Sinacalia

Tangutienkraut, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Sinacalia umfasst etwa 3 ostasiatische Arten (Kew 2023).
 

Sinacalia tangutica

Tangutienkraut,
Sinacalia tangutica,
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 120 cm hohe, langlebige, ausläufertreibende, sommergrüne Staude mit gestielten Blättern und fiederschnittigen Spreiten. Blattabschnitte gezähnt. Blütenkörbe gelb, wenigblütig, in rispenartigen Blütenständen angeordnet. Blütezeit August bis September.
 
 

Heimat:

Gebirgs-Hochstaudenfluren in China.
 

Nutzung:

Selten als Zierstaude für große Naturgärten und Parks.
 

Ausbreitung:

In Europa seit etwa dem Jahr 1900 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Das Wachstum der Pflanze ist in der Jugendphase träge, weshalb die Art wahrscheinlich nur selten im Sortiment der Baumschulen zu finden ist. Einmal etabliert handelt es sich um eine langlebige, anspruchslose Zierstaude, die reichlich Samen ansetzt. Diese sind aber wenig keimfreudig und werden gerne von Schnecken gefressen. Die Vermehrung vollzieht sich im Regelfall vegetativ durch Ausläufer. S. tangutica benötigt gestörte Forstbereiche, Kahlschläge und Waldwegränder (Berg 2018).
 
DEUTSCHLAND:
2017 nahe einer Gartenabfall-Ablagerungsstelle in einem degradierten Moorwäldchen bei Görisried in Bayern (Dickoré & Dickoré 2019, Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH:
In den niederösterreichischen Ybbstaler Alpen bei Göstling lokal eingebürgert (Stöhr & al. 2007). Schon Anfang der 1970er-Jahre war die Art am Ybbsufer im Steinbachtal in ausgedehnten Beständen vorhanden (Forstner 1972). 2024 dann von Brigitte Nechansky am Fallbach südlich von Lilienfeld nahe der Talstation des Muckenkogel-Liftes subspontan gefunden (persönl. Nachricht von Fr. Nechansky vom 23. Aug. 2024). 2025 bei Weyeregg am Attersee in Richtung Födinger Alm in Oberösterreich (Haindrich 2025), 2016 an einem Forststraßenrand bei Tyrnau im Grazer Bergland in der Steiermark gefunden. 2018 hatte sich der Bestand dort bereits vergrößert und auch hier könnte sich die Art etablieren (Berg 2018). 2022 dann ebenfalls in der Steiermark an der Salza bei Palfau in einem schönen Bestand gefunden (Aelbler 2022).
SCHWEIZ: ---

 
ANDERE LÄNDER: Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021) und Norwegen (Gederaas & al. 2012).
 

Quellen

Aelbler (2022): vollkommen unbekannte Pflanze (Sinacalia tangutica) - https://pflanzenbestimmung.flora-germanica.de/viewtopic.php?t=703

Berg C. (2018): Sinacalia tangutica, Tanguetienkraut - Bemerkenswertes zur Flora der Steiermark 6 - Joannea Botanik 15: 215–245

Dickoré W. B. & Dickoré (2019): Neufunde und Bestätigungen von Gefäßpflanzen, überwiegend aus dem südbayerischen Moränengürtel – Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 89: 265-285.

Forstner W. (1972): Das Tungusische Greiskraut, Senecio tanguticus Maxim. in Niederösterreich – www.zobodat.at/pdf/VZBG_112_0086-0088.pdf

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Haindrich G. (in: Gilli C., G. Kleesadl & C. Schröck 2025): Floristische Kurzmitteilungen 05 – Stapfia 119: 47−81.

 



Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Stöhr O., Pilsl P., Essl F., Hohla M. & Schröck C. (2007): Beiträge zur Flora von Österreich, II – Linzer biol. Beitr. 39/1: 155–292.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be