Spergularia

Schuppenmiere, Nelkengewächs, Caryophyllaceae

Gattung:

Spergularia umfasst etwa 63 Arten (Kew 2023) und ist im größten Teil der Erde ursprünglich. Mannigfaltigkeitszentren sind das westliche Mittelmeergebiet und Chile.
 

Spergularia bocconei

Boccone-Schuppenmiere,
Spergularia bocconei,
Nelkengewächs, Caryophyllaceae

 

Steckbrief:

Bis 20 cm hohe, drüsig-klebrig behaarte Ein- bis Zweijährige mit gegenständigen, linear-lanzettlichen, fleischigen Blättern und mehrblütigen Blütenständen. Kronblätter hellrosa, 2−3,5 mm lang, Kelchblätter stark drüsig-klebrig, wenig länger als die Kronblätter. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Name:

Benannt zu Ehren des italienischen Botanikers, Geistlichen und Arztes Paolo Silvio Boccone (1633−1704). Boccone war Professor der Botanik in Padua und sammelte am italienischen Festland, auf Sizilien, Korsika, Malta, in England und Polen. Ab dem Jahr 1682 war er bei den Zisterziensern.
 

Heimat:

Weites Mittelmeergebiet von Portugal bis in den Iran und zum Oman.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1942 eingeschleppt am Bahnhof Schemmerberg in Baden-Württemberg (Müller 1950, Hand & Thieme 2024) und 1957 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006, Hand & Thieme 2024) angegeben. Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1990) nicht geführt.
ÖSTERREICH: 2024 auf dem Campingplatz in Podersdorf bereits sehr zahlreich im Bereich vor dem Surfstrand, wo vor allem Surfer campen. Auf dem übrigen Campingplatz anscheinend fehlend, sodass eine Einschleppung speziell durch die Surfer wahrscheinlich ist (Raabe 2025).


SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
Weitere Arten:

Spergularia diandra

Von West-Sahara bis Südrussland und China ist die Zweimännige Schuppenmiere, Spergularia diandra, beheimatet. 
Sie wird für 1881 im Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Höck 1910, Hand & Thieme 2024) und 1896 für die Wollkämmerei Hamburg-Reiherstieg (Pieper 1898, Hand & Thieme 2024) eingeschleppt angegeben. Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1990) nicht geführt
Subspontan in Großbritannien (Clement & Foster 1994).
 

Spergularia flaccida

Die Schlappe Schuppenmiere, Spergularia flaccida (Syn.: Spergula fallax) ist im südlichen Mittelmeergebiet, Südwest-Asien und Ostafrika beheimatet. Für das Gebiet wird sie angegeben als ehemaliger Ölfruchtbegleiter bei der Ölfabrik Mannheim-Mühlau in Baden-Württemberg (Magnus 1889, Hand & Thieme 2024 sub Spergula fallax). Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1990) nicht geführt.
Spergularia flaccida wurde lange Zeit als Spergula fallax innerhalb der Gattung Spörgel, Spergula, geführt, bis Ian M. Turner (2017) die Art als Spergularia flaccida in die Gattung der Schuppenmieren, Spergularia, überstellte.

 

Quellen

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

 



Magnus P. (1889): Bericht über die 49. Haupt-Versammlung des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg zu Berlin am 13.Oktober 1888 - Verh. Bot. Ver. Berlin Brandenburg 30: XX-XLIV. 

Müller K. (1950): Beitrag zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs, Nachtrag – Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 23: 86-116.

Pieper G. R. (1898): Botanische Vereine. Siebenter Jahresbericht des Botanischen Vereins zu Hamburg – Deutsche botanische Monatsschrift 16: 112-115.

Raabe U. (2025): Botanische Reisemitbringsel („Campsite-Pflanzen“) auf Camping- und Wohnmobilstellplätzen im Osten Österreichs – Biodiversität und Naturschutz in Ostösterreich BCBEA 9/1 BCBEA_9-1_gesamt.pdf


Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1990): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 1: Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2. Aufl., Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Turner I. M. (2017): From India to Madeira and back again: a new combination for a wide-ranging Spergularia (Caryophyllaceae). – Willdenowia 47: 213–216. doi: https://doi.org/10.3372/wi.47.4730