Sorbus

Mehlbeere, Rosengewächs, Rosaceae

Gattung:

Sorbus umfasst etwa 103 Hauptarten (Kew 2023) auf der Nordhalbkugel. Bemerkenswerterweise können fast alle Sorbus-Arten erbkonstante Hybriden bilden. Diese sind gewöhnlich polyploid und vermehren sich apomiktisch, indem die Samenbildung ohne Befruchtung vonstattengeht. Entsprechend sind alle Nachkommen einer Pflanze untereinander gleich. Die Hybriden verhalten sich wie echte Arten, sie haben eigene Merkmalskombinationen und eigene Verbreitungsareale (Düll & Kutzelnigg 2022).
 

Sorbus hybrida

Finnische Mehlbeere,
Sorbus hybrida
(Syn.: Sorbus fennica, Hedlundia hybrida),
Rosengewächs, Rosaceae

 

Steckbrief:

Bis 10 m hoher, sommergrüner Baum mit säulenförmigem bis konischem Wuchs. Blätter oberseits grün, unterseits weißfilzig, 7−12 cm lang, 5−8 cm breit, gelappt, mit jederseits 6−9 ovalen, gezähnten Blattlappen. Blüten fünfzählig mit 20 cremeweißen Staubblättern, in Dolden angeordnet. Frucht rundlich, 7−12 mm im Durchmesser, reif leuchtend rot. Blütezeit Mai.
 

Nutzung:

Selten als Ziergehölz, in Sorten wie `Gibbsii´ mit kleinerem Wuchs und reicher Fruchtbildung, die vor 1924 ausgelesen wurde (Bärtels & Schmidt 2014).
 

Ausbreitung:

Artgewordene Hybrid-Gruppe aus Sorbus aria agg. × S. aucuparia. Beheimatet in Nordeuropa von Schottland über Dänemark bis Finnland. Seit 1762 gärtnerisch genutzt (Bärtels & Schmidt 2014).
DEUTSCHLAND:
1994 subspontan angegeben im Estetal bei Buxtehude in Niedersachsen (Fiebig & Mang 1995). Eine historische Angabe für Treuchtlingen in Bayern ist zweifelhaft (Meierott & al. 2024). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Arten:

Sorbus americana

Die Amerikanische Eberesche, Sorbus americana, ähnelt sehr unserer heimischen Eberesche, S. aucuparia, unterscheidet sich von dieser u.a. durch schmälere, dunkelgrüne Blättchen. Sie ist im östlichen Nordamerika beheimatet, wird vor allem aufgrund ihrer schönen Herbstfärbung seit 1782 selten als Zierbaum genutzt (Bärtels & Schmidt 2014), auch in Sorten wie `Dwarfcrone´ und findet sich im Gebiet sehr selten subspontan, so 2010 angegeben für den Bahnhof Gunzen in Sachsen (Breitfeld 2021). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
 

Sorbus vilmorinii

In Südchina und Tibet ist die Vilmorin-Eberesche, Sorbus vilmorinii, beheimatet. Ihr Artbeiname ehrt den französischen Gärtner Maurice de Vilmorin (1849−1918), der 1911 bis 1916 Präsident der Botanischen Gesellschaft Frankreichs war. Die Art wird als Kleinbaum mir zierenden rosa Früchten seit 1889 in der heimischen Gartengestaltung eingesetzt (Bärtels & Schmidt 2014) und wird im Gebiet 1980 für Bischwind in Bayern (Lippert & Meierott 2018) subspontan angegeben. Der Status des bayrischen Vorkommens ist unklar. Es könnte sich um den Rest einer ehemaligen Kultur handeln (Meierott & al. 2024). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Breitfeld M. (2021): Flora der Westabdachung des Erzgebirges – Die Pflanzenwelt zwischen Adorf, Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal. 294 S.

Düll R. & H. Kutzelnigg (2022): Die Wild- und Nutzpflanzen Deutschlands. 9. erw. Aufl. – Wiebelsheim. 948 S.

Fiebig W. & Mang F.W.C. (1995): Sorbus fennica (Kalm.) Fries – Finnische Mehlbeere – in Moorwiesen im Estetal bei Buxtehude gefunden - Berichte des Botanischen Vereins zu Hamburg e. V. 15: 37.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl



Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.