Urochloa

Signalgras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Urochloa umfasst, inkl. Brachiaria, etwa 87 Arten (Kew 2023) in den Tropen und Subtropen weltweit.
 

Urochloa platyphylla

Breitblättriges Signalgras,
Urochloa platyphylla
(Syn.: Brachiaria platyphylla),
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

25–70 cm hohe, am Grunde niederliegende und an den Knoten wurzelnde Einjährige mit 6−12 mm breiten, kahlen Blattspreiten und Blütenrispe aus 2–6 entfernt stehenden, 3–8 cm langen, abstehenden Trauben. Rhachis 1,6–2,3 mm breit, geflügelt. Ährchen 4–4,5 mm lang, eiförmig. Untere Hüllspelze 1–1,3 mm lang, 3–5-nervig, abgerundet, der Traubenachse zugewandt. Obere Hüllspelze 4–4,5 mm lang, ebenfalls 3–5-nervig. Deckspelze des sterilen Blüten 4–4,5 mm lang, fertile Deckspelze 3–3,5 mm lang. Blütezeit Juli bis September.   
 

 

Heimat:

Nordamerika bis Südamerika.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

U.a. als Vogelfutterpflanze und mit Getreide und Ölsaat verschleppt (Verloove 2011).
DEUTSCHLAND:
2000 am Friedhof Bamberg und 1999 auf der Deponie Ramsenthal nördlich von Bayreuth in Bayern (Meierott 2008, BIB 2018, Meierott & al. 2024), 1966 in Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005), Niedersachsen (Hassler & Muer 2022), Nordrhein-Westfalen (Hassler & Muer 2022), 1977 in Leipzig-Möckern, auf der Gauernitzer Elbinsel und in Dresden-Kleinzschachwitz in Sachsen (Gutte 2006, Hardtke & al. 2013) und 1987 in Gera-Untitz in Thüringen (Trinks & Gutte 1996, Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1969 und 1970 vorübergehend für Basel-Kleinhüningen (Baumgartner 1973, sub Brachiaria platyphylla, Conert 1998) angegeben.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
 
Weitere Arten:

Urochloa notochthona

In Australien ist das Nackte Signalgras, Urochloa notochthona (Syn.: Brachiaria notochthona) beheimatet, das 1936 mit Wolle eingeschleppt für Coßmannsdorf bei Dresden in Sachsen (Probst 1949, Hand & Thieme 2024) und für Luterbach im Kanton Solothurn (Conert 1998) angegeben wird.
 

Urochloa panicoides

Das Kolbenhirse-Signalgras, Urochloa panicoides, ist im tropischen und subtropischen Afrika und in Südasien beheimatet und konnte im Gebiet 1996 in einer Baumscheibe in der Schützengasse in Bamberg in Bayern eingeschleppt gefunden werden (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024). Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021) und den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Urochloa piligera

Aus Nordwest-Australien stammt das Haartragende Signalgras, Urochloa piligera (Syn.: Brachiaria piligera) das 1914 und 1924 für Derendingen im Kanton Solothurn angegeben wird (Conert 1998).  
 

Urochloa polyphylla

In Nordaustralien ist das Vielblättrige Signalgras, Urochloa polyphylla (Syn.: Brachiaria polyphylla), beheimatet, das im Gebiet 1938 vorübergehend für Leipzig in Sachsen (Conert 1998, Hand & Thieme 2024) angegeben wird.
 

Urochloa texana

Im südlichen Nordamerika ist das Texas-Signalgras, Urochloa texana (Syn.: Brachiaria texana, Panicum texana) beheimatet. Im Gebiet wird es einmal 1921 für Derendingen im Kanton Solothurn eingeschleppt angegeben (Conert 1998).
 

Quellen

Baumgartner W. (1973): Die Adventivflora des Rheinhafens Basel-Kleinhüningen in den Jahren 1950-1971 - Bauhinia 5: 21-27.

Conert H.J. (Hrsg.) (1998): in Hegi Gustav., Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 1 (Teil 3, Poaceae), 3. Neubearbeitete Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Fukarek F. & Henker H. (2005): Flora von Mecklenburg-Vorpommern – Farn- und Blütenpflanzen. Herausgegeben von Heinz Henker und Christian Berg, Weißdorn-Verlag Jena, 428 S.

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hardtke H.-J., Klenke F. & Müller F. (2013): Flora des Elbhügellandes und angrenzender Gebiete – Sandstein-Verlag Dresden. 718 S.



Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L. (2008): Flora der Haßberge und des Grabfeldes – Neue Flora von Schweifurt. 2 Bände, IHW-Verlag, Eching.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Probst R. (1949): Wolladventivflora Mitteleuropas – Solothurn. 192 Seiten.

Trinks G. & P. Gutte (1996): Flora und Vegetation der städtischen Mülldeponie in Gera-Untitz – Veröffentlichungen des Museums Gera, Naturwissenschaftliche Reihe 23: 49-56.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be