Styphnolobium

Perlschnurbaum, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Styphnolobium umfasst etwa 9 Arten (Kew 2023) in Amerika und Südost-Asien mit Mannigfaltigkeitszentrum in Mittelamerika. Früher wurden die Arten, genauso wie die heute eigenständige Gattung Calia, innerhalb von Sophora geführt. Styphnolobium unterscheidet sich von Sophora u.a. dadurch, dass sie an den Wurzeln keine Symbiosen mit stickstofffixierenden Bakterien eingehen.
 

Styphnolobium japonicum 

Perlschnurbaum,
Styphnolobium japonicum 
(Syn.: Sophora japonica),
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

Bis 20 m hoher, ausladender, sommergrüner, giftiger (nicht aber die Blüten), unbewehrter Baum mit gefiederten, bis 25 cm langen Blättern und 7−17 eilanzettlichen, vorne spitzen, oberseits glänzend dunkelgrünen Blättchen. Blüten in endständigen, bis 30 cm langen Rispen, 1–1,5 cm im Durchmesser. Kronblätter cremeweiß, Flügel und Schiffchen oft etwas dunkler oder rosa. Hülsen 5–8 cm lang, stark eingeschnürt. Blütezeit Juli bis August.
 

Heimat:

China.
 

Nutzung:

Aufgrund seiner Immissionsresistenz, Streusalztoleranz und Trockenheitsverträglichkeit gerne als Straßen- und Parkbaum gepflanzt. Er gehört zu den Zukunftsbäumen für Innenstädte. Auch als Bienenweide im blütenarmen Hochsommer geschätzt. In mehreren Sorten wie `Pendulum´ (vor 1827) oder `Harry van Haaren´ (1896) im Pflanzenhandel. `Regent´ ist eine Selektion aus den USA mit symmetrischem Aufbau, `Princeton Upright´ zeigt eine schmälere Krone und `Violacea´ rosa angehauchte Blüten.
Die Blüten finden Anwendung in der chinesischen Küche und werden zusammen mit Eiern und Mehl als Omelette zubereitet. Aus den getrockneten Blüten wird ein Farbstoff gewonnen, mit dem Mandaringewänder gelb gefärbt wurden. Die Blütenknospen gehören in der TCM zu den 50 wichtigsten Drogen mit u.a. blutdrucksenkender und adstringierender Wirkung (Bärtels & Schmidt 2014).
 

 

Ausbreitung:

Die Art ist seit spätestens 1747 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). Die ersten Samen, die Europa erreichten, stammten aus Japan, wo die Pflanze aber eingeführt wurde. Im heimischen Pflanzenhandel auch als Japanischer Schnurbaum, Pagodenbaum oder Honigbaum zu finden.
DEUTSCHLAND:
2018 in dichtem Gebüsch in Würzburg in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024), Berlin (Hand & Thieme 2024), Rheinland-Pfalz (Mazomeit 2022) und ehemals an Ufermauern der Wilden Gera in Thüringen (Torges 1900, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH:
2022 in Traiskirchen in Niederösterreich (Sauberer & al. 2025 sub Sophora japonica), Augarten, Karlsplatz, Rossauer Kaserne, Zentralfriedhof und Leopoldauer Straße in Wien (Adler & Mrkvicka 2003). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1960 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), den Niederlanden (FLORON 2021) und seit 1986 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012 sub Sophora japonica).

 

Quellen

Adler W. & Mrkvicka Ch. (2003): Die Flora von Wien - gestern und heute – Verlag des Naturhistorischen Mus. Wien, 831 S.

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 1, 578 Seiten, Springer-Verlag.

Mazomeit J. (2022): Erstnachweis einer Naturverjüngung des Japanischen Schnurbaums in Rheinland-Pfalz. – Pollichia-Kurier 38(3): 7–8.

Medvecká J., Kliment J., Májeková J., Halada Ľ., Zaliberová M., Gojdičová E., Feráková V. & Jarolímek J. (2012): Inventory of the alien flora of Slovakia. – Preslia 84: 257–309.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Sauberer N., Prinz M. A. & Till W. (2025): Nachträge und Korrekturen zur Flora von Traiskirchen (V): Iris orientalis, Nicotiana sylvestris und weitere neue Arten für die Neophytenflora von Österreich und Niederösterreich. Biodiversität und Naturschutz in Ostösterreich - BCBEA 8/2: 102–114.


Torges E. (1900). Bericht über die Frühjahrs-Hauptversammlung in Coburg am 10. und 11. Juni 1900.– Mitteilungen des Thüringischen Botanischen Vereins 15: 1–22.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be