Ausbreitung:
Beheimatet in West- und Südwest-Europa. Als Wildfutterpflanze forstlich kultiviert und daraus verwildert auftretend. Im Gebiet vielerorts subspontan, Neophyt seit dem 19. Jahrhundert (Düll & Kutzelnigg 2022).
Die Vermehrung erfolgt sowohl generativ über Samen, die brandresistent sind, als auch vegetativ über Wurzelsprosse. Die Art zählt zu den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten der Welt, inklusive Viren (IUCN 2013). Dort heißt es: „Ulex europaeus ist ein stacheliger, immergrüner Strauch, der in dichtem und undurchdringlichem Dickicht wächst, das Weidetiere ausschließt. Es ist häufig in gestörten Gebieten, Grasland, Buschland, Waldrändern, Küstenlebensräumen und Ödland. Ulex europaeus ist eine sehr erfolgreiche und zähe Pflanze, sobald sie sich etabliert hat, und ist extrem wettbewerbsfähig, verdrängt kultivierte und einheimische Pflanzen und verändert die Bodenbedingungen durch Stickstofffixierung und Versauerung des Bodens. Es stellt eine extreme Brandgefahr dar, da es reichlich totes Material und öliges, leicht entflammbares Laub und Samen gibt. Der Boden ist oft kahl zwischen den einzelnen Pflanzen, was die Erosion an steilen Hängen erhöht, wo Ulex europaeus Gräser oder Stauden ersetzt hat. Stachelig und meist ungenießbar, wenn sie reif ist, verringert Ulex europaeus die Weidequalität“ (IUCN 2013).
Im Gebiet ist er hingegen eher selten, teilweise sogar gefährdet. So steht der Stechginster in Niedersachsen sogar auf der „Roten Liste“, ein ganz außergewöhnliches Vorgehen bei Neophyten (Feder 2022).
Die Pflanze bietet ein Beispiel dafür, dass Eingriffe des Menschen in das ökologische Gleichgewicht unerwartete, kaum reparable Auswirkungen haben können. Nachdem man in Teilen Englands erfolgreich die Kaninchen bekämpft hatte, wucherte der Stechginster, da er seinen stärksten Feind verloren hatte, zu so dichten Beständen heran, dass weite Gebiete unbegehbar wurden und sogar Militär eingesetzt werden musste, um die Wege wieder frei zu schlagen (Düll & Kutzelnigg 2022).
Zur biologischen Bekämpfung der Art wird unter anderem die Ginsterspinnmilbe Tetranychus lintearius, und der Ginstersamenrüssler Exapion ulicis, eingesetzt (Gunasekera 2009).
DEUTSCHLAND:
In allen Bundesländern lokal verwildert bis eingebürgert (Hand & Thieme 2024). Sichtlich wohl fühlt sich die frostempfindliche Pflanze allerdings nur in nährstoffarmen Böden an der Nordseeküste, so etwa bei Cuxhaven, Sahlenburg, auf Langeoog und Baltrum, aber auch noch im Osnabrücker Land (Feder 2022).
ÖSTERREICH:
Sehr vereinzelt, so in Niederösterreich (Fischer & al. 2008), bei St. Oswald ob Eibiswald und 2016 subspontan unter Kiefern in Mariatrost bei Graz in der Steiermark (Melzer 1954, Wendelin 2016) und Bregenz gegen Hohenweiler und bei der Ruine Ruggburg nächst Eichenberg bei Bregenz in Vorarlberg (Polatschek 2000, Dörr & Lippert 2004). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1954 (Glaser & al. 2025). In Südtirol ehemals bei Bozen und St. Oswald bei Kastelruth (Hegi 1975).
SCHWEIZ:
U.a. in Trogen in Appenzell-Außerrhoden (Hegi 1975), in den Kantonen Bern, Genf (Infoflora 2024), in Luzern, Boudry und Colombier in Neuenburg (Hegi 1975), Teuferegg in St. Gallen (Hegi 1975), Thurgau, am Genfersee im Kanton Waadt (Infoflora 2023) und im Kanton Zürich (Welten & Sutter 1982) verwildert, im Tessin lokal eingebürgert (Lauber & al. 2012). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012) und (seit) 1880 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).