Name:
Der Hybridname ist zu Ehren des deutschen Agrarwissenschaftlers Arnold Rimpau (1842−1903) benannt, der blütenbiologische Untersuchungen an Getreide durchführte. Rimpau überführte 1889 die erste in Deutschland von ihm durch Kombinationszüchtung geschaffene Winterweizensorte „Früher Bastardweizen“ in den Großanbau. Aus seinen Kreuzungsversuchen erging 1888 der erste fertile Bastard zwischen Weizen und Roggen. Er schaffte eine F1-Hybride, die 12 fertile Nachkommen hervorbrachte. Diese Sorte wird auch heute noch in der Genbank in Gatersleben als „Triticale Rimpau“ mit der Akzessionsnummer TCA 26 instandgehalten.
Heimat:
Künstliche Gattungshybride aus Weich-Weizen, Triticum aestivum, als Mutter und Roggen, Secale cereale, als Vater, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstand (Jäger & al. 2008), doch haben sich Zuchtsorten erst seit etwa 1980 durchgesetzt (Düll & Kutzelnigg 2022). Die umgekehrte Kombination, also Roggen als Mutter und Weizen als Vater wird ×Secalotrichum genannt, spielt aber als Getreide keine Rolle.
Nutzung:
Als Getreidepflanze, mit besonderer Bedeutung als Futtergetreide. Vom Weizen stammen die Vorteile der guten Backfähigkeit, der hohen Erträge und das kurze Stroh, vom Roggen die Vorteile der geringen Ansprüche an Klima und Bodenqualität. Da die Backeigenschaften gegenüber Weizen mäßig sind, wird Tritikale in Mitteleuropa vorwiegend als Viehfutter verwendet (Düll & Kutzelnigg 2022). Allgemein aber gewinnen durch Züchtung entstandene hexaploide und oktoploide Gattungshybriden zwischen Roggen und Weizen zunehmend Bedeutung als Getreide.
Ausbreitung:
Unbeständig verschleppt, so beispielsweise an Wildfütterungsstellen.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig in Brandenburg (Hand & Thieme 2024), 2011 am Bahnhof Frankfurt am Main-West in Hessen (Gregor & al. 2012), 2020 bei Ebersberg Marieney im Erzgebirge in Sachsen (Breitfeld 2021) und 2021 auf Helgoland im Unterland in Schleswig-Holstein (Hebbel 2023). Die Fundmeldung für Schleswig-Holstein auf Helgoland (Theisinger & Hebbel 2022) betrifft Verwilderungen in Gärten und wird hier deshalb nicht berücksichtigt.
ÖSTERREICH:
St. Martin im Innkreis, Gilgenberg, Geiersberg und Palting in Oberösterreich (Hohla 2006, Hohla 2022). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2003 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).