Thinopyrum obtusiflorum
Stumpfblütige Quecke,
Thinopyrum obtusiflorum
(inkl. Thinopyrum elongatum [Syn.: Elymus elongatus])
(Syn.: Elymus obtusiflorus, Elytrigia obtusiflora, Agropyron obtusiflorus)
Süßgras, Poaceae
Steckbrief:
Bis 100 cm hohes, graugrünes, mehrjähriges, horstig wachsendes Gras ohne Ausläufer. Blätter steif, 2–6 mm breit, meist gefaltet, unten kahl oder kurzhaarig, oben abwechselnd mit breiten und schmalen Rippen, diese mit nur einer Reihe Borsten. Obere Blattscheiden kahl, mit zwei Öhrchen, untere Blattscheiden am Rand gewimpert. Ährchen fächerförmig. Hüll- und Deckspelzen grannenlos, ± stumpf, am Rand häutig. Untere Internodien deutlich länger als die Ährchen. Blütezeit Juli bis August.
Heimat:
Süd- und Osteuropa bis zum Kaukasusgebiet und bis Kasachstan.
Nutzung:
Als Weide- und Futtergras, als Energiepflanze zur Produktion von Biogas, zur Bodenerosion-Eindämmung und zur gentechnischen Pflanzenzüchtung, um etwa Eigenschaften wie ihre Salzverträglichkeit auf Weizen zu übertragen (Chen & al. 2012). Für die Biogas- und Cellulose-Ethanol Gewinnung in Sorten wie `Szarvasi-1´ genutzt, eine züchterische Hybride, die dem Sortenschutz unterliegt (Geißendörfer 2011).
Ausbreitung:
Die mitteleuropäischen Vorkommen lassen sich vielfach auf Ansaaten zurückführen, die im Straßenbau verwendet werden (Hohla 2006, Adler & al. 2017). Typische Standorte sind Straßenränder, Autobahnmittelstreifen, sandig-lehmige Aufschüttungsböden, offene Böschungen, Dämme und Grünland.
DEUTSCHLAND:
1982 erstmals im Schwarzwald beobachtet an einem Straßenrand im Zinsbachtal bei Altensteig-Garrweiler (Conert 2000). Fest eingebürgert auf einem Autobahnmittelstreifen bei Pforzheim in Baden-Württemberg (Sebald & al. 1998, Hand & Thieme 2024 sub Elymus obtusiflorus). Weiters u.a. 1984 Freiburg in Baden-Württemberg (König 1989, Hand & Thieme 2024 sub Elymus elongatus), in Bayern u.a. Bad Griesbach, Ruhstorf an der Rott, Marktl am Inn, bei Gailach Monheim, Feldheim, Schwennenbach, Oberglauheim, Hochstädt, Altenmünster, Schweinfurt und Unterschöneberg (Hohla 2006, Adler & al. 2017, Lippert & Meierott 2018), Brandenburg (Hand & Thieme 2024 sub Elymus obtusiflorus), Hamburg (Hand & Thieme 2024 sub Elymus obtusiflorus), 1985 Frankfurt-Goldstein und 1983 Delkenheim in Hessen (König 1989 sub Elymus elongatus, Hand & Thieme 2024 sub Elymus obtusiflorus bzw. elongatus), Mecklenburg-Vorpommern (Hand & Thieme 2024 sub Elymus obtusiflorus), Niedersachsen (Hand & Thieme 2024 sub Elymus obtusiflorus), 1992 bei Lünen-Gahmen, 2023 in Olfen, 2023 in Dortmund-Grevel, 2024 in der Harzberger Straße in Lügde und in der Höxterstraße in Lüdge in Nordrhein-Westfalen (Runge 1994 sub Elymus elongatus, BBV 2024 sub Elymus obtusiflorus, BBV 2025 sub Elymus obtusiflorus), 1988 Karlsruhe und 1990 und 1991 im Mutterstadter Graben am Ortseingang von Maudach in Rheinland-Pfalz (König 1989 sub Elymus elongatus, Mazomeit 1995 sub Elymus elongatus, Hand & Thieme 2024), Saarland (Hassler & Muer 2022), Sachsen (Hand & Thieme 2024 sub Elymus obtusiflorus), Sachsen-Anhalt (Hand & Thieme 2024 sub Elymus obtusiflorus), Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024, sub Elymus) und Thüringen (Hand & Thieme 2024, sub Elymus).
ÖSTERREICH:
Unbeständig im Burgenland (Glaser & al. 2025 sub Elymus obtusiflorus), in Kärnten (Hartl & al. 1992, Glaser & al. 2025 sub Elymus obtusiflorus), 2011 Heiligenkreuz im Wienerwald Niederösterreich (Diran 2016), bei Höribachl im Salzkammergut Oberösterreichs (Hohla 2011) und in Wien (Glaser & al. 2025 sub Elymus obtusiflorus). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1944 (Glaser & al. 2025 sub Elymus obtusiflorus). Auch in Südtirol (Wilhalm & Hilpold 2006).
SCHWEIZ:
In den Kantonen Tessin, Waadt, Wallis und Zug (Infoflora 2024 sub Elymus obtusiflorus).