Tragus

Klettengras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Tragus umfasst etwa 7 Arten (Kew 2023), die in Afrika, Eurasien, Australien und Südamerika beheimatet sind. Mannigfaltigkeitszentrum ist Afrika.
 

Tragus koelerioides

Südafrikanisches Klettengras,
Tragus koelerioides,
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

Bis 40 cm hohe, ausläufertreibende Staude mit 2–4,5 cm langen und 1,5–3 mm breiten, flachen, an den Rändern verdickten Blättern und 2,5–7 cm langen, kompakt zylindrischen Blütenständen. Ährchen 3–4,2 mm lang. Blütezeit im Gebiet nicht bekannt.
 

Name:

Der Gattungsname ehrt den deutschen Botaniker, Arzt und Prediger Hieronymus Bock (1498–1554), genannt Tragus, altgriechisch für (Ziegen)bock. Bock war einer der Väter der Botanik. Als einer der ersten Wissenschaftler seiner Zeit befasste er sich mit einer umfassenden Aufnahme und Beschreibung der mitteleuropäischen (Heil-)Pflanzen. Das Ergebnis dieser Studien ist sein Hauptwerk, das „New Kreütter Buch“ aus dem Jahr 1539, zu dessen Veröffentlichung ihn der berühmteste Botaniker seiner Zeit, Otto Brunfels, veranlasste. Mehrere weitere Pflanzengattungen wie Agirta, Boca, Tragia, Tragiella und Tragiopsis tragen seinen Namen.
 

Heimat:

Südliches Afrika.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

U.a. mit Wolle eingeschleppt.
DEUTSCHLAND:
Angegeben 1968 für Bremen (Conert 1998), 1876 für Sommerfeld in Brandenburg (Büttner 1884, Conert 1998, Hand & Thieme 2024), Mecklenburg-Vorpommern (Hassler & Muer 2022), 1915 bei der Wollwäscherei Hannover-Döhren in Niedersachsen (Scheuermann 1918, Conert 1998, Hand & Thieme 2024), 1935 in Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Conert 1998, Hand & Thieme 2024), 1933 in Leipzig in Sachsen (Conert 1998, Gutte 2006) und 1902 in Rodleben in Sachsen-Anhalt (Höck 1910, Conert 1998, Hand & Thieme 2024). Verdächtig, dass Büttner (1884) für Sommerfeld Tragus koelerioides und T. berteronianus angibt!
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Angegeben für Luterbach und Derendingen in Solothurn (Conert 1998). Die gleichen Fundorte von T. koelerioides und T. berteronianus in der Schweiz sind unglaubwürdig!
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).

 
Weitere Arten:

Tragus australianus

Das australische Australische Klettengras, Tragus australianus, wird 1972 für die Wollkämmerei Bremen (Conert 1998) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt
 

Tragus berteronianus

In Afrika und Südasien ist das Berteroni-Klettengras, Tragus berteronianus, beheimatet. Es ist zu Ehren des italienischen Arztes und Botanikers Carlo Giuseppe Luigi Bertero (1789−1831) benannt.  Die Art tritt gegenwärtig in vielen Regionen der Erde invasiv auf. Im Gebiet nur unbeständig und vorübergehend angegeben 1876 für Sommerfeld in Brandenburg (Büttner 1884, Conert 1998, Hand & Thieme 2024), Mecklenburg-Vorpommern (Hassler & Muer 2022), Dresden und 1938 und 1939 Leipzig in Sachsen (Conert 1998, Gutte 2006, Hand & Thieme 2024) und Luterbach und Derendingen im Kanton Solothurn (Conert 1998, Hassler & Muer 2022). Verdächtig, dass Büttner (1884) für Sommerfeld Tragus koelerioides und T. berteronianus angibt! Auch die gleichen Fundorte von T. koelerioides und T. berteronianus in der Schweiz sind unwahrscheinlich! Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).
 

Quellen

Büttner R. (1884): Flora advena marchica. Verh. Bot. Ver. Prov. Brandenbg. 25: 1–59.

Conert H.J. (Hrsg.) (1998): in Hegi Gustav., Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 1 (Teil 3, Poaceae), 3. Neubearbeitete Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg.

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Scheuermann R. (1918): Beitrag zur Kenntnis der Adventivflora Hannovers – Jahresbericht der Naturhistorischen Gesellschaft zu Hannover 62-68: 8062-8080.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be