Sporobolus

Fallsamengras, Schlickgras; Süßgras, Poaceae

Gattung:

Sporobolus umfasst, inklusive Spartina und Thellungia, etwa 223 Arten und ist fast weltweit verbreitet. 2014 sind Arten der Gattungen Crypsis und Eragrostis zu Sporobolus überführt worden (Peterson & al. 2014). Spartina und Thellungia wurden gänzlich in die Synonomie von Sporobolus gestellt (Peterson & al. 2014).
 

Sporobolus cryptandrus

Sand-Fallsamengras, Vilfagras,
Sporobolus cryptandrus,
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

30−80 cm hohe Mehrjährige mit 3−5 cm langen, 1−4 mm breiten Blättern und behaarten Blattscheiden mit an der Mündung auffallendem Haarbüschel. Blütenstand rispig, mit fast im 90°-Winkel abstehenden, weit auseinanderstehenden Ästen, die unteren Rispenäste oft vollständig in die Blattscheide eingeschlossen, mitunter auch der ganze Blütenstand. Ährchen den Rispenästen anliegend, einblütig, eiförmig, 1,5−2,5 mm lang. Hüllspelzen ungleich, kahl, grannenlos. Blütezeit Juni bis September.
 

Heimat:

Große Teile Nordamerikas.
 

Nutzung:

Keine. In Nordamerika zur Bodenbedeckung und als trockenheitertragendes Weidegras kultiviert (Mansfeld 1986).
 

Ausbreitung:

Sporobolus cryptandrus kann eine Fülle von kleinen Samen produzieren, bis zu 10 000 Samen pro Rispe, die eine persistente Samenbank mit bis 3 000 Samen pro m² bilden können (EPPO 2023). Die Art kann sich negativ auf den Artenreichtum und die Häufigkeit der einheimischen Vegetation auswirken. 
DEUTSCHLAND:
Vereinzelt eingeschleppt, so 1992, 1995 und 1998 Donaulände Regensburg in Bayern (Lippert & Meierott 2018), Berlin (Hand & Thieme 2024), Brandenburg (Hassler & Muer 2022), Ingelheim und Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz, in Ludwigshafen von 1957 bis zumindest 2004 vorkommend (Korneck 1957, Mazomeit 2005, Hassler & Muer 2022) und 1938 Coßmannsdorf in Sachsen (Hardtke & al. 2013). Die Fundangabe für Brandenburg wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als fraglich geführt. Das wieder erloschene Ludwigshafener Vorkommen wurde als „var. strictus“ (heute S. contractus) bezeichnet. Die Pflanzen gehörten jedoch zu S. cryptandrus (Hassler & Muer 2022).
ÖSTERREICH:
Ehemals in Mühlau bei Innsbruck in Nordtirol (Murr 1931, Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
1907 und 1917 vorübergehend für Derendingen im Kanton Solothurn (Conert 1998) genannt.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021), seit 2016 in Ungarn (Török & Aradi 2017) und seit 1978 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).
 

 
Weitere Arten:

Sporobolus advenus

Das Thellung-Fallsamengras, Sporobolus advenus (Syn.: Eragrostis advena, Thellungia advena) ist ursprünglich als eigene Gattung zu Ehren des Schweizer Botanikers Albert Thellung (1881−1928), der sich durch seine Arbeiten über Kulturpflanzen und über die Adventivflora der Schweiz große Verdienste erwarb, beschrieben worden. Die Art wird 1937 für Coßmannsdorf bei Dresden in Sachsen (Conert 1998, Hand & Thieme 2024) und mehrfach für Derendingen im Kanton Solothurn eingeschleppt (Conert 1998) angegeben. Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).
 

Sporobolus anglicus

Das Salz-Schlickgras, Sporobolus anglicus (Syn.: Spartina anglica), ist eine artgewordene Hybride: Das nordamerikanische Glatte Schlickgras, Sporobolus alterniflorus (Syn.: Spartina alterniflora), wurde 1816 erstmals in Süd-England entdeckt, wahrscheinlich wurden Samen im Ballastwasser von Schiffen an die englische Küste mitverfrachtet. Es entstand die sterile Hybride mit dem dort heimischen Strand-Schlickgras, Sporobolus maritimus (Syn.: Spartina maritima), die 1870 erstmals gefunden und Sporobolus ×townsendii (Syn.: Spartina ×townsendii) genannt wurde. Durch Chromosomenverdoppelung veränderte sich die Hybride zum seit 1892 bekannten, fertilen Sporobolus anglicus (Gray & al. 1991).
 
Im April 1927 führte man das Salz-Schlickgras aus Großbritannien für Anpflanzungen ins norddeutsche Wattenmeer ein. Die ersten 12.000 Pflanzen wurden zur Landgewinnung bei Dagebüll, Nordstrand, Husum und Eiderstedt im schleswig-holsteinischen Wattenmeer angepflanzt (Kolumbe 1931). Bis 1953 wurden wiederholt Stecklinge an verschiedenen Stellen im gesamten Wattenmeer ausgebracht (Nehring & Hesse 2008). Von diesen Anpflanzungen ausgehend breitete sich die Art selbstständig durch vegetative und generative Vermehrung aus (Groenendijk 1984, Gray & al. 1991). Gegenwärtig kommt die Art im gesamten Wattenmeer Niedersachsens und Schleswig-Holsteins zerstreut entlang der Festlandküste sowie auf den Inseln, jeweils auf den dem Festland zugewandten Seiten, vor (Nehring & Hesse 2008). Die Art gilt in Deutschland als örtlich invasiv. Die starke Vermehrung hat durch Bildung einer artenarmen neuen Pflanzengesellschaft negative ökologische Folgen, so etwa auf die Queller-Bestände. Für Wattvögel ist dadurch ein Teil der Nahrungsgrundlage verloren gegangen (Düll & Kutzelnigg 2022). Trotz ihres jungen Alters ist die Art inzwischen vielerorts verschleppt worden (Düll & Kutzelnigg 2022), so u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021)
Das ungiftige Salz-Schlickgras ist Wirtspflanze des giftigen Mutterkornpilzes Claviceps purpurea. Einige Bestände an der Nordsee sind bereits mit diesem Pilz befallen (Raybould & al. 1998). Die Art zählt zu den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten der Welt, inklusive Viren (IUCN 2013). Dort heißt es: „Spartina anglica ist ein mehrjähriges Salzwiesengras, das weit verbreitet gepflanzt wurde, um das Watt zu stabilisieren. Seine Invasion und Ausbreitung führt zum Ausschluss einheimischer Pflanzenarten und zur Verringerung geeigneter Nahrungshabitate für Wildvögel und Wattvögel“ (IUCN 2013).
 

Sporobolus caroli

In Australien weit verbreitet ist das Lindley-Falsamengras, Sporobolus caroli. Im Gebiet als Wolladventive angegeben 1930 für Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Conert 1998, Hand & Thieme 2024), 1942 für die Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006) und mehrfach für Derendingen und 1938 für Luterbach im Kanton Solothurn (Conert 1998). Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).
 

Sporobolus contractus

Das nordamerikanische Zusammengezogene Fallsamengras, Sporobolus contractus, wurde aus dem Ludwigshafener Hafen in Rheinland-Pfalz (Müller & al. 2021) angegeben. Die Pflanzen gehörten allerdings zu S. cryptandrus (Hassler & Muer 2022). Die Fundangabe für RP wird auch in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als irrig geführt.
 

Sporobolus elongatus

Das Verlängerte Fallsamengras, Sporobolus elongatus, aus Zentral- und Ostaustralien wird im Gebiet für Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024), 1889 für die Wollwäscherei Hannover-Döhren in Niedersachsen (Scheuermann 1924) und 1914 mit Wollimporten für Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Conert 1998, Hand & Thieme 2024) eingeschleppt angegeben. Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1998) nicht geführt. Subspontan in Belgien (Verloove 2021).
 
 

Sporobolus fimbriatus

In Afrika vom Sudan und Somalia bis Südafrika ist das Faden-Fallsamengras, Sporobolus fimbriatus, beheimatet. Vorübergehend eingeschleppt wird es 1922 bis 1924 für Derendingen in Solothurn (Conert 1998) angegeben.
 

Sporobolus indicus

Von Texas bis Argentinien ist das Westindische Fallsamengras, Sporobolus indicus (Syn.: S. angustus, S. berterianus) beheimatet. Diese mehrjährige, bis zu 120 cm hohe Art ist mittlerweile pantropisch verbreitet und kommt dort auf offenen, gestörten Flächen wie Straßenrändern, Weiden oder Seeufern vor. Die charakteristischen Rispen sind sehr schmal ährig-zylindrische und meist deutlich länger als 12 cm. Im Gegensatz dazu sind S. neglectus und S. vaginiflorus einjährig mit Rispen von 1−3 cm Länge.
Vorübergehend eingeschleppt 1932 in Dornstadt, 2015 Adenauerring in Karlsruhe, 2018 Riegel am Kaiserstuhl und 2018 Neuenburg am Rhein in Baden-Württemberg (Conert 1998, Amarell & Himpel 2020), 2022 bei Tutting nahe Kirchham im Landkreis Passau in Bayern (Fleischmann 2022), 1896 Wollkämmerei Hamburg-Reiherstieg (Pieper 1898, Hand & Thieme 2024), in Hannover-Döhren in Niedersachsen (Hand & Thieme 2024), 1914 und 1934 in Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Conert 1998, Hand & Thieme 2024), Rheinland-Pfalz (Hassler & Muer 2022), 1938 in Coßmannsdorf bei Dresden und 1939 Leipzig in Sachsen (Conert 1998, Hand & Thieme 2024) und 1903 Rodleben in Sachsen-Anhalt (Conert 1998, Hand & Thieme 2024). Die Art ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht angegeben. 2013 neu für Österreich in der Wolf-Dietrich-Straße in Salzburg Stadt (Eichberger & al. 2015) und später am Rennweg in Wien (Pachschwöll & al. 2016). 2018 dann in der Industriezone von Bozen neu für Südtirol entdeckt (Wilhalm & al. 2018). In der Schweiz vielfach entlang von Autobahnen im Tessin und in der Waadt (Lauber & al. 2012, Infoflora 2024), sonst vereinzelt, wie in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Freiburg, Zug und Zürich (Infoflora 2024). Früher auch mehrfach in Derendingen im Kanton Solothurn (Conert 1998). Die Art ist mittlerweile pantropisch verbreitet und auch in vielen mediterranen Ländern fest etabliert bzw. in zunehmender Ausbreitung (Wilhalm & al. 2018). In Italien etwa ist die Art weit verbreitet, lokal eingebürgert und typisch für sandige Ruderalstellen und städtische Grünflächen (Fleischmann 2022). Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021), in Belgien (Verloove 2021) und seit 1961 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).

 

Sporobolus ioclados

In Afrika weit verbreitet ist das Blasse Fallsamengras, Sporobolus ioclados, das 1933 für Luterbach im Kanton Solothurn (Conert 1998) angegeben wird.
 

Sporobolus junceus

Im südlichen Nordamerika und im nördlichen Mittelamerika ist das Poiret-Fallsamengras, Sporobolus junceus, beheimatet. Für das Gebiet wird es 1938 von der Spinnerei Coßmannsdorf in Sachsen (Probst 1949, Hand & Thieme 2024) angegeben.
 

 

Sporobolus ludwigii

Zu Ehren des deutschen Apothekers und Naturforschers Carl Ferdinand Heinrich von Ludwig (1784-1847), der 1805 nach Südafrika zog, ist das südafrikanische Ludwig-Fallsamengras, Sporobolus ludwigii, benannt. Im Gebiet vorübergehend für Hamburg (Conert 1998, Hand & Thieme 2024) und 1889 für Hannover-Döhren in Niedersachsen (Conert 1998, Hand & Thieme 2024) angegeben.
 

Sporobolus maritimus

Das Strand-Schlickgras, Sporobolus maritimus (Syn.: Spartina maritima, Spartina stricta), ist in Westeuropa, Westafrika und im europäischen Mittelmeergebiet beheimatet und wird subspontan für Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2024 sub Spartina maritima) angegeben.
 

Sporobolus michauxianus

Als Gartenzierstaude wird das nordamerikanische Kamm-Schlickgras, Sporobolus michauxianus (Syn.: Spartina pectinata), meist in der Sorte `Aureomarginata´ mit gelb-panaschierten Blättern gezogen. Es findet sich bei uns mit den Namen Goldleistengras oder Goldbandgras, Spartina pectinata, im Pflanzenhandel (Jelitto & al. 1990)
Selten tritt es verwildert oder mit Gartenaushub verschleppt auf, so 1984 bei Sand am Ufer eines Altmainrestes, 2003 bei Oberhaid, 1997 Gaustadt, 1986 Bamberg, 2000 bei Brunnbreit und bei Regensburg in Bayern (Klotz 2005, Lippert & Meierott 2014, Meierott & al. 2024 sub Spartina pectinata), Berlin (Hand & Thieme 2024 sub Spartina pectinata), Brandenburg (Hand & Thieme 2024 sub Spartina pectinata), Hamburg (Hand & Thieme 2024 sub Spartina pectinata), Hessen (Hand & Thieme 2024 sub Spartina pectinata), Niedersachsen (Hand & Thieme 2024 sub Spartina pectinata), am Weigersdorfer Fließ bei Niesky, Leipzig-Markkleeberg und 2012 in Bederwitz bei Bautzen in Sachsen (Otto & al. 2002, Gutte 2001, Otto & al. 2014, sub Spartina pectinata), Thüringen (Zündorf & al. 2006) und 2020 bei Mehrnbach in Oberösterreich (Kellerer 2021). Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Großbritannien (Ryves & al. 1996) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Sporobolus neglectus

Das nordamerikanische Verkannte Fallsamengras, Sporobolus neglectus, ist durch Begrünungssaaten ins Gebiet gekommen und in Österreich seit Mitte der 1990er-Jahre bekannt, wobei die Einwanderung von Italien entlang der Autobahn über das Kanaltal nach Südkärnten erfolgte (Melzer 1994).
Von einem Jahr auf das andere werden aus kleinen Gründerpopulationen lange Säume am Straßenrand. Die Art wird durch die Mäharbeiten und durch das Vorhandensein von offenen Schotterböden an den Banketten enorm gefördert (Hohla 2022)
Erste Populationen im Gebiet fanden sich an der Autobahn bei Arnoldstein in Kärnten (Melzer 1994), dann im Tennengau und Pongau in Salzburg (Pflugbeil & Pilsl 2013) und in Nordtirol (Melzer 1995, Melzer 2003). 2007 dann auch in Osttirol zwischen Lienz und St. Johann im Walde (Stöhr 2009). 2011 bei Thal-Aue, 2011 bei Tassenbach, 2011 bei Anger-Leiten, 2011 bei Unterpeischlach, 2011 bei Ainet, 2011 bei Oberlienz, 2011 bei Stribach, 2011 bei Dölsach und 2011 bei Nikolsdorf in Osttirol (Stöhr & al. 2012, Pagitz & al. 2023) und danach bei Moosdorf im oberösterreichischen Innviertel (Hohla 2015). In Bayern u.a. um München und entlang der A8 München-Salzburg lokal in Dominanzbeständen, auch an der A3 bei Tennenlohe und A73 bei Ebensfeld (Lippert & Meierott 2018, Dickoré & Springer 2016).
Weiters subspontan u.a. auch in Kehl in Baden-Württemberg (Hassler 2020), Münchendorf in Niederösterreich (Hohla & al. 2019), 2010 bei Adnet im Salzburger Tennengau (Stöhr & al. 2012), 2018 bei Aich im Ennstal in der Steiermark (Kniely in: Zernig & al. 2018), 2011 bei Kufstein, 2011 bei Erpfendorf in Nordtirol (Stöhr & al. 2012), und bei Radin in Vorarlberg (Hohla 2014). In Südtirol bei Klausen, Meran und Gargazon (Wilhalm 2001, Tinner 2013, Naturmuseum Südtirol 2018). In der Schweiz u.a. im Gebiet des Genfer Sees, im Tessin, im St. Galler Rheintal und im Kanton Zug (Infoflora 2024)
Der Erstnachweis für Bayern erfolgte 2011 von der A8 München-Salzburg (Meierott & al. 2024). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1994 (Glaser & al. 2025).
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Sporolobus rigidus

Das Starre Fallsamengras, Sporolobus rigidus (Syn.: Calamovilfa longifolia), ist im zentralen und nördlichen Nordamerika beheimatet, wird selten als Ziergras genutzt und wird 1998 für Lohsa in Sachsen adventiv (Otto & al. 1999 sub Calamovilfa longifolia, Wesenberg & al. 2017, Hand & Thieme 2024 sub Calamovilfa longifolia) angegeben.
 

Sporobolus ×townsendii

Das Townsend-Schlickgras, Sporobolus ×townsendii (Syn.: Spartina ×townsendii), ist um 1870 hybridogen aus dem nordamerikanischen Glatten Schlickgras, Sporobolus alterniflorus (Syn.: Spartina alterniflora), und dem westeuropäischen Strand-Schlickgras, Sporobolus maritimus (Syn.: Spartina maritima), in Südengland entstanden und ist steril. Es wurde zur Landgewinnung gepflanzt (Müller & al. 2021) und findet sich in Niedersachsen und Schleswig-Holstein lokal am Weg der Etablierung (Hand & Thieme 2024 sub Spartina ×townsendii). Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021) und den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Sporolobus trichodes

In Mexiko ist das Mexikanische Fallsamengras, Sporolobus trichodes, beheimatet. Es wird subspontan für Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024) und 1896 für die Wollkämmerei Hamburg-Reiherstieg (Pieper 1898, Hand & Thieme 2024) angegeben.
 

Sporobolus vaginiflorus 

Ebenfalls eine nordamerikanische Art, die nicht selten gemeinsam mit dem Verkannten Samenwerfergras auftritt, ist das Scheidenblüten-Fallsamengras, Sporobolus vaginiflorus (Syn.: Muhlenbergia vaginiflora). Es findet sich im Gebiet vor allem an Straßen- und Autobahnrändern und ähnlichen Ruderalstellen in Ausbreitung, so Mannheim, 2019 A643 bei Mainz, 2018 A5 bei Herbolzheim in Baden-Württemberg (Geier 2017, Amarell & Himpel 2020), an der A8 bei Bad Reichenhall, A3 beim Kreuz Neumarkt, A8 bei Augsburg, A94 bei Neuötting, bei Prien am Chiemsee, im Regnitz-Gebiet und 2015 in München in Bayern (Nawrath 2015, Lippert & Meierott 2018, Dickoré & Springer 2016), 2019 beim Autobahnkreuz Mutterstadt und 2019 an der A6 bei Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz (Amarell & Himpel 2020). In Österreich bei Rechnitz, St. Martin an der Raab und Neusiedl am See im Burgenland (Hohla & al. 2019), Villach, Velden, Pörtschach und Arnoldstein in Kärnten (Melzer 2003), Kirchdorf am Inn, Altheim, Reichersberg und St. Georgen bei Obernberg in Oberösterreich (Hohla & al. 2015), Hallein, Golling, entlang der Tauern- und der Westautobahn in Salzburg (Reich & al. 2018, Wittmann & al. 2020), 2017 an der Autobahn A9 bei Spielfeld, 2019 in Graz-Jakomini und 2019 in Graz-Puntigam in der Steiermark (Zernig & al. 2018, Pöltl & Leonhartsberger 2019), Kramsach, Wiesing und Zirl in Nordtirol (Pagitz & Lechner-Pagitz 2015), Nikolsdorf in Osttirol (Pagitz & Lechner-Pagitz 2015) und Dornbirn in Vorarlberg (Hohla 2016). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2002 (Glaser & al. 2025). In Südtirol Schlanders im Vinschgau, häufig im Etschtal und im Eggental (Wilhalm 1998, Wilhalm 2001). In der Schweiz in den Kantonen Bern, Freiburg, Genf, Sennwald in St. Gallen, im Tessin (Bellosi & al. 2011, Infoflora 2024), vielfach in der Waadt und im Wallis (Tinner 2013, Infoflora 2024).
Wie beim Verkannten Fallsamengras, Sporobolus neglectus, werden auch beim Scheidenblüten-Fallsamengras, Sporobolus vaginiflorus, aus kleinen Gründerpopulationen von einem Jahr auf das andere lange Säume am Straßenrand. Die Art wird durch die Mäharbeiten und durch das Vorhandensein von offenen Schotterböden an den Banketten enorm gefördert (Hohla 2022).
 

Quellen

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