Soliva

Stachelkraut, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Soliva umfasst etwa 6 Arten (Kew 2022) in Süd- und Mittelamerika.
 

Soliva sessilis

Rasen-Stachelkraut,
Soliva sessilis
(Syn.: Soliva daucifolia, Cotula sessilis)
Korbblütler, Asteraceae
 

Steckbrief:

Niederliegende Einjährige mit 1−2-fach fiederteiligen Blättern und linealischen bis schmal-lanzettlichen Fiederchen. Blütenköpfe sitzend in den Blattachseln, im Fruchtzustand 4−9 mm im Durchmesser. Achänen 3−4 mm lang, häutig geflügelt, mit scharfen Stachelspitzen. Blütezeit April bis Juli.
 

Name:

Benannt zu Ehren des spanischen Arztes und Botanikers Salvador Soliva (ca. 1750−1793). Soliva war u.a. Arzt am spanischen Hof und Professor der Botanik am Botanischen Garten in Madrid (Burkhardt 2018).
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

Ursprünglich stammt die Art aus Südamerika, hat mittlerweile aber schon große Teile der Südhemisphäre erobert und macht sich auch in Europa breit, besonders in Südfrankreich. Frühere Vorkommen im Gebiet gehen auf Einschleppung v.a. mit Wolle zurück (Wagenitz 1979). Mit ihren stechend-anhaftenden Früchten kann sie sich mittels Mensch und Tier ausbreiten. Soliva sessilis fühlt sich besonders in Rasen wohl und verbreitet sich gegenwärtig vor allem in Parks, Spielwiesen und Campingplätzen (Eggenberg & al. 2020). Die unauffällige Art wird leicht übersehen und ähnelt vegetativ Matricaria discoidea. Die wenigen bisher bekannten Funde sind wahrscheinlich unterrepräsentiert (Hassler 2024).
DEUTSCHLAND:
1896 bei der Wollkämmerei Hamburg-Reiherstieg eingeschleppt (Pieper 1898, Hand & Thieme 2024 sub Cotula sessilis). Neuen Datums sind Vorkommen auf mehreren Campingplätzen in Südbaden und 2023 in Bayern am Bodensee südlich von Lindau (Hassler 2024, Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Im Tessin und in der Waadt (Eggenberg & al. 2020, Infoflora 2024).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012), Italien (Galasso & al. 2024) und den Niederlanden (FLORON 2021). In den Niederlanden auf Sand an der Küste weit verbreitet, dort auch auf Campingplätzen. Im Nordwesten und Westen von Deutschland daher zu erwarten (Hassler & Muer 2022).
 
 

 
Weitere Art:

Soliva anthemifolia

In Südamerika ist das Hundskamillenblättrige Stachelkraut, Soliva anthemifolia, beheimatet. Es wird für 1938 mit Wolle eingeschleppt, aber nicht blühend, für Langendorf und Derendingen im Kanton Solothurn angegeben (Wagenitz 1979). Subspontan in Belgien (Verloove 2021).
 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Eggenberg S., B. Marazzi, A. Möhl & S. Helder (2020): Gekommen um zu bleiben - Internationale Neuankünfte in unserer Flora - Magazin_2020_Herbst_WEB.pdf (infoflora.ch)

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hassler M. (2024): Nachträge und Korrekturen zu Flora Germanica Band 1 und 2 Online-Version [Ver. 83], Stand 5.3.2024 - 1713 NACHTRAG.indd (flora-germanica.de) 

Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pieper G. R. (1898): Botanische Vereine. Siebenter Jahresbericht des Botanischen Vereins zu Hamburg – Deutsche botanische Monatsschrift 16: 112-115.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wagenitz G. (1979): In: Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 3), 2.Auflage – Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg. 366 S.