Tolpis

Bartpippau, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Tolpis umfasst etwa 22 Arten (Kew 2023) in Afrika, Europa und Südwest-Asien. Mannigfaltigkeitszentrum sind die atlantischen Inseln von den Kapverden bis zu den Azoren.
 

Tolpis barbata

Echter Bartpippau,
Tolpis barbata,
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

5–70 cm hohe, sparrig verzweigte Einjährige mit fiederschnittigen, rosettig angeordneten Grundblättern und ganzrandigen bis schwach gebuchteten oberen Stängelblättern. Körbchen lang gestielt, einzeln. Äußere Zungenblüten hellgelb, 12–19 mm lang, innere am Grund dunkelviolett. Staubbeutel dunkelviolett, 2,2–2,7 mm lang. Zungenblüten gezähnt, unterseits purpurn überlaufen. Hülle halbkuglig, 6–15 mm im Durchmesser. Äußere Hüllblätter linealisch, abstehend, länger als die inneren. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Heimat:

Südliche Iberische Halbinsel, Nordwest-Afrika.
 

Nutzung:

Keine, ehemals selten als Zierblume.
 

Ausbreitung:

Vor allem auf Bahnhofsgelände, bei Mühlen und in Serradellafeldern eingeschleppt (Wagenitz 1987). Durchwegs alte Fundmeldungen.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig eingeschleppt, so 1860 in Berlin (Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2024), 1866 bei Havelsee-Pritzerbe und Cottbus in Brandenburg (Büttner 1884, Hand & Thieme 2024), ehemals Hamburg-Wandsbeck (Schmidt 1890), Niedersachsen (Hand & Thieme 2024), 1926 am Güterbahnhof Sterkrade in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2024), 1907 für Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1913, Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2024) und ehemals Niesky in Sachsen (Uechtritz 1875 in Breitfeld & al. 2021, Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1917 Buchs in St. Gallen, 1922 in Derendingen bei Solothurn und 1907 in Zürich (Wagenitz 1987). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Büttner R. (1884): Flora advena marchica. Verh. Bot. Ver. Prov. Brandenbg. 25: 1–59.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Schmidt J. (1890): Die eingeschleppten und verwilderten Pflanzen der Hamburger Flora. Hamburg, 32 Seiten.

Wagenitz G. (1987): in Gustav Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI, Teil 4, 2.Auflage. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg. 863 S.

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.