Sideritis

Gliedkraut, Lippenblütler, Lamiaceae

Gattung:

Sideritis umfasst etwa 142 Arten (Kew 2023) von Makaronesien über das Mittelmeergebiet bis Zentralasien. Mannigfaltigkeitszentren sind Spanien, Marokko, die Kanarische Inseln und Anatolien.
Zimmermann (1912, 1914) will Sideritis italica, S. pungens und S. stachydioides im Hafen von Ludwigshafen subspontan gefunden haben.
 

 

Sideritis romana

Römisches Gliedkraut,
Sideritis romana,
Lippenblütler, Lamiaceae

 

Steckbrief:

Bis 25 cm hohe, zottig behaarte Einjährige mit ei-lanzettlichen, ganzrandigen oder schwach gekerbten Blättern und Blütenständen mit 5−8 weit auseinander liegenden Blütenquirlen. Blütenquirle meist mit 6 Blüten. Krone weiß, wenig länger als der Kelch. Oberlippe ungeteilt, länglich, Unterlippe undeutlich dreispaltig. Blütezeit April bis Juni.
 

Heimat:

In vier Unterarten im Mittelmeergebiet.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1909 eingeschleppt angegeben für den Hafen von Mannheim in Baden-Württemberg (Zimmermann 1913, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024), 1898 für Würzburg und 1948 für den Münchner Südbahnhof in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024) und 1937 für die Großmarkthalle und 1956 für die Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006). Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1996) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
 
Weitere Arten:

Sideritis italica

In ihrer ursprünglichen Verbreitung auf Italien einschließlich Sizilien ist das Italienische Gliedkraut, Sideritis italica (Syn.: S. sicula) beschränkt. Ätherische Öle der Art zeigen antibakterielle und antioxidative Wirkungen (Basile & al. 2006). Im Gebiet angegeben 1890 und 1912 unbeständig für Nürnberg in Bayern (Vollmann 1914), ehemals Schlesisches Ufer in Berlin (Büttner 1884, Hand & Thieme 2024), 1911 für den Hafen von Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1912, Hand & Thieme 2024) und 1900 für Dessau in Sachsen-Anhalt (Zobel 1975). Die Art ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht angegeben. Subspontan auch in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

 

Sideritis pungens

In Nord- und Ostspanien ist das Stechende Gliedkraut, Sideritis pungens (Syn.: S. linearifolia) beheimatet. Verschleppt wird es 1910 für den Hafen von Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1914, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024 sub S. linearifolia).
 

Sideritis scardica

Das Sar Planina-Gliedkraut, Sideritis scardica, ist in seiner natürlichen Verbreitung auf die Balkanhalbinsel beschränkt. 
Es findet sich als „Griechischer Bergtee“ im Handel. 
Im Gebiet lokal sich etablierend bei Meißner in Hessen (Baier & al. 2005, Schneider 2009).
 

Sideritis stachydioides

In Spanien ist das Ziest-Gliedkraut, Sideritis stachydioides, beheimatet. Verschleppt wird es 1910 für den Hafen von Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1912, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024).
 

Quellen

Baier E., C. Peppler-Lisbach & V. Sahlfrank (2005): Die Pflanzewelt des Altkreises Witzenhausen mit Meißner und Kaufunger Wald – Schriften Werraltarver., Witzenhausen 39: 1-460.

Basile A., F. Senatore, R. Gargano, S. Sorbo, M. Pezzo, A. Lavitola, A. Ritieni, M. Bruno, D. Spatuzzi, D. Rigano & M. L. Vuotto (2006): Antibacterial and antioxidant activities in Sideritis italica (Miller) Greuter et Burdet essential oils - Journal of Ethnopharmacology 107(2): 240-248.

Büttner R. (1884): Flora advena marchica. Verh. Bot. Ver. Prov. Brandenbg. 25: 1–59.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 4). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.



Meierott L. (2001): Kleines Handbuch zur Flora Unterfrankens. 264 S. ‒ Selbstverlag, Würzburg.

Schneider G. (2009): Sideritis scardica Griseb. in Hessen. – Hess. Florist. Briefe 58(3/4): 62 – 63.

Sebald O., Seybold S, Philippi G. & Wörz A. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 5: Buddlejaceae bis Caprifoliaceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.
Vollmann F. (1914): Flora von Bayern – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 840 S.

Zimmermann F. (1912): II. Nachtrag zur Adventiv und Ruderalflora von Ludwigshafen, der Pfalz und Hessen. Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der Flora – 14: 68−84.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.  

Zimmermann F. (1914): Neue Adventivpflanzen der badischen Pfalz - Mitteilungen des Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz 294: 341-343. 

Zobel A. (1975): Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Anhalt V.Teil – Hercinia N. F. Leipzig 12(4): 432–476.