Scorpiurus

Skorpionsschwanz, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Scorpiurus umfasst 2 Arten (Kew 2023) im weiten Mittelmeergebiet von Makaronesien bis zum Iran, zur Arabischen Halbinsel und in Ostafrika.
 

Scorpiurus muricatus

Echter Skorpionsschwanz, Raupenkraut,
Scorpiurus muricatus,
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

Bis 40 cm hohe Einjährige mit lanzettlichen, bis 12 cm langen, vorne zugespitzten, ganzrandigen, parallelnervigen Blättern und linealischen Nebenblättern. Blütendolden an langen Stängeln, mit 2–5 kurz gestielten Blüten, diese dunkelgelb, teilweise auch leicht rötlich. Kelch mit 5 gleichen Zähnen. Hülse groß und lang, eingerollt, mit Längsrippen, auf den äußeren Rippen meist mit Stacheln, diese können aber auch fehlen. Blütezeit Mai bis Juni.
Verwechslungsmöglichkeit: Der Würmchen-Skorpionsschwanz, Scorpiurus vermiculatus, hat 1−2-blütige Blütenstände und stachellose, aufgeblasen wirkende Früchte mit kräftigen Warzen.
 

Heimat:

Weites Mittelmeergebiet, Makaronesien, Arabische Halbinsel und Ostafrika.
 

Nutzung:

Als essbare Salatdekoration im Samenhandel zu finden. Bereits im Vilmorin-Katalog um das Jahr 1800 war der Skorpionsschwanz aufgeführt. Gegessen werden die unreifen Früchte roh oder sauer eingelegt. Sie haben wenig Eigengeschmack, verursachen aber durch ihr raupenartiges Aussehen Aufsehen. Die Blätter können Salaten beigegeben werden. Durch den Gehalt an Phytoalexinen werden im biologischen Pflanzenschutz Extrakte aus der Pflanze gegen Fusarium, einem pilzlichen Schaderreger, eingesetzt (Singh & al. 2001).
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Verschleppt angegeben 1900 im Mannheimer Hafen und 1941 und 1942 am Güterbahnhof Ulm in Baden-Württemberg (Höck 1910, Müller 1950, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024), Brandenburg (Hand & Thieme 2024), 1922 in Hamburg-Altona (Christiansen 1928, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024), 1995 ein Exemplar bei der Kläranlage Heheim-Ohl im Sauerland Nordrhein-Westfalens (Mieders 2006), 1899 in einem Kleeacker bei Speyer in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1910) und 1942 und 1963 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Ehemals Solothurn und Ponte Oscuro im Val Onsernone im Tessin (Hegi 1975).


 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), den Niederlanden (FLORON 2021) und in Tschechien (Pyšek & al. 2012).

 
 
Weitere Art:

Scorpiurus vermiculatus

Der Würmchen-Skorpionsschwanz, Scorpiurus vermiculatus, ist in Makaronesien und dem westlichen und zentralen Mittelmeergebiet beheimatet und wird für das Gebiet 1900 vom Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Höck 1910) und 1900 für die Wollwäscherei Hannover-Döhren in Niedersachsen (Brandes 1909, Hand & Thieme 2024) angegeben. Höck (1910) gibt für den Mannheimer Hafen für das Jahr 1900 beide Scorpiurus-Arten an, was sehr unwahrscheinlich ist und möglicherweise auf die hohe Variabilität der beiden Arten rückzuführen ist.
 

Quellen

Brandes W. (1909): Dritter Nachtrag zur Flora der Provinz Hannover – Jahresbericht der Naturhistorischen Gesellschaft zu Hannover 58-59: 70-88.

Christiansen D.N. (1928): Die Adventiv- und Ruderalflora der Altoner Kiesgruben und Schuttplätze – Schriften der Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein 18(2): 350-462.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 4 (Teil 3). 2.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 1114–1750.

Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Mieders G. (2006): Flora des nördlichen Sauerlandes – Der Sauerländische Naturbeobachter Nr. 30, 608 Seiten, Lüdenscheid.

Müller K. (1950): Beitrag zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs, Nachtrag – Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 23: 86-116.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Singh H.P., D. R. Batish & R. K. Kohli (2001): Allelopathy in Agroecosystems - Journal of Crop Improvement: innovations in practice, theory and research. 4 (2): 1–41.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11−171.