Sesleria

Kopfgras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Sesleria umfasst etwa 36 Arten (Kew 2023) und ist in Europa, Südwest-Asien und Marokko beheimatet. Mannigfaltigkeitszentrum ist die Balkanhalbinsel.
 

Sesleria autumnalis

Herbst-Kopfgras,
Sesleria autumnalis,
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

Bis 40 cm hohes, immergrünes Gras mit linealischen, frischgrünen Blättern und straff aufrechten Blütenstängeln. Blütenstand schmal, lang, cremeweiß bis hellbraun. Blütezeit August bis September.
 

Name:

Der Gattungsname Sesleria ehrt den italienischen Arzt und Botaniker Lionardo Sesler († 1785). Sesler dokumentierte u.a. erstmals die Goldprimel, Vitaliana primuliflora, gegenwärtig Androsace vitaliana, die er zu Ehren seines Freundes Vitaliano Donati benannte. Sesler war anerkannter Chirurg und Geburtshelfer und hatte in Venedig einen privaten botanischen Garten.
 

Heimat:

Südost-Europa.
 

Nutzung:

Als Ziergras in der Garten- und Landschaftsgestaltung.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Adventiv 1887 für Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Vollmann 1914, Hand & Thieme 2024) und 2009 für Zwickau-Johannisbad in Sachsen (Breitfeld & al. 2010, Hassler & Muer 2022) angegeben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
Weitere Arten:

Sesleria heufleriana

Das Heufler-Blaugras, Sesleria heufleriana, ist in Osteuropa beheimatet, wird im Gebiet als Ziergras gehandelt und gelegentlich an Parkplätzen oder ähnlich stark frequentierten Stellen ausgebracht (Hassler & Muer 2022). Subspontan konnte die Art 2015 an Straßenbahngleisen in Würzburg und als Kulturrest 1995 in Bamberg in Bayern gefunden werden (Lippert & Meierott 2018, Hassler & Muer 2022, Meierott & al. 2024). Benannt ist es zu Ehren von Ludwig von Heufler, Freiherr von Hohenbühel (1817−1885). Heufler war österreichischer Botaniker und Ministerialrat. Er arbeitete u.a. am Handels- und Kultusministerium in Wien und befasste sich mit vielen Themen wie der Pflanzengeographie von Österreich. Er litt an einer geistigen Erkrankung und starb den Freitod (Burkhardt 2018).
 

 

Sesleria juncifolia

Das Simsenblättrige Blaugras, Sesleria juncifolia, ist in Südeuropa beheimatet. 
Es wird für das Gebiet vom Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg für das Jahr 1909 (Zimmermann 1910) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt, ebenso nicht in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1998).
 

Quellen

Breitfeld M., Scholz H. & Thoss W. (2010): Einige interessante Funde aus Sachsen des Jahres 2010 sowie Nachträge der Jahre 2008 und 2009 – Sächs. Florist. Mitt. 13: 93–103.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/verzeichnis
_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Sebald O., Seybold S, Philippi G. & Wörz A. (1998): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 7: Butomaceae bis Poaceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11−171.