Suaeda

Sode, Amarantgewächs, Amaranthaceae

Gattung:

Suaeda umfasst etwa 93 Arten (Kew 2023) und ist fast weltweit verbreitet. Die meisten Arten sind auf salzhaltige Bodenlebensräume wie Küstensalzebenen oder Gezeitenfeuchtgebiete beschränkt.
Suaeda gilt in der Bestimmung als eine schwierige Gattung, da es kaum stabile Merkmale zur Einteilung gibt. Viele Arten sind extrem variabel, wobei unklar ist, welcher Anteil davon auf die Umweltbedingungen oder auf genetische Unterschiede zurückzuführen ist. 
Aus der Asche von Suaeda maritima und S. fruticosa wurde Soda und Pottasche zur Herstellung von Seife und Glas gewonnen, weshalb die Pflanzen auch Soden genannt werden.

 

Suaeda altissima

Hohe Sode,
Suaeda altissima,
Amarantgewächs, Amaranthaceae
 

Steckbrief:

Bis 1 m hohe, verzweigte, kahle, blaugrüne Einjährige mit linealischen, fleischigen, 12–30 mm langen, 0,5−1 mm breiten, vorne stumpfen Blättern und unscheinbaren Blüten. Blütenstandsachse gestielt, locker. Perigon zur Fruchtzeit nicht aufgeblasen, am Rücken abgerundet. Blütezeit Juli bis September.
 

Name:

Der wissenschaftliche Gattungsname Suaeda kommt von arabisch „suaed“ für schwarz, der arabischen Bezeichnung für Suaeda vera. 1776 wurde Peter Forsskåls neue Gattung Suaeda (siehe unter S. vera) von Johann Friedrich Gmelin validiert (Schütze & al. 2003)
 

Heimat:

Vom Mittelmeergebiet bis in den Altai.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

Mit u.a. Wolle und Südfrüchten eingeschleppt.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig, so angegeben 1900 für Freiburg im Breisgau in Baden-Württemberg (Hegi 1979, Hand & Thieme 2024), Neu-Ulm in Bayern (Hegi 1979), 1980 auf einer Deponie in Parkentin in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005), Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1916, Hegi 1979, Hand & Thieme 2024) und 1964 bis 1981 für Leipzig-Möckern in Sachsen (Gutte 2006). Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1996) nicht geführt, ebenso nicht in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1893 für den Pfarrgarten Sils in Graubünden (Hegi 1979) und 1922 für Derendingen im Kanton Solothurn (Hegi 1979) angegeben.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Schweden (Hegi 1979) und Großbritannien (Clement & Foster 1994).
 

 
Weitere Arten:

Suaeda arcuata

In Asien von Nordwest-Indien bis Kasachstan ist die Gebogene Sode, Suaeda arcuata, beheimatet. Sie wird 1952 und 1954 für die Wollkämmerei Leipzig in Sachsen eingeschleppt (Hegi 1979, Gutte 2006) angegeben.
 

Suaeda corniculata

Die Gehörnte Sode, Suaeda corniculata, ist in großen Teilen Asiens beheimatet, wo sie vor allem Salzwüsten besiedelt. Westlich reicht sie bis in die Ukraine. Im Gebiet wird sie 1954 und 1955 für die Wollkämmerei Leipzig in Sachsen eingeschleppt (Hegi 1979, Gutte 2006) angegeben.
 

Suaeda glauca

In Zentral- und Ostasien ist die Blaugrüne Sode, Suaeda glauca, beheimatet. Im Gebiet mit Wolle eingeschleppt angegeben 1955 für die Wollkämmerei in Leipzig und 1959 für die Städtische Kläranlage Leipzig in Sachsen (Hegi 1979). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
 

Suaeda paradoxa

In Zentralasien ist die Eigenartige Sode, Suaeda paradoxa, ursprünglich. Sie wird 1954 und 1965 mit Wolle eingeschleppt für die Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Hegi 1979, Gutte 2006) angegeben.
 

Suaeda salsa

Die Salz-Sode, Suaeda salsa, ist von Osteuropa bis Ostasien verbreitet und gehört zur Gruppe um die Strand-Salzmelde, S. maritima agg. 
Im Gebiet wird sie 1954 für die Wollkämmerei Leipzig in Sachsen eingeschleppt (Gutte 2006) angegeben. Suaeda salsa hat sich aktuell an der Autobahn D5 von Pilsen bis zur deutschen Grenze angesiedelt, sie sei auch in Bayern an der A6 bei Waidhaus zu erwarten. Eine Nachsuche war bisher erfolglos (Meierott & al. 2024).
 

Suaeda vera

Die Horn-Sode, Suaeda vera, ist im Mittelmeergebiet und in Westeuropa beheimatet und tritt im Gebiet neuerdings im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer (Graeber & Hebbel 2022) auf. Die Art wurde 1753 von Linné als Chenopodium fruticosum beschrieben. Ein Schüler von ihm, Peter Forsskål, nahm 1760 an einer Expedition teil, die eine wissenschaftliche Erforschung Ägyptens, Saudi-Arabiens, Jemens und weiterer Länder zum Ziel hatte. Nur ein Entdecker überlebte die Reise, aber Forsskåls Tagebuch und Notizen schafften es sicher zurück nach Kopenhagen. Forsskål benannte eine Reihe von Suaeda-Arten aus der Region, darunter auch Suaeda vera.
 

Quellen

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Fukarek F. & Henker H. (2005): Flora von Mecklenburg-Vorpommern – Farn- und Blütenpflanzen. Herausgegeben von Heinz Henker und Christian Berg, Weißdorn-Verlag Jena, 428 S.

Graeber U. & Hebbel J. (2022): Die Strauchige Sode (Suaeda vera) – eine mediterrane Küstenpflanze neu im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. – Kieler Notiz. Pflanzenkd. 46: 26–35.

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hegi G. (1979): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 3 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 453–1264.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Schütze P., H. Freitag & K. Weising (2003): An integrated molecular and morphological study of the subfamily Suaedoideae Ulbr. (Chenopodiaceae)". Plant Systematics and Evolution. 239 (3–4): 257–286.

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1990): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 1: Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2. Aufl., Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Zimmermann F. (1916): Neues aus der Adventivflora der Pfalz – Mitteilungen der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora 3 (15): 319-323.