Schkuhria

Zwergsamtblume, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Schkuhria ist eine kleine, taxonomisch komplexe Gattung, die etwa 2 Arten (Kew 2023) in Süd- und Mittelamerika und den südlichen USA umfasst. Viele Arten wurden beschrieben, die meisten davon gelten derzeit als Formen von S. pinnata (Verloove 2021).
 

Schkuhria pinnata

Fieder-Zwergsamtblume,
Schkuhria pinnata (inkl. S. advena)
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 40 cm hohe, zierliche, stark gabelig verzweigte Einjährige mit schmal-linealischen, bis 3 cm langen, kurz behaarten und drüsenhaarigen, mit 3−7 Seitenlappen versehenen Blättern. Körbchen einzeln, 4−6 mm lang, konisch bis pyramidal, 8−25 mm lang gestielt. Zungenblüten wenige, manchmal fehlend, gelblich, 0,8−1,2 mm breit. Röhrenblüten 2−6, gelblich. Hüllblätter 4−6, grünlich bis purpurn überlaufen, eiförmig, drüsenhaarig. Pappushaare schwärzlich, 3−4 mm lang. Blütezeit Juli bis September.
 

Name:

Benannt zu Ehren des deutschen Gärtners, Botanikers und Physikers Christian Schkuhr (1741−1811). Schkuhr war u.a. Universitätsmechanikus in Wittenberg, zeichnete, gravierte und mikroskopierte mit selbstgebauten Mikroskopen Pflanzen, war insbesondere Farn- und Moos-Spezialist und schrieb u.a. ein 'Botanisches Handbuch' und 'Deutschlands kryptogamische Gewächse' (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Tropisches und subtropisches Amerika von Argentinien bis in die südlichen USA.
 

Nutzung:

Keine. Schkuhria-Arten werden in Südamerika in der Volksmedizin und als Insektizid verwendet. Herbarisierte Pflanzen werden von Schädlingen nicht angefressen (Wagenitz 1979).
 
Ausbreitung:
U.a. mit Wolle, Südfrüchten und Ölfrüchten eingeschleppt (Wagenitz 1979).
DEUTSCHLAND:
1934 im Heilbronner Hafen in Baden-Württemberg (Müller 1935, Hand & Thieme 2024), Berlin (Seitz & al. 2012), 1934 Lampertheim in Hessen (Fiedler 1936, Hand & Thieme 2024), Kartoffelland bei der Wollwäscherei Hannover-Döhren und Osnabrücker Hafen in Niedersachsen (Scheuermann 1911, Weber 1995, Hand & Thieme 2024), 1911 Rheinwerft Ürdingen, 1913 Hafen Emmerich, Köln-Gereon und 1922, 1923 und 1935 Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2024) und 1960 Leipzig, Riesa und Cossmannsdorf in Sachsen (Gutte 2006, Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1968 und 1969 im Rheinhafen Basel-Kleinhüningen (Baumgartner 1973).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 1906 auch in Belgien (Verloove 2021), in den Niederlanden (FLORON 2021) und 1950 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).

 

Quellen

Baumgartner W. (1973): Die Adventivflora des Rheinhafens Basel-Kleinhüningen in den Jahren 1950-1971 - Bauhinia 5: 21-27.

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Fiedler O. (1936): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig 1932–1936 und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte – Hercynia 1: 124–148.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Müller K. (1935): Beiträge zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs - Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 21: 29-77.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Scheuermann R. (1911): Beitrag zur Kenntnis der bei der Stadt Hannover und in ihrer Umgebung auftretenden Adventivpflannzen – Jahresbericht der Naturhistorischen Gesellschaft zu Hannover 60-61: 5065-5085.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wagenitz G. (1979): In: Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 3), 2.Auflage – Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg. 366 S.

Weber H. (1995): Flora von Südwest-Niedersachsen und dem benachbarten Westfalen – H. Th. Wenner, Osnabrück.