Taeniatherum

Medusenhauptgerste, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Monotypisch.
 

Taeniatherum caput-medusae

Medusenhauptgerste,
Taeniatherum caput-medusae,
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

Bis 40 cm hohes, einjähriges Gras mit schmalen, bis 0,7 mm breiten Blättern. Ähre ohne Grannen 2–4 cm, mit Grannen 5–16 cm lang. Rhachis rau, unbehaart, mit zu 2 nebeneinanderstehenden Ährchen, untere oft einzeln. Ährchen einblütig, meist mit einem sterilen Blütchen darüber. Hüllspelzen aufrecht, untereinander gleich, 20–35 mm lang, pfriemlich, fast grannenartig, starr. Deckspelze 4–12 mm lang, lanzettlich, in eine 5–12 cm lange, raue Granne auslaufend. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Heimat:

Weites Mittelmeergebiet, östlich bis Kasachstan.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

In den 1880er-Jahren kam die Art nach Nordamerika, wo sie bis in die 1950er-Jahre nur gelegentlich zu finden war, heute hingegen weit verbreitet ist. Medusenhauptgerste ist aufgrund ihres hohen Kieselsäuregehalts ungenießbar für viele Weidetiere und gilt daher als Ungras. Vögel wie das Chukar-Rebhuhn fressen die Samen, verlieren aber an Körpergewicht, weil die Samen weitgehend unverdaut bleiben. In der Vogellosung konnten weitgehend unbeschädigte Samen gefunden werden (Savage 1969). Aus dem Gebiet liegen nur alte, vorübergehende Funde vor:
DEUTSCHLAND:
Angegeben ehemals für Mannheim in Baden-Württemberg (Höck, 1910, Conert 1998, Hand & Thieme 2024), 1894 bei Rüdersdorf in Brandenburg (Behrendsen 1896, Hand & Thieme 2024), 1893 bei der Dampfmühle Hamburg-Wandsbek (Junge 1913, Hand & Thieme 2024), 1960 Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005), 1926 Essen in Nordrhein-Westfalen (Höppner & Preuss 1926, Conert 1998), 1960 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006), 1919 Aken in Sachsen-Anhalt (Conert 1998, Hand & Thieme 2024) und ehemals Erfurt in Thüringen (Conert 1998, Hand & Thieme 2024). Die Art ist in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1998) nicht angegeben
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Ehemals St. Moritz, Samaden, Tschiertschen, Pontresina und Zernez in Graubünden (Conert 1998) und in den Kantonen Solothurn und 1903 am Sihlquai in der Stadt Zürich (Conert 1998, Wohlgemuth & al. 2020).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021).

 

Quellen

Behrendsen W. (1896): Zur Kenntnis der Berliner Adventivflora – Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Bradenburg 38: 76-100.

Conert H.J. (Hrsg.) (1998): in Hegi Gustav., Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 1 (Teil 3, Poaceae), 3. Neubearbeitete Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg.

Fukarek F. & Henker H. (2005): Flora von Mecklenburg-Vorpommern – Farn- und Blütenpflanzen. Herausgegeben von Heinz Henker und Christian Berg, Weißdorn-Verlag Jena, 428 S.

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.

 



Höppner & Preuss (1926): Flora des Westfälisch-Rheinischen Industriegebiets unter Einschluss der Rheinischen Bucht – Dortmund, 381 Seiten.

Junge P. (1913): Die Gramineen Schleswig-Holsteins einschließlich des Gebiets der freien und Hansestädte Hamburg und Lübeck und des Fürstentums Lübeck – Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten 30(3): 101-130.

Savage D. E. (1969): Utilization of medusahead and downy brome caryopses by Chukar Partridges - The Journal of Wildlife Management 33 (4): 975–978.

Sebald O., Seybold S. & Philippi G & Wörz A. (Hrsg., 1998): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs Band 8. Juncaceae – Orchidacea, Ulmer-Verlag Stuttgart.


Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.