Sibbaldianthe

Scheingelbling, Rosengewächs, Rosaceae

Gattung:

Sibbaldianthe umfasst etwa 7 Arten (Kew 2023) in Asien und Osteuropa mit Mannigfaltigkeitszentrum in Zentralasien, insbesondere in der Mongolei, wo alle 7 Arten beheimatet sind.
 

Sibbaldianthe bifurca

Gabeliger Scheingelbling,
Sibbaldianthe bifurca
(Syn.: Potentilla bifurca),
Rosengewächs, Rosaceae

 

Steckbrief:

Bis 20 cm hohe, niederliegend bis aufsteigende Mehrjährige mit blaugrünen, bis 8 cm langen, gegenständig gefiederten Blättern und 6−16 breit-lanzettlichen bis elliptischen Fiederblättchen. Blütenstand einblütig bis lockerblütig. Blüten 7−16 mm im Durchmesser. Kronblätter gelb, eiförmig. Blütezeit Mai bis September.
 

Name:

Die Gattung ist gleich Sibbaldia zu Ehren von Robert Sibbald (ca. 1643−1722) benannt. Sibbald war schottischer Arzt, Antiquar und Professor der Medizin in Edinburgh und praktizierte dort als Arzt. Er war Leibarzt des Königs und wurde zum Ritter geschlagen. Allgemein naturkundlich interessiert beschrieb er 1692 erstmals wissenschaftlich den Blauwal (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Steppen, Sand- und Steinflächen im nördlichen und temperierten Asien von Osteuropa bis in die Mandschurei. In Tibet bis 4000 m Seehöhe steigend.
 

Nutzung:

Sehr selten als Zierstaude für Steingärten genutzt.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Aus Mannheim in Baden-Württemberg an der Hafenkanalböschung zwischen Mühlau und dem Rhein war ein Vorkommen von 1886 bis 1941 in größerer Kolonie bekannt, mittlerweile aber erloschen (Sebald & al. 1992, Hegi 2003, Hassler & Muer 2022), weiters 1912 in der Rheinwerft Ürdingen in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2021) und 1960 bis 1963 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012), Schweden (Kurtto & al. 2004), Finnland (Kurtto & al. 2004), im nordwestlichen europäischen Russland (Kurtto & al. 2004), in Estland (Kurtto & al. 2004), Lettland (Kurtto & al. 2004), Litauen (Kurtto & al. 2004) und Weißrussland (Kurtto & al. 2004).
 

 

Quellen

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.

Hegi G. (2003): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 4 (Teil 2C), 2. Aufl. – Parey, Berlin.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Kurtto A., Lampinen R. & L. Junikka (2004): Atlas Florae Europaeae 13 – Rosaceae (Spiraea to Fragaria). Akateeminen Kirjakauppa Helsinki. 320 S.

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1992): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 3: Rosaceae bis Fabaceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.