Ausbreitung:
Der geringen Nutzung als Zierpflanze steht dieser südosteuropäisch-nordanatolischen Art eine verhältnismäßig hohe Zahl an Verwilderungs- und Einbürgerungsmeldungen in Mitteleuropa gegenüber. Diese Vorkommen sind meist beständig und halten sich oft viele Jahrzehnte lang. So etwa bei Bains de Lavey im Kanton Waadt bereits seit 1880, am Grazer Schlossberg in der Steiermark seit 1885, in München seit 1922 und im Kaiserstuhl in Baden-Württemberg seit 1937 (Kohlbrecher & al. 2010).
DEUTSCHLAND:
Stellenweise verwildert bis eingebürgert, so in Karlsruhe, Durlach, Stuttgart, Birkach, Breisach, Bad Bellingen und am Kreuzbuck und am Gagenhardt im Kaiserstuhl in Baden-Württemberg (Hassler 2021, Böcker & al. 2017, Amarell 2010, Kohlbrecher & al. 2010). Beim Neunlindenturm am Totenkopf im Kaiserstuhl wurde die Art bereits 1937 gemeldet und ist hier auch heute noch gegenwärtig (Kohlbrecher & al. 2010). Bei Aschaffenburg seit mehreren Jahrzehnten eingebürgert, 2010 Coburg, eingebürgert im Wertach-Auwald bei Kaufbeuren von 1984 bis zumindest 2001, 1984 eingebürgert in Eschenlohe, Isar-Auwald oberhalb Freising, Bad Schachen, Ottobeuren, Lechbruck, Schlosspark Rosenau, Planegg, Bayreuth, Berggebiet Bamberg und seit 1922 in München in Bayern (Meierott 2001, Scheller 1989, Dörr & Lippert 2004, Dörr 1988, Hetzel 2006, Springer & al. 2015, Meierott & al. 2024), Berlin (Hand & Thieme 2024), Potsdam in Brandenburg (Kummer & Buhr 2006), Hessen (Hand & Thieme 2024), im Park von Putbus auf Rügen in Mecklenburg-Vorpommern seit mindestens 65 Jahren (Fukarek & Henker 2005), 2017 bei Müden/Örtze im Landkreis Celle in Niedersachsen (Barsuhn 2019, Langbehn 2019), in Nordrhein-Westfalen 2013 in Wuppertal-Vohwinkel, in Bonn-Poppelsdorf (Gorissen 2015), am Schneeberg bei Aachen und bei Bergisch Gladbach im Kalkbuchenwald im Strundetal vor über 30 Jahren gefunden und immer noch vorhanden (Sporbert & al. 2015). Weiters in Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2024), im Saarland (Hand & Thieme 2024), Bosel in Sachsen (Hardtke & al. 2013), ein etwa 1 ha großer Bestand im Wäldchen südlich Burgwall von Weißandt und Nachtigallenweg Dölau in Sachsen-Anhalt (John & Stolle 2004), Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024) und bei Oberroßla, Weimar, Jena, Bad Köstritz, Örtelsbruch bei Lehesten, Mühlholz bei Camburg und Gera-Untermhaus in Thüringen (Zündorf & al. 2006).
ÖSTERREICH:
Vom Grazer Schlossberg in der Steiermark bereits seit dem Jahr 1885 als verwildert bekannt, mittlerweile eingebürgert (Hamburger 1948, Leonhartsberger 2015), weiters u.a. im Nordburgenland (Gilli & al. 2022), in Kärnten (FKÖ 2021), in Laxenburg, Stockerau und Pachfurth in Niederösterreich (Melzer & Barta 2001), Pöstlingberg in Oberösterreich (Baschant 1955, Glaser & al. 2025) und Am Himmel bei Sievering, Gspöttgraben, Türkenschanzpark, Laaer Wald, Zentralfriedhof, Lainzer Tiergarten, Mooswiesengasse und Schönbrunn in Wien (Adler & Mrkvicka 2003, Brocks 2019). Aus Wien verwildert seit dem Jahr 1915 bekannt.
SCHWEIZ:
Mehrfach im Mittelland (Infoflora 2024). Bei Bains de Lavey im Kanton Waadt bereits seit 1880 subspontan bekannt. Auch sonst mehrfach, so in Rotenfluh im Oberbaselbiet im Kanton Basel-Landschaft (Lüthi 2018), um Bern, Burgdorf im Kanton Bern, Genf, Vaumarcus in Neuenburg und Drusbergerstraße, Fischerweg und Häldeliweg in Zürich (Landolt 2001, Infoflora 2024). Im Kanton Zürich um 1903 in der Stadt Zürich und 1920 in Rüschlikon als verwildert notiert. Aktuell für 5 Flächen in Zürich und am Zürichsee nachgewiesen (Wohlgemuth & al. 2020). In Liechtenstein seit vielen Jahren an einem Waldweg in Schaan (Waldburger & al. 2003).