Anthemis

Hundskamille, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Anthemis, exkl. Cota, umfasst etwa 161 Arten (Kew 2022) in Europa, Westasien und dem nördlichen und östlichen Afrika. Cota, früher eine Untergattung von Anthemis, wurde aufgrund von molokularphylogenetischen Untersuchungen als eigene Gattung von Anthemis abgetrennt (Oberprieler & al. 2007).
 

Anthemis hyalina  

Trockenhäutige Hundskamille,
Anthemis hyalina  
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

10−40 cm hohe, reich verzweigte Einjährige mit graugrünen, ein- bis zweifach gefiederten Blättern und graugrünen, behaarten Stängeln. Blütenkörbe etwa 3 cm im Durchmesser mit 12 bis 18 weißen Zungenblüten. Hüllschuppen trockenhäutig durchscheinend. Blütezeit Mai bis Juli.
 

Heimat:

Vorderer Orient von Anatolien bis in den Iran.
 

Nutzung:

Keine. Die Art wird aber traditionell zur Bekämpfung von Bakterienkrankheiten genutzt. Untersuchungen zeigten, dass Extrakte aus der Pflanze auch antivirale Wirkung haben (Ulasli & al. 2014).
 

Ausbreitung:

Vermutlich mit Saatgut vorübergehend eingeschleppt.
DEUTSCHLAND:
Vereinzelt und vorübergehend, so 1968 am Illerdamm zwischen Sonthofen und Blaichach, 1968 in einem Kleeacker bei Westerhardt, 1970 in einem Kleeacker bei Stockheim, 1973 bei Aitrang und 1977 am Güterbahnhof Memmingen in Bayern (Walter 1980, Dörr & Lippert 2004, Meierott & al. 2024), 1980 in Berlin, Quitzenow und 1980 in Wolkow in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2006), Borgholzhausen bei Oldendorf und Cleve in Niedersachsen (Weber 1995), Mettmann und Versmold in Nordrhein-Westfalen (Raabe 1985, Hand & Thieme 2023) und Kirchheimbolanden in Rheinland-Pfalz (Oesau 1978, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

Dörr E. & Lippert W. (2004): Flora des Allgäus und seiner Umgebung Band 2 – IHW-Verlag Eching, 752 S.

Fukarek F. & Henker H. (2005): Flora von Mecklenburg-Vorpommern – Farn- und Blütenpflanzen. Herausgegeben von Heinz Henker und Christian Berg, Weißdorn-Verlag Jena, 428 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Oberprieler C., S. Himmelreich & R. Vogt (2007): A new subtribal classification of the tribe Anthemideae (Compositae) - Willdenowia. Band 37/1, S. 89–114.



Oesau A. (1978): Zwei übersehene Ackerunkräuter, die Hundskamillen Anthemis austriaca und Antbemis rutbenica im Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz – Pollichia 66: 96-102.

Raabe U. (1985): Anthemis hyalina DC. auch in westfälischen Kleefeldern – Natur und Heimat 44(1): 19-22.

Ulasli M., S. A. Gurses, R. Bayraktar, O. Yumrutas, S. Öztuzcu, M. Igci, Y. Z. Igci, E. A. Cakmak & A. Arslan (2014): The effects of Nigella sativa (Ns), Anthemis hyalina (Ah) and Citrus sinensis (Cs) extracts on the replication of coronavirus and the expression of TRP genes family – Mol Biol Rep.41(3): 1703-1711.

Walter E. (1980): Bemerkenswerte Adventivarten in fränkischen Kleeäckern. – Ber. Naturf. Ges. Bamberg 54: 69-117.

Weber H. (1995): Flora von Südwest-Niedersachsen und dem benachbarten Westfalen – H. Th. Wenner, Osnabrück.