangegelb. Hüllblätter 12–18, in zwei lockeren Reihen, oft abstehend, eiförmig-lanzettlich bis linealisch-lanzettlich, 6–8 mm lang. Blütezeit August bis Oktober.
 
 

Heimat:

Nord- bis Südamerika.
 

Nutzung/Ausbreitung:

In Europa seit 1785 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Sie spielt in der heimischen Gartengestaltung gegenwärtig aber praktisch keine Rolle. Die Art hat eine allelopathische Wirkung auf andere Pflanzen. Sie produziert Biochemikalien, die auf die Entwicklung benachbarter Organismen nachteilig wirken und verschafft sich so selbst Vorteile. Im Gebiet vereinzelt verschleppt.
DEUTSCHLAND:
1948 bis mindestens 1952 im Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Sebald & al. 1996, Hand & Thieme 2024), in Berlin (Hand & Thieme 2024), 1921 und 1926 in Neuß in Nordrhein-Westfalen (Wagenitz 1979, Hand & Thieme 2024) und 1938 und 1954 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Wagenitz 1979, Gutte 2006).
ÖSTERREICH:
Ehemals unbeständig in Wien (Forstner & Hübl 1971, Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
Ehemals am Birsufer und in St. Jakob bei Basel (Thellung 1911) und 1927 in Derendingen im Kanton Solothurn (Wagenitz 1979).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012), etwa 1950 in Belgien (Verloove 2021) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

 
Weitere Arten:

Verbesina alternifolia

Im östlichen und zentralen Nordamerika ist der Gelbe Kronbart, Verbesina alternifolia, beheimatet. In Europa ist die Art seit 1640 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008) und findet sich selten im heimischen Pflanzenhandel, dann zumeist in der Sorte `Goldstrahl´. Der Gelbe Kronbart findet als spätblühende Trachtpflanze regen Zuspruch bei den Imkern. Im Gebiet konnte die Art subspontan noch nicht gefunden werden, im benachbarten Nordost-Frankreich (Geissert 1988) und in Belgien (Verloove 2021) allerdings schon mehrfach, weshalb auf die Art zu achten wäre.
 

Verbesina occidentalis

Im südöstlichen Nordamerika ist der Westliche Kronbart, Verbesina occidentalis, beheimatet. Er spielt in der heimischen Gartengestaltung keine Rolle, wird in seiner Heimat aber gelegentlich zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes kultiviert. Die Art zieht den Soldatenkäfer Chauliognathus lugubris an, der sich als erwachsenes Tier und als Larve von Schneckeneiern, Blattläusen, Milben usw. ernährt (Mullekom 2016). Im Gebiet konnte die Art 1931 in Köflach in der Steiermark unbeständig gefunden werden (Wagenitz 1979, Glaser & al. 2025).
 

Quellen

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Geissert F. (1988): A propos de trois plantes adventices en Alsace. Bull. Assoc. Amis Jard. Bot. Col de Saverne 1988: 9-14.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mullekom K. (2016): Meet fall-flowering yellow crownbeard and soldier beetle that likes it, as well es invasive Japaneses tilt grass – dailypress.com

Sebald O., Seybold S, Philippi G. & Wörz A. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 6: Valerianaceae bis Asteraceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Thellung A. (1911): Beiträge zur Adventivflora der Schweiz (I) – Mitteilungen aus dem botanischen Museum der Universität Zürich.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wagenitz G. (1979): In: Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 3), 2.Auflage – Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg. 366 S.

Walter J., Essl F., Niklfeld H. & Fischer M. A. (2002): Gefäßpflanzen. – In: Essl F. & Rabitsch W.: Neobiota in Österreich: 46–173. – Wien: Umweltbundesamt.